Jedes Baby möchte gerne saugen, die einen mehr, die anderen weniger. Egal für welchen Weg des Beruhigungs- saugens man sich entscheidet, ein gezieltes bewusstes Einsetzen ist das Ausschlaggebende, gezielt eingesetzt wie ein Medikament. Ein Kind sollte nie gegen seinen Willen zum Saugen überredet (“zugestöpselt“) werden. Manchmal wollen Kinder auch nur gehalten und getragen werden. Anderen Kindern ist einfach nur langweilig und sie brauchen Hilfe, in ein Spiel zu finden.
Wenn ein Kind saugen möchte, ist die Empfehlung der ersten Wahl, es zu stillen, bis es die Brust von selbst loslässt. Beim Stillen braucht man sich keine Gedanken zu machen, wo jetzt wieder der Schnuller ist, ob er auch sauber ist, ob es vielleicht dem Kiefer schadet oder das Baby doch Hunger hat. An anderen Beruhigungssaugern (Finger der Eltern, Schnuller o. a.) sollte man das Baby solange saugen lassen, wie es dies wirklich braucht. Dabei aber sollte man das Kind nicht sich selbst überlassen, sondern begleiten, ihm Nähe geben (ein Kind, das Saugen will, kann seinen Kummer noch nicht selbst austragen). Anschließend sollte der Beruhigungssauger wieder bewusst weggeräumt werden. Das Kind braucht dann vielleicht noch etwas Nähe oder Begleitung, um wieder in ein freies Spiel zu finden. Kinder, die als Baby ihr Saugbedürfnis stillen konnten, zeigen später weniger sekundäre Habits (Nägelbeißen, Stifte kauen, Lippen saugen, ...).
Wenn Kinder Tag ein Tag aus gar nicht mit dem Saugen aufhören wollen – sowohl an der Brust wie an anderen Beruhigungssaugern –, sollte das als emotionaler Hilfeschrei des Kindes wahrgenommen und dem nachgegangen werden. Was kann dahinter stecken, dass mein Kind so an mir oder seinem Schnuller, Daumen etc. hängt? Was braucht es eigentlich?
Dieser Artikel ist Bestandteil unserer dreiteiligen Serie “Die Entwicklung des Kindes“. Wenn Sie alle Artikel lesen oder zurück zur Übersicht möchten, dann klicken Sie bitte hier .