In der Babypflege schadet jede Übertreibung. Weniger ist mehr!
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Zu viel Liebe können Sie Ihrem Baby bestimmt nicht geben, wohl aber ein Zuviel an Pflege. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Säuglinge täglich gebadet. Inzwischen raten Experten davon ab. „Heute denkt man über vieles anders, was früher selbstverständlich war“, betont Petra Maurice, Geburtsvorbereiterin aus Düsseldorf. „Ein Bad in der Woche reicht vollkommen aus. Es genügt, das Kind täglich einmal mit warmem Wasser und einem weichen Waschlappen zu säubern.“ „Bloß keine Seife“, sagt auch Kinderärztin Dr. Karla Rinschen von der Kinderklinik im Evangelischen Krankenhaus in Lippstadt. „Sie greift den Säureschutzmantel der Haut an und es kann zu Austrocknung, Reizungen und sogar Infektionen der Haut kommen.“
Babys Duft ist unvergleichlich
Neugeborenen fehlt der Säureschutzmantel sogar noch ganz. Ihre Haut hat einen so genannten „neutralen pH-Wert“. Erst nach etwa sechs Wochen geht der pH-Wert in den „sauren“ Bereich über und die Haut wird widerstandsfähiger. Wer nicht darauf verzichten möchte, kann beim Baden milde, seifenfreie Badezusätze speziell für die zarte Babyhaut verwenden, die natürlich keine Farb- und Konservierungsstoffe und möglichst auch keine künstlichen Duftstoffe enthalten sollen. Schließlich riechen Babys von Hause aus unvergleichlich gut. Aber das ist nicht der einzige Grund. „In meinen Augen gehören diese Duftstoffe zu den größten Allergieauslösern weltweit,“ sagt Petra Maurice, die auch examinierte Krankenschwester ist. „Pflege ist aber nicht nur Hautreinigung,“ sagt sie, „gleichzeitig erfährt das Baby eine innige Zuwendung über den Hautkontakt, der sich mit einer Babymassage noch intensivieren lässt.“
Stillen schützt vor Allergien
„Auch wenn es nur indirekt etwas mit der Pflege zu tun hat, muss man es in diesem Zusammenhang erwähnen,“ betont Dr. Karla Rinschen, „der beste Schutz vor Allergien ist das Stillen, vor allem in den ersten sechs Lebensmonaten. Auch wenn der Säugling industrielle Babynahrung bekommt, in beiden Fällen gilt, in den ersten sechs Monaten Hände weg von jeglicher Beikost, keine Bananen, keine Karotten, nicht einmal Tee.“
Sanfte Massage ist schon dem Neugeborenen vertraut, schließlich wurde es auch im Mutterleib von allen Seiten berührt. Das Bedürfnis nach Anregung und Kontakt über die Haut bleibt ein Leben lang bestehen, ist aber am intensivsten in der frühen Phase der Entwicklung. Untersuchungen haben gezeigt: Babys, die regelmäßig gestreichelt und massiert werden, sind aufmerksamer und neugieriger und werden mit Stress besser fertig. Mütter und Väter werden durch die Massage sicherer im Umgang mit ihrem Kind, lernen die Körpersprache des Säuglings besser zu verstehen. Eine Jahrhunderte alte Tradition neu entdeckt.
Das sollten Sie wissen!
• Bei der Geburt ist die Haut normalerweise steril
• Der pH-Wert der Hautoberfläche eines Neugeborenen liegt bei 6,5 und sinkt in den ersten Lebenswochen auf den dann beständigen Wert von 5,5
• Die Haut Ihres Babys braucht ein Jahr, um sich an die Welt zu gewöhnen Babyhaut ist fünfmal dünner als die Haut eines Erwachsenen. Gleichzeitig ist die Hornschicht weniger widerstandsfähig Das Verhältnis von Hautoberfläche zum Körpervolumen ist bei Babys wesentlich größer als bei Erwachsenen
• Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich ein Meter Blutgefäße, vier Meter Nervengeflecht und hunderte von Schweiß- und Talgdrüsen. Die Produktion der Talgdrüsen in der Kinderhaut ist bis zur Pubertät stark vermindert Babys haben durch die sehr geringe Melanin-produktion keinerlei Eigenschutzmechanismen gegen Sonnenstrahlen.