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Spielplatz oder Fernseher?

Lieber draussen spielen als drinnen fernsehen!

Für Prof. Dr. Gerald Hüther ist die Antwort auf diese Frage klar: “Ihre wichtigsten Fertigkeiten sammeln Kinder nun einmal im gemeinsamen Lernen und Gestalten mit anderen Kindern.“ Aus seiner Perspektive gibt es keine geeigneten Sendungen für Kleinkinder; er vertritt gar die Ansicht, dass Kinder vor der Einschulung am besten ganz und gar fernsehfrei aufwachsen sollten.
Maya Götz, selbst Mutter zweier Vorschulkinder, ist nicht ganz so streng: „Fernsehen sollte auf keinen Fall die Hauptbeschäftigung des Kindes sein. Daumenregel: 30 Minuten pro Tag, lieber kürzer.“ Wichtig ist auch, dass Eltern nach Möglichkeit mit ihren Kindern fernsehen – und zwar nach gemeinsam vereinbarten Regeln. Trotzdem: Am besten sei immer noch das gemeinsame Erleben, betont auch Götz und an Alternativen zur Flimmerkiste mangelt es ja kaum. Rennen, toben, in Ruhe in Büchern stöbern, raufen, quatschen und singen. Und das vor allem mit anderen Kindern. Und wenn es mal ganz langweilig ist: aushalten. Denn oft entsteht daraus die beste Spielidee.

ANNETTE HARASIMOWITSCH

Dauerbrenner Vorbildfunktion

Kinder sind „Nachmacher“ – und die Eltern sind die Vorbilder, die es zu imitieren gilt. „Wir hocken uns lieber vor die Glotze als selbst aktiv zu werden.“, sagt Prof. Dr. Gerald Hüther. Kein Wunder also, wenn Kinder es ihren Eltern gleichtun. Das Umdenken fällt mitunter schwer, aber wie wäre es erst einmal mit einem fernsehfreien Tag – dem Sonntag vielleicht? – an dem sich jeder reihum aussuchen darf, was die Familie unternimmt: Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Kekse backen und Freunde einladen oder einfach einen vermeintlich unspektakulären Spaziergang machen. Genauso, wie das Fernsehen zur Gewohnheit wird, so kann man sich auch an einen solchen Tag – oder mehrere – gewöhnen und erkennen, wie viel Spaß es macht, die „Glotze“ ausgeschaltet zu lassen.
TEIL 4

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Kommentare von Lesern:

 
bubu koln:
18.07.2011 10:03
ich finde kinder haben rechte fern zu sehen
Anna Düsseldorf:
11.10.2010 16:37
meine tochter ist 18 monate und schaut schon ab und an juniorsender die POLPS an.dann fängt sie an mit den händen zu klatschen und tanzt bzw. wippt die ganze zeit.dabei spricht sie und macht die figuren nach.lach.
ich finde,dies ist eine wunderbare belgische kinderserie.unglaublich gut gemacht.
Nici31, Köln:
04.08.2010 13:24
Ich habe eine 2 Jährige Tochter. Ich schaue mit ihr morgens ab und zu (nicht täglich) die Sendung mit dem Elefanten und bespreche alles was wir sehen. Sie ist immer sehr aufmerksam dabei und bennent die Dinge die sie sieht. Abends gibts dann noch den guten alten Sandmann. Also darf sie max 40 Minuten täglich TV gucken. Solange ich sie nicht zum "ruhigsein" vor dem TV platziere und die altersgerechten Sendungen mit ihr zusammen schaue, finde ich das okay. Den Rest des Tages bleibt dann noch genug Zeit zum toben, tanzen, klettern und lesen. Ich finde das Thema TV wird oft zu schwarz weiß gesehen. Es ist doch wie mit allem: Maßvoller Umgang ist das A und O! Und das können auch schon die kleinsten lernen.
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Professor Dr. Gerald Hüther



Professor Dr. Gerald Hüther, Jahrgang 1951, ist selbst dreifacher Vater und Großvater. An der Psychiatrischen
Klinik der Universität Göttingen leitet er die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/ Heidelberg. Er befasst sich mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung sowie mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen.
Mit Sachbüchern, Vorträgen und Kongressen macht Prof. Dr. Gerald Hüther die Erkenntnisse der Hirnforschung möglichst vielen Menschen zugänglich - zuletzt mit dem Buch „Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn“. Und er bemüht sich, diese Erkenntnisse umzusetzen: in Netzwerken wie der SINN STIFTUNG, dem WIN-FUTURE - Bildungsnetzwerk oder dem Nationalen Netzwerk Frühe Hilfen.

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