Mehr als 3 Millionen Unfälle geschehen jedes Jahr in den Haushalten. Opfer sind häufig Kinder. Sie sind sogar laut Statistik durch Unfälle mehr gefährdet als durch Krankheiten. Hauptunfallort ist übrigens die Küche. Doch Unfälle sind vermeidbar. Auch wenn man kein Kind in Watte packen kann, ohne seine Lebensqualität drastisch einzuschränken, müssen Gefahrenpotentiale vor allem im Haushalt, dem ersten Umfeld des Kindes, entschärft werden.
Fest steht: Jeder Haushalt birgt Unfallgefahren, einen absolut sicheren Haushalt gibt es nicht! Doch mit wenigen Vorsichtsmaßnahmen können Sie die Hauptgefahren einschränken, ohne den Aktionsbereich Ihres Kindes zu behindern.
Spätestens wenn Ihr Sprössling ein halbes Jahr alt ist, müssen Sie mit den Unfallverhütungs- maßnahmen beginnen, da sich der Aktionsradius Ihres Kindes ab dann rasch erweitert: Drehen, Rollen, Krabbeln, Laufen, Klettern! Ein Säugling ist übrigens am häufigsten durch Abstürze (vom Wickeltisch, Kinderwagen etc.) und durch Verbrühungen (Heranziehen von Gegenständen, z.B. Kaffeetassen) gefährdet!
Hier die wichtigsten Gefahrenquellen: Und auch wenn das Ganze wie ein Horrorszenario klingt, sollten sich Eltern wenigstens einmal damit auseinander setzen.
Die Küche
Die Küche ist für Säuglinge und Kleinkinder, wie bereits gesagt, ein besonders gefährlicher Ort. Sie sollten Ihr Kind hier grundsätzlich beaufsichtigen. Es drohen beispielsweise Vergiftungen und Verätzungen durch Putzmittel oder andere Haushaltschemikalien und Arzneimittel, die für Kinder leicht zugänglich sind. Verbrennungen entstehen meist am Herd (beim Öffnen der Ofenklappe und an heißen Herdplatten, besonders beim Besteigen eines Stuhles); Verbrühungen durch Herabziehen von Gefäßen mit heißem Inhalt von Herd oder Küchentisch; Kopfverletzungen beim Herabziehen von Elektro-Gegenständen am Kabel – z.B. Bügeleisen, Haushaltsmaschinen, Telefon); Stürze aus oder mit dem Kinderstuhl, wenn das Kind nicht oder falsch angeschnallt ist oder sich vom Tisch abstoßen kann; Ersticken (Überstülpen einer Plastiktüte über den Kopf).
Das Kinderzimmer
Im Kinderzimmer sind typische Unfälle Sturz von der Wickelkommode oder aus dem Kinderbett (wichtig: rechtzeitig die Matratze absenken und den Ausstieg durch Herausnahme von Gitterstäben ermöglichen); Ersticken von Säuglingen unter dem Kopfkissen; Erdrosselung (durch quergespanntes Spielzeug im Bett); Verletzungen (scharfe Möbelkanten und -ecken).
Das Wohnzimmer
Im Wohnzimmer werden Gefahren für Kinder häufig unterschätzt, vor allem, wenn sie sich hier seltener aufhalten. Typische Kinderunfälle sind hier: Vergiftungen von Säuglingen und Kleinkindern durch Tabakwaren; Verletzungen durch umkippende Möbel, Regale oder andere Gegenstände mit schmaler Standfläche – z.B. Fernseh-Gerät, an denen sich Kinder hochziehen oder hochklettern (wichtig: schmale Standregale unbedingt an der Wand verankern!).
1. Die Aufbewahrung gefährlicher Substanzen (Putz- und Waschmittel) nur unter Verschluss und außerhalb der Reichweite von Kindern.
2. Arzneimittel grundsätzlich in einer verschlossenen Hausapotheke aufbewahren. Die meisten durch Arzneimittel bedingten Kindervergiftungen entstehen dadurch, dass Medikamente bei Erkrankungsfällen in der Familie in den Aktionsbereich der Kinder geraten.
3. Alle Steckdosen im Haus mit Schutzvorrichtungen sichern! Dies gilt auch für Steckdosen, die in ständigem Gebrauch sind (z.B. Mehrfach-Stecker auf Fußböden) oder nicht in Fußbodennähe montiert sind.
4. Ein Schutzgitter vor dem Backofen vermeidet Verbrennungen.
6. Abgestellte Hand- und Einkaufstaschen außerhalb der Reichweite von Kindern abstellen. Sie sind für kleine Entdecker besonders interessant (Vergiftungen durch Parfüm, Zigaretten, Arzneimittel, eingekaufte Putzmittel und Haushaltschemikalien).
7. Ein Laufstall, der nicht als ständiger Verwahrort benutzt wird, kann das Kind in Situationen schützen, in denen eine Beaufsichtigung nicht lückenlos möglich ist (z.B. beim Kochen, Telefonieren, Gang zur Wohnungstür).
9. Wasserstellen unbedingt durch Zäune, noch besser durch Abdeckungen sichern.
10. Vor allem kleinere Kinder niemals unbeaufsichtigt mit einem Haustier allein lassen. Auch der liebste „Bello” und die sanfteste „Mieze” können einmal unberechenbar reagieren.