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Erste Hilfe bei Vergiftungen

Putz- und Reinigungsmittel oft Ursache für Vergiftungen bei Kindern
Bild: Torsten Schon - Fotolia.com

Kurz weggeschaut und schon ist es passiert? Ihr Kind hat einen Schluck vom Putzmittel genommen. Oder sich den ätzenden Entkalker in die Augen gewischt? Jetzt bloß keine Panik!
So verständlich Ihre Sorge auch ist, Panik verunsichert Ihr Kind und veranlasst Sie zu unüberlegtem Handeln. Dasselbe gilt für gewaltsame Versuche, ihr Kind zum Erbrechen zu veranlassen. Solche Gewaltaktionen stressen alle Beteiligten. Außerdem können dabei reizende Stoffe in die Atemwege gelangen, wo sie noch größeren Schaden als im Magen anrichten. Besser: Tief durchatmen und dann strategisch vorgehen. Dabei hilft die folgende Liste – die Sie in weiser Voraussicht am Kühlschrank oder neben dem Telefon befestigt haben.
Schritt 1:
Ruhe bewahren und das Kind beruhigen!

Schritt 2:
Nicht schimpfen oder mit Gewalt zu etwas zwingen!

Schritt 3:
Geben Sie Ihrem Kind Tee, Wasser oder Saft zu trinken!


Wenn die Augen betroffen sind ... ausspülen!

Augen mit lauwarmem Wasser, zum Beispiel aus einer Kanne, einem Glas oder der Wasserleitung (nicht zu starker Strahl), zirka 10 Minuten lang ausspülen. Das Kind dabei mit den Augen blinzeln lassen.

Wenn die Haut betroffen ist ... ausziehen!

Kleidung entfernen und die betroffene(n) Stelle(n) sanft mit lauwarmem Wasser und Seife abwaschen.

Wenn Ihr Kind erbricht ... stützen!

Kind in Bauch- und Kopftieflage halten. Stützen Sie den Kopf Ihres Kindes mit der Hand ab.

Niemals! ... niemals Salz oder Milch!

Bitte versuchen Sie niemals Erbrechen mit Kochsalz auszulösen. Und geben Sie Ihrem Kind auf gar keinen Fall Milch! Milch fördert die Aufnahme vieler Stoffe aus dem Darm und bereits ein Teelöffel Salz kann beim Kleinkind viele Gehirnfunktionen lebensbedrohlich stören.

Geeignete Gegenmittel ... aus der Apotheke!

Bei Vergiftungen bitte keine Hausmittel verabreichen. Geeignete Gegenmittel, zum Beispiel Medizinalkohle (10 g als Pulver) oder „entschäumende“ Arzneimittel sind in der Apotheke erhältlich. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker danach.

Giftnotruf! ... anrufen!

Bevor Sie das Erbrechen "künstlich" auslösen auf jeden Fall Kontakt mit dem Gifnotruf aufnehmen. In Großstädten sind oft zusätzliche Giftinformations- und beratungszentren zu finden.

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Bundesweiter Giftnotruf

0228.19240

Ihre nächste Giftinformationszentrale bei der Sie sich sofort ärztlichen Rat einholen können:

Informationszentrale gegen Vergiftungen

Zentrum für Kinderheilkunde der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
Adenauerallee 119
53113 Bonn

Sie erhalten in Vergiftungsfragen 24 h am Tag eine kostenlose Beratung unter folgender Notrufnummer:

0228.19240 oder 0228.287-3211

Weitere Infos unter:
www.meb.uni-bonn.de/ giftzentrale/

Erste-Hilfe-Kurse beinhalten u.a. die Erstversorgung im Vergiftungsfall. Termine für Ihre Region finden Sie bei uns hier.

Was muss die Notrufzentrale wissen – Die fünf Ws zum Merken


Wer?
Wem ist etwas passiert? Kind, Erwachsenen? Wie alt und wie schwer ist die Person?

Was?
Was wurde eingenommen? Medikament, Pflanze/Pflanzenteil, Haushaltsmittel (Produktname, Firma), Drogen, Sonstiges?

Wann?
Wann ist es passiert?

Wie(viel)?
Wie viel wurde von der Substanz aufgenommen?

Wie wurde es eingenommen? Wurde die Substanz getrunken/gegessen, Per Hautkontakt aufgenommen oder eingeatmet?

Wie geht es dem Betroffenen? Erbrechen, Müdigkeit, Schmerzen?

Wie haben Sie reagiert? Was bereits unternommen?

Wo?
Wo ist es passiert?

Last, not least, bitte nicht vergessen, mitzuteilen: Wer ruft an? (Rückrufnummer bitte angeben).

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