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Kinder vor dem Fernseher

Wieviel Fernsehen verträgt ein Kind?

Ruhig und lieb sind Kinder ja, wenn sie vor dem Fernseher sitzen: vollkommen eins mit sich und dem Gewimmel auf dem Bildschirm. Doch was passiert in ihrem Gehirn, wenn sie sich berieseln lassen? „Nicht viel“, sagt der Hirnforscher und Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther und erklärt, wie ein Kindergehirn auf Nachmittage auf dem Spielplatz reagiert und wie auf solche vor dem Fernseher.

Ein Blick zurück – die Teletubbies sind da



Rund zehn Jahre ist es her, seit sich vier bunte Pummelchen mit sehr reduziertem Wortschatz (ha ho, ah oh und winke winke) in der deutschen Fernsehlandschaft tummelten. Im Auftrag der BBC erdacht, wurden die Teletubbies im März 1999 im Kinderkanal (KIKA) erstmals auf ihre Zielgruppe – Kleinkinder bis maximal fünf Jahre – losgelassen. Warum nur, fragten damals kritische Stimmen, sollten Kleinkinder sowas gucken? Und warum sollten Kleinkinder überhaupt fernsehen?

Weil, so erklärten die Betreiber des KIKA (ARD und ZDF), die Kleinen doch eh vor dem Fernseher säßen: dann sollten sie doch lieber etwas Altersgerechtes schauen. Und das war auch noch wissenschaftlich abgesegnet: ganz und gar unschädlich sei der ganze Spaß. Seit Oktober 2009 gibt es auf KIKA nun eine „neue Vorschulwelt“: Kikaninchen. Ein „aufgewecktes und fantasievolles“ Kaninchen begleitet die „jüngsten Fernsehzuschauer“ durch das Programm, von 6.50 bis 10.25 Uhr. Die Argumentation für das neue Format kommt einem bekannt vor: es sei Fakt, sagt Steffen Kottkamp, Programmgeschäftsführer des KIKA, dass in fast allen Familien auch die Dreijährigen Fernsehen guckten – nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF /GfK-Fernsehforschung) bis zu 73 Minuten täglich. Natürlich müsse und solle kein Kind fernsehen, da sie es aber tun, sehe sich KIKA „in der Verantwortung, diesen Zuschauern ein ihrem Alter entsprechendes Programm anzubieten.“

Die Befürworter dieser speziellen Kinderprogramme,
so zum Beispiel Dr. Maya Götz, Leiterin im Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk, argumentieren mit dem Inhalt der Programme: gewalt- und werbefrei, ganz auf die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse seien sie zugeschnitten, sie förderten gar die Sprachkompetenz.

kidsgo Tipp

Alle Mamas und Papas besitzen Dinge, die nicht jeden Tag zum Spielen herausgegeben werden: Papas Taschenlampe, Mamas alte Kette oder einfach ein besonderes Küchengerät, kleine Spielsachen wie spezielle Stifte, die es nur zu besonderen Zeiten gibt. Packen Sie diese Gegenstände in eine „Zauberkiste“ und holen Sie sie zu besonderen Anlässen hervor. Schon ist der Knirps für einige Zeit beschäftigt.
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Kommentare von Lesern:

 
bubu koln:
18.07.2011 10:03
ich finde kinder haben rechte fern zu sehen
Anna Düsseldorf:
11.10.2010 16:37
meine tochter ist 18 monate und schaut schon ab und an juniorsender die POLPS an.dann fängt sie an mit den händen zu klatschen und tanzt bzw. wippt die ganze zeit.dabei spricht sie und macht die figuren nach.lach.
ich finde,dies ist eine wunderbare belgische kinderserie.unglaublich gut gemacht.
Nici31, Köln:
04.08.2010 13:24
Ich habe eine 2 Jährige Tochter. Ich schaue mit ihr morgens ab und zu (nicht täglich) die Sendung mit dem Elefanten und bespreche alles was wir sehen. Sie ist immer sehr aufmerksam dabei und bennent die Dinge die sie sieht. Abends gibts dann noch den guten alten Sandmann. Also darf sie max 40 Minuten täglich TV gucken. Solange ich sie nicht zum "ruhigsein" vor dem TV platziere und die altersgerechten Sendungen mit ihr zusammen schaue, finde ich das okay. Den Rest des Tages bleibt dann noch genug Zeit zum toben, tanzen, klettern und lesen. Ich finde das Thema TV wird oft zu schwarz weiß gesehen. Es ist doch wie mit allem: Maßvoller Umgang ist das A und O! Und das können auch schon die kleinsten lernen.
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Professor Dr. Gerald Hüther



Professor Dr. Gerald Hüther, Jahrgang 1951, ist selbst dreifacher Vater und Großvater. An der Psychiatrischen
Klinik der Universität Göttingen leitet er die Zentralstelle für Neurobiologische Präventionsforschung der Universitäten Göttingen und Mannheim/ Heidelberg. Er befasst sich mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung sowie mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen.
Mit Sachbüchern, Vorträgen und Kongressen macht Prof. Dr. Gerald Hüther die Erkenntnisse der Hirnforschung möglichst vielen Menschen zugänglich - zuletzt mit dem Buch „Männer – Das schwache Geschlecht und sein Gehirn“. Und er bemüht sich, diese Erkenntnisse umzusetzen: in Netzwerken wie der SINN STIFTUNG, dem WIN-FUTURE - Bildungsnetzwerk oder dem Nationalen Netzwerk Frühe Hilfen.

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Vielen Dank für die schönen Illustrationen zum Thema an unsere Zeichnerin Rikki. Mehr von ihr unter www.comiczoo.de/rikki
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