Stoff- oder Wegwerfwindel, das ist hier die Frage.
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Wenn es um Babys Poverpackung geht, haben Sie zwei grundsätzliche Möglichkeiten: Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln. Für manche ist die Entscheidung eine Glaubensfrage, für viele eher eine pragmatische oder ökonomische Abwägung. Welche Art Windel für Ihr Baby die beste Entscheidung ist, müssen am Ende Sie entscheiden. Die Infos für Ihre Entscheidung, finden Sie bei uns.
Die Wegwerfwindeln
Bei täglich 6 Millionen verwickelten Wegwerfwindeln in Deutschland wird schnell klar: die Mehrheit der Eltern setzt auf Effizienz und Bequemlichkeit. Effizienz, weil die Wegwerfwindel mit voller Ladung schnell vom Popo genommen wird ohne dabei lang die Luft anhalten zu müssen. Bequemlichkeit, weil die Windel einfach verschlossen und im nächsten Mülleimer versenkt wird.
Die Vorteile der Wegwerfwindel liegen damit auf der Hand. Dazu versuchen die Hersteller stets die Windeln noch besser und sicherer zu „konstruieren“. Klettverschlüsse, Supersaugkörper, tolle Designs und superelastische Bündchen machen dabei den Babys das Leben so angenehm wie möglich. Die teuren und meist auch guten Windeln sind dabei wie kleine High-Tech Produkte. Entsprechend vorteilhafter gegenüber Stoffwindeln sind sie im Nässeschutz. Kaum ein Tropfen dringt nach draußen, zudem sind sie saugfähiger. Einschränkungen in der Beweglichkeit für das Baby hat dies dank der elastischen Verschlussbündchen aber nicht. Der Nachwuchs behält seinen vollen Aktionsradius.
Wählen können Sie bei den Wegwerfwindeln zwischen zwei Systemen. Bekannter sind die normalen Windeln, die mittels zweier Klebestreifen über dem Bauch des Babys geschlossen werden. Wenn Ihr Kind größer wird und beim Windeln nicht mehr allzu gern still hält, können die so genannten Pants eine Alternative sein. Sie sind wie ein Schlüpferchen und werden über die Beine auf den Popo gezogen. Ist die Windel voll, reißen Sie diese ganz einfach an den Seiten auf und entsorgen sie.
Dass in Wegwerfwindeln Schadstoffe enthalten sind, hat sich laut einem Test der Stiftung Warentest nicht erwiesen. Sämtliche Wegwerfwindeln waren dabei frei von verbotenen schädigenden Stoffen.
Wird über die Vorzüge von Stoff- und Wegwerfwindeln diskutiert, ist immer wieder zu hören, Wegwerfwindeln können bei Jungen zu Unfruchtbarkeit führen. In einer wissenschaftlich anerkannten Studie stellte Wolfgang Sippell, Professor für pädiatrischen Endokrinologie an der Universität Kiel fest, dass die Hoden in einer Wegwerfwindel einer um ein bis zwei Grad höheren Temperatur gegenüber einer Stoffwindel ausgesetzt sind. Ob das schädigende Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit hat, darüber streiten die Experten. Fakt ist: Eine wissenschaftliche Untersuchung die einen Zusammenhang zwischen Wegwerfwindeln und Unfruchtbarkeit herstellt, gibt es bislang nicht. Ärzte raten aber zur täglichen Windelpause, darüber freut sich mit Sicherheit auch Ihr Baby.
Dennoch sind Wegwerfwindeln mitunter am Popo unverträglicher als Stoffwindeln. Hier kann oft schon helfen, einfach nur die Windelmarke zu wechseln. Auch in Bezug auf die Passform kann probieren zur optimalen Windel führen.
Der gesteigerte Aufwand bei der Entwicklung und Produktion schlägt sich im Preis nieder. Wegwerfwindeln sind teuer. Eine gute Windel kann schon mal 30 Cent kosten, was bei 5 bis 6 vollen Windeln täglich am Monatsende ein erkleckliches Sümmchen ergibt. Wenn Sie auf Sonderangebote achten oder günstige, aber dennoch gute Windeln nutzen, können Sie jedoch eine Menge Geld sparen.
Wegwerfwindeln sind nicht nur teuer, sondern produzieren einen gehörigen Müllberg. Im Laufe der Windelzeit kann dieser schon mal eine Tonne schwer werden. Veranschaulicht: Wenn Sie die angefallene Windelmenge in Einkaufswagen packen würden, hätten Sie einen Kolonne von rund 75 Wagen, bis Ihr Kind trocken ist. Da kommt eine Menge zusammen, was sich auch ökologisch bemerkbar macht.
Ein besonders wichtiger Aspekt wird ueberhaupt nicht angesprochen: Stoffwindeln ermoeglichen in der Regel das zur Ausbildung der Huefte wichtige Breitwickeln. Stoffwindeln werden zu kompliziert dargestellt! Es gibt all-in-one Systeme bei deren Gebrauch kein Unterschied zu Wegwerfwindeln besteht. Auch wird die Lagerung ueber dramatisiert. Bei einer gewissen Grundanzahl kann man die Windeln auf dem Balkon sammeln und bei eintsprechender Menge waschen. Schon bei 60Grad werden die wieder super sauber und man hat nur die sauberen laenger in der Hand.
Eleonore, Mosby, Norwegen:
24.10.2011 11:52
Das in diesem Artikel nur die Mullwinndel als Stoffwindel angedeutet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Gibt es doch schon seit Jahren die ausgeklügelsten Stoffwindelmodelle, die ihn ihrer Handhabung nicht komplizierter sind als Wegwerfwindeln. Zudem kann man/frau die Windel dem Wetter, der Situation und dem Entwicklungsstand besser anpassen, als eine Wegwerfwindel. Die Auswahl ist riesig, auch was den Äussersten Nässeschutz betrifft.
Ich selber habe bei meinen Töchtern beides benutzt und wenn meine Kinder wählen durften, haben sie die Stoffvariante vorgezogen, obwohl das Windelpaket etwas dicker war. Sie sind genau wie alle anderen herumgetobt und geklettert, und waren Beide aus eigenem Antrieb um den 2. Geburtstag herum trocken. Da Beide bei jedem Windelwechsel lospullerten habe ich sie auch sobald sie sitzen konnten auf denTopf gestzt und so musste ich nicht öfter wickeln als Wegwerf-gewindelte-Kinder. Das grosse Geschäft ging so auch bald automatisch in den Topf, was mir deutlich einfacher scheint als wenn man auf dem Hintern sitzt und es rausdrücken soll und ich musste nicht den sch... vom Popo kratzen. Ich war und bin also von Stoffwindeln überzeugt und werde sie beim nächsten Kind wieder benutzen. Und über den ökologischen Aspekt braucht man eigentlich ja nichts mehr sagen....
Iris, Köln:
02.07.2011 13:58
Zu den Papierwindeln:
Streng genommen darf der feste Inhalt NICHT in die Mülltonne, d.h. eigentlich müssten die Papierwindeln in der Toilette ausgeleert werden. (Fäkalien sind KEIN normaler MÜLL und führen zu Methangasentwicklung bei Verbrennung.)
Zu den Stoffwindeln:
Der Nässeschutz ist nach meiner Erfahrung eine Frage des Systems und i.d.R. eher besser als bei Papierwindeln. Allerdings muss man ca. 1x mehr/Tag wickeln. -- Man kann auch einen Zappelphillip mit der richtigen Windel ganz schnell wickeln. Es gibt Systeme, die sich im Prinzip nicht von Papierwindeln unterscheiden, z.B. Windelhöschen mit Klett, mit integriertem Nässeschutz. -- der Aufwand bei Stoffwindeln wird m.E. grundsätzlich überschätzt. Ich habe 2 Kids, eines mit Stoff gewickelt und teilzeit gearbeitet/studiert und bin nicht in Wäsche "erstickt".
Zu empfehlen zur Information über Stoffwindeln ist diese nichtkommerzielle Homepage: www.naturwindeln.de
Anne , Hamburg:
05.06.2011 18:30
Ich möchte an dieser Stelle auf kompostierbare Wegwerfwindeln aufmerksam machen. Sie sind biologisch abbaubar und bleiben daher nicht als Müllberg zurück. Preislich unterscheiden sie sich kaum von teuren "Plastikwindel"-Marken.
Der einzige Nachteil, den ich feststellen musste: sie "halten" nicht so viel, aber so kommt Baby öfter zu einer frischen Windel :)
Viele Informationen zu Stoffwindeln, unter anderem auch die richtige Wickeltechnik, erhalten Sie bei www.naturwindeln.de
Windeldienst
Einen Windeldienst in Ihrer Nähe, der Ihnen die schmutzingen Windeln abholt und gewaschen wieder bringt, finden Sie hier: www.windeldienst.de
Leserhinweis
Hallo Kidsgo-Team,
ich bin sehr gern auf eurer Seite und neuerdings auch im forum. Grad las ich den Bericht über die Stoffwindel. Wie kommt ihr darauf, dass sie kompliziert zu wickeln sind?? Die meisten benutzen Windelhöschen, die schließt man genauso wie Wegwerfwindeln. Das Große Geschäft geht in das Windelvlies. Dies wird weggeworfen, die Windel in einen Windelbeutel. Und weiter geht die Fahrt.
LG Claudia