Manchmal erscheinen die Symptome von einem Tag auf den anderen: Rote schuppende Hautstellen, Atemnot, tränende Augen und eine schniefende Nase. Typische Anzeichen für drei allergische Erkrankungen, von denen Kinder am häufigsten betroffen sind: Neurodermitis, Asthma und Heuschnupfen. Im schlimmsten Fall kommt alles zusammen.
Ursache für diese drei Leiden ist einerseits eine Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten, andererseits eine Störung des Immunsystems, das auf eigentlich harmlose Reize mit dem massiven Ausschuss eines bestimmten Abwehrstoffes reagiert. Sein medizinischer Name: IgE. Ein Antikörper, der Entzündungen auslöst. Geschieht dieser Vorgang in der Haut, entsteht eine Neurodermitis, sind Bronchial- oder Nasenschleimhaut betroffen, entwickeln sich Asthma oder Heuschnupfen. Beides, die Überempfindlichkeit von Haut und Schleimhäuten, aber auch die immunologische Neigung, zuviel IgE-Antikörper zu produzieren, ist angeboren. Die Mediziner sprechen von einer atopischen Veranlagung (griechisch: atopos: seltsam, merkwürdig).
Zwar sind Allergien nicht vererblich, hat aber ein Elternteil eine Allergie (Heuschnupfen, Asthma, Nahrungsmittel- oder Medikamentenunverträglichkeit, Reaktionen auf Staub oder Tierhaare), dann besteht auch beim Kind die Neigung dazu. Wie viele Kinder mit der Anfälligkeit für Allergien geboren werden, lässt sich nicht exakt sagen. Fest steht: Immer mehr Kinder werden allergiekrank. Sicher spielt neben Abgasen und Schadstoffen der Luft und allergenen Zusätzen in Lebensmitteln auch eine übertriebene Hygiene eine Rolle.
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Immunsystem in der frühen Kindheit entscheiden kann, ob es sich im späteren Leben vorzugsweise mit Allergenen oder mit Krankheitserregern auseinandersetzt. Das heißt: Bekommt es vorwiegend Bakterien, Viren und Parasiten „serviert“, wird es sich mehr auf deren Bekämpfung konzentrieren, gerät es stattdessen frühzeitig mit großen Mengen allergiesierender Substanzen in Berührung, spezialisiert es sich eben auf allergische Reaktionen.
Natürlich schwirren zu Hause Krankheitserreger herum und natürlich muß man sein Baby durch Sauberkeit in der Wohnung schützen, obwohl es von seiner Mutter gegen diese so genannten „Hauskeime“ Antikörper erhalten hat. Das gilt vor allem in den ersten Monaten. Doch mit jedem Tag steigern sich seine Abwehrkräfte. Wer also zu emsig putzt, wischt und sterilisiert, verhindert, dass sich das Kind Schritt für Schritt an diese Keime gewöhnt.
Vor allem im Kinderzimmer auf Staubfänger wie Teppiche, Vorhänge, Regale und Polstermöbel verzichten.
Beim Staubwischen immer feuchte Tücher benutzen.
Nicht in Gegenwart des Kindes Staub saugen
Für die Atopikerfamilie gilt: Trennung vom Haustier, auch wenn es schwer fällt. Besonders aggressiv sind Katzenallergene. Bettdecken und Kopfkissen sollten außerdem keine tierischen Füllungen wie Federn oder Rosshaar enthalten.
Verschimmelte Lebensmittel oder Blumenerde sofort entfernen.
Biomülleimer oft leeren.
Regelmäßig Wände auf Schimmelpilzbefall unter suchen.
Absolutes Rauchverbot. Schadstoffe im Tabakrauch machen die Schleimhäute der Bronchien anfälliger für Allergene. Passiv rauchende Kinder tragen ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko für Allergien der Atemwege. Kleine Passivraucher im Mutterleib sind außerdem stärker neurodermitisgefährdet.
Mehrmals täglich fünf bis zehn Minuten die Fenster weit öffnen und lüften. Lebt man in der Stadt, sollte man darauf im Frühjahr und Sommer allerdings früh am Morgen verzichten, auf dem Land am Abend. Andernfalls geraten mit der Luft auch Unmengen hochallergener Blütenpollen ins Haus.
Möglichst keine Desinfektionsmittel benutzen. Sparsam mit Putz- und Waschmitteln umgehen, auch sie können Allergien auslösen.