Bei einem auffälligen Testergebnis soll eine sogenannte Hirnstammaudiometrie Sicherheit geben. Sie wird möglichst noch am gleichen Tag, spätestens aber während der U2 durchgeführt. Durch die Hirnstammaudiometrie lässt sich feststellen, ob die Übertragung der Schallsignale ins Gehirn richtig funktioniert. Vor der Messung werden am Kopf des Kindes kleine Metallplättchen (Elektroden) auf die Haut geklebt. Über eine Sonde oder einen Kopfhörer werden dann ebenfalls Klickgeräusche in das Ohr gesendet. Über die Elektroden wird gemessen, ob die Schallwellen als elektrische Impulse aus dem Innenohr ans Gehirn weitergeleitet und verarbeitet werden. Ist die Antwort des Innenohrs oder von Teilen der Hörbahn gestört, liegt ein Hinweis auf eine Hörminderung vor. Dann sind weitere Untersuchungen notwendig.
Ergebnis ist keine Diagnose
Das Ergebnis des Hörscreenings ist keine Diagnose. Bei einem unauffälligen Ergebnis kann eine Hörstörung weitgehend ausgeschlossen werden. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet noch nicht, dass das Neugeborene schlecht hört: Nur etwa eines von 30 bis 40 im Screening auffälligen Kindern hat tatsächlich eine Hörstörung.
Bestätigen weitere Untersuchungen, dass ein Kind schwerhörig ist, lässt sich dies so wirksam behandeln, dass eine weitgehend normale Entwicklung des Kindes zu erwarten ist. "Daher ist es empfehlenswert, dass Eltern die Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen", sagt AOK-Experte Malzahn. Schwerhörige Kinder können zur Behandlung beispielsweise ein oder zwei Hörgeräte erhalten.