Achten Sie darauf, auf blähende Nahrungsmittel zu verzichten. Dazu gehören Zwiebeln, Lauch, Kohlarten und stark gewürzte Speisen. Auch Orangensaft, Äpfel, Pflaumen, Hefe (z.B. in selbstgebackenem Brot, Mehlspeisen), Schokolade, Kaffee und Tee können bei gestillten Kindern zu Blähungen führen. Denn die blähenden Stoffe werden durch die Muttermilch an den Säugling weiter gegeben.
Verzichten Sie einige Tage auf diese Lebensmittel und beobachten Sie, ob Ihr Baby weniger Koliken bekommt.
Rauchen Sie nicht und trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie stillen. Treten die Koliken trotz des Verzichts weiter auf, versuchen Sie einige Tage lang auf Kuhmilch und Kuhmilchprodukte zu verzichten. Denn es kann sich auch um eine Kuhmilch-Eiweiß-Unverträglichkeit oder -Allergie bei Ihrem Kind handeln.
Tipps für den Alltag:
Versuchen Sie die Tage möglichst ruhig anzugehen. Legen Sie Pausen ein und vermeiden Sie Hektik, Lärm und große Veränderungen, die Ihr Baby anstrengen können.
Mit einer Bauchmassage im Uhrzeigersinn und etwas Babyöl können Sie helfen, Blähungen zu lösen. Für eine gute Massage gibt es bei kidsgo eine Anleitung zur Babymassage
Auch helfen können alternative Heilmethoden und homöopathische Mittel zur ganzheitlichen Therapie, mehr dazu finden Sie im Internet unter Alternative Heilmethoden
Damit Ihr Baby sich entspannt ist natürlich eins noch ganz wichtig: Viel körperliche Nähe. Manchmal hilft es, das Baby herumzutragen, vor allem wenn Sie es mit dem Bauch auf Ihren Unterarm legen oder es hin und her wiegen. Hilft manchmal, aber nicht verzweifeln wenn das nicht klappt. Bei vielen Babys stellt sich der Erfolg nur kurzzeitig oder gar nicht ein. Vermeiden Sie stundenlanges Herumtragen, es hilft Ihnen und Ihrem Baby sicher nicht. Sie können es auch in eine hängende Wiege oder in den Kinderwagen legen und es in den Schlaf schuckeln. Wenn Sie sich für eine Art der Beruhigung entschieden haben, bleiben Sie dabei, wechseln sie nicht ständig die Position, das bringt viel Unruhe für das Baby. Und wenn nichts klappt, holen Sie sich Hilfe! In Ihrer Nähe gibt es bestimmt eine Schreibabyambulanz oder eine Anlaufstelle.
Wenn die Bauchschmerzen und Koliken zum ersten Mal auftreten, suchen Sie einen Kinderarzt auf. Denn es muss auf alle Fälle abgeklärt werden, ob nicht doch etwas Ernsteres hinter dem Weinen steckt.
Denken Sie aber auch an sich: Weint Ihr Baby und Sie können es einmal nicht trösten, obwohl es gefüttert, trocken und gesund ist, geben sie es an den Vater oder auch mal eine Freundin ab. Denn auch Sie müssen einmal Kraft sammeln. Buchtipps
bin echt enttäuscht, dass kidsgo mit diesem artikel praktisch komplett hinterm mond ist und leider wieder viele junge mütter quasie falsch informiert. die tatsachen haben meine vorschreiberinnen schon perfekt kommentiert...
und ums nochmal zu bekräftigen: TRAGT EURE BABYS und gerne auch stundenlang. es ist das einzig artgerechte und natürliche für sie. blähungen sind dann nebensache, weil sie dann nämlich kaum ins gewicht fallen!!!!
Maria, Kassel:
05.01.2011 22:31
Stundenlanges Herumtragen ist vermutlich das einzig gute, was man seinem Kind in schwierigen Fällen noch tun kann. Babys sind Traglinge und verzweifeln zutiefst, wenn sie in den Stunden größter Not zu allem Übel auch noch ohne Körperkontakt und somit - nach subjektivem Empfinden - ganz allein sind auf der Welt in ihrer Hilflosigkeit, voller Schmerz und Angst. Für eine gute Bindung brauchen Babys Beistand, wann immer sie in Not geraten und Beistand meint immer auch Berührung, denn nur so kann intensiver Kontakt zum Baby hergestellt werden. Babys nehmen anders wahr als Erwachsene. Sie brauchen Nähe, Wärme und Rhythmen, sprich Mamas oder Papas Geruch in der Nase, ihre kuschelige Körperwärme am Körper, den Herzschlag und die Atemzüge am Ohr und das gemütliche Schaukeln beim Gehen. Dann ist es fast wieder so schön, wie vor der Geburt und das Baby behält seinen Glauben an das Gute.
Anja Constance Gaca, Hebamme und IBCLC:
03.03.2010 21:33
Leider ist dies ein sich hartnäckig haltendes Ammenmärchen, daß "Blähstoffe" in die Muttermilch übergehen. Meist verursachen die Fasern in bestimmten Lebensmittel bei manchen Menschen Blähungen- diese sind nicht muttermilchgängig.Es gibt keine Lebensmittel, auf die Stillende von vornherein verzichten müssen.Ein abweschlsungsreicher Speiseplan sichert die Nährstoffversorgung der Mutter und das Kind lernt viele verschiedene Geschmacksnuancen über die Muttermilch kennen- ein gute Vorbereitung über die Beikostzeit.
Nur wenn sich ein tatsächlicher Zusammenhang zwischen den Blähungen des Kindes und der Nahrung der Mutter erkennen lässt, kann es sinnvoll sein, dieses Lebensmittel eine Zeit lang vom Speiseplan zu streichen.
Die pauschalen Empfehlungen für alle Stillenden auf viele (auch wertvolle und schmackhafte) Lebensmittel zu verzichten, ist wissenschaftlich nicht begründet und kann die Nährstoffversorgung sowie die Lebensqualität der Mütter einschränken.