Eine volle Windel nach der anderen, wässriger Stuhl, der unangenehm riecht – das sind typische Anzeichen dafür, dass Ihr Baby Durchfall hat. Grund ist meist eine Magen-Darm-Infektion, häufig wird sie durch Viren verursacht, seltener durch Bakterien in verdorbenen Lebensmitteln. Durchfall muss nicht bedeuten, dass es Ihrem Baby schlecht geht.
Der Darm versucht, möglichst schnell die Keime, die ihm
schaden, loszuwerden. Wenn Ihr Kind munter ist und wie gewohnt trinkt, besteht kein Grund zur Sorge. Meist ist der Durchfall nach zwei bis drei Tagen vorbei.
Das Kind braucht viel Flüssigkeit
Durch heftige Durchfälle oder zusätzliches Erbrechen verliert der Körper in kurzer Zeit viel Flüssigkeit. Für Säuglinge und Kleinkinder bis zwei Jahren besteht die Gefahr auszutrocknen – schon innerhalb weniger Stunden. Messen sie regelmäßig die Temperatur. Das Wichtigste: Sorgen Sie dafür, dass der Säugling viel Flüssigkeit bekommt. Dass Durchfallkinder nichts trinken sollen, ist ein Ammenmärchen. Um Flüssigkeit und Elektrolyte rasch wieder „aufzufüllen“, empfiehlt die Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke. So kann der Darm das notwenige Wasser am besten aufnehmen. Das Pulver sollte für Notfälle griffbereit sein, es lässt sich in abgekochtem, abgekühltem Wasser oder Tee auflösen.
Stillkinder werden weiter gestillt
Stillkinder werden weiter gestillt – die Muttermilch ist die beste „Heilnahrung“, denn sie passt sich dem Bedarf an. Kleinkindern tun stärkehaltige Lebensmittel wie Nudeln, Kartoffeln oder Zwieback gut. Auch Fett ist in Maßen erlaubt, auf Zucker sollten Sie vorerst verzichten.
Hält der Durchfall an, unbedingt Arzt aufsuchen!
Wenn der Durchfall länger als sechs Stunden anhält, bei Erbrechen oder Fieber über 39,5°C sollten Sie sofort zum Kinderarzt oder in die Notfallambulanz einer Kinderklinik. Vorsicht bei Medikamenten! Setzen Sie kein Arzneimittel ohne Absprache mit dem Kinderarzt ein.