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Welt-Polio-Tag - Gegen Kinderlähmung

Impfen gegen Kinderlähmung
Bild: Nobilior - Fotolia.com

„Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam“ - Eine Slogan aus den 70er Jahren erlangt wieder Bedeutung, denn das Virus scheint zurück zu kehren.
In Deutschland gilt die so genannte Kinderlähmung (Poliomyelitis) aufgrund der entsprechenden Impfungen fast als ausgerottet. Kinderlähmung auch Polio genannt, wird ausgelöst durch das Poliovirus, das die muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks befällt und zu bleibenden Lähmungserscheinungen und sogar zum Tod führen kann.

Experten befürchten eine Rückkehr des Virus



Wegen der aufkommender Impfmüdigkeit in den Industrieländern warnen Gesund-heitsexperten vor einer Rückkehr des Virus. Während in Europa die Zahl der gegen Polio geimpften Menschen immer mehr abnimmt, breitet sich das Virus in Afrika und Asien wieder aus. „Aufgrund der weltweiten Mobilität ist demnach ein Impfschutz auch in Deutschland wieder sinnvoll“, erklärte eine Sprecherin des AOK-Medienservices. 2003 kam es in afrikanischen Ländern wieder zu einem Anstieg der Polio-Erkrankungen.

Welt-Polio-Tag soll Impfmüde wach rütteln



Am 28. Oktober wird deshalb der Welt-Polio-Tag begangen. Er fällt auf den Ge-burtstag des US-amerikanischen Bakteriologen Jonas Salk, der den Impfstoff gegen Polio entdeckt hat. „Ziel des Welt-Polio-Tages ist, die Bevölkerung zur Auffrischungs-Impfung zu motivieren, um eine Rückkehr der nahezu ausgerotteten Krankheit zu verhindern“, erklären auch die WHO und Unicef, die sich seit 1988 intensiv mit der Bekämpfung der Krankheit auseinandersetzen. Durch die weltweite Polio-Kampagne von Unicef, der WHO und Rotary International konnten rund zwei Milliarden Kinder geimpft werden.

Die Stiko empfiehlt eine Polio-Impfung im Säuglingsalter



Die Ständige Impfkommission, kurz Stiko, empfiehlt eine Impfung gegen Kinderlähmung bereits bei der U3, also zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche. Entgegen des Mottos „Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam“ wird heute keine Schluckimpfung mehr durchgeführt, der Impfstoff wird gespritzt. Bereits seit 1998 gibt es gegen Polio einen so genannten Totimpfstoff, der wesentlich weniger Nebenwirkungen hat.

Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt individuell beraten.

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Kommentare von Lesern:

 
Nadine, Göttingen:
10.02.2012 11:59
Impfen ist immer sinnvoll! Und wenn der Hausarzt dies ablehnt, ist er entweder schlecht informiert, oder hat nur sein Budget im Auge. Zur Not selber zahlen! Mein Vater ist aus seiner Kindheit schwer Polio geschädigt. Ich finde es unfassbar, wie viele Eltern schwere Krankheiten mit Folgeschäden riskieren, weil sie sich nicht richtig informieren.
Katja, Göttingen:
02.11.2009 11:52
Wenn "ein Impfschutz auch in Deutschland wieder sinnvoll" ist, wieso, wird dann von der Impfkomission keine Impfung für Erwachsene empfohlen?
Ich wollte meinen Polioschutz vor einiger Zeit auffrischen lassen, was der Hausarzt aber ablehnte, weil es nicht nötig sei, und die Stiko es nicht mehr empfehle. Ich weiß nicht genau, wie das geregelt ist, aber ich kann mir vorstellen, daß ich die Kosten selbst hätte tragen müssen, wenn ich auf einer Impfung bestanden hätte.
Wenn das Risiko wirklich wieder erhöht ist, sollte man nicht auch die Erwachsenen schützen?!
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