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Bloß kein Topftraining

Zum Erfolg führen nur Geduld und Gelassenheit
Bild: Pavel Reband - Fotolia.de

Haben Sie auch den Ehrgeiz, dass Ihr Kind so früh wie möglich sauber wird? Eine vergebliche Mühe, so lange Ihr Sprössling sich noch nicht so weit entwickelt hat, dass er die Schließmuskulatur von Blase und Darm beherrschen kann. Die Zeitspanne, in der dieser Reifeprozess abgeschlossen wird, ist groß: Zwischen 18 und 30 Monaten beginnt ein Kind willentlich zu steuern, ob etwas ins Höschen geht oder nicht. Topftraining bringt also gar nichts. Ersparen Sie sich und Ihrem Kind diesen überflüssigen Stress.
Sicher kann man schon sieben, acht Monate alte Babys übers Töpfchen halten. Mal mit, mal ohne Erfolg. Reiner Zufall eben. Wirklich sauber wird ein Kind in der Regel um den dritten Geburtstag herum. Denn zum Sauberwerden gehört, dass sich die Kinder komplizierter körperlicher Vorgänge bewusst werden. Sie müssen den Drang von Blase oder Darm spüren und einordnen, was das Blubbern in ihrem Bäuchlein bedeutet. Dann kommt ja auch noch hinzu, den Drang so lange zu unterdrücken, bis das „Örtchen“ erreicht ist.

Das große und kleine Geschäft muss für Ihr Kind zum natürlichen Vorgang werden. Lob und Bewunderung sind weit effektiver als Schimpfen und Drohen. Auf keinen Fall darf Ihr Kind aus Ihrem Verhalten schließen, das Ergebnis seiner Verdauung sei etwas, wovor man sich ekelt. Für Ihr Kind ist das „Geschäftchen“ ein Teil von ihm selbst. Daher sollte man den Topfinhalt auch nicht sofort wegkippen oder auf die Spülung drücken, sondern dem Kind erklären, dass das Reste sind, die sein Körper nicht mehr braucht. Außerdem könnte das Kind sonst auch nicht verstehen, warum die Großen diesen Vorgang so wichtig nehmen. Die meisten Kinder sind erst sauber und danach trocken. Sie brauchen zunächst tagsüber keine Windel mehr.Wenn ein Kind die nötige Reife hat, kann es ganz schnell gehen, manchmal sogar von einem Tag auf den anderen. Aber haben Sie Geduld! Je gelassener Sie bleiben, umso eher klappt es.

Um es in Zahlen einer amerikanischen Studie zu verdeutlichen: Etwa mit zwei-einhalb Jahren braucht jedes fünfte Kind am Tag kaum noch Windeln. Mit dreieinhalb sind es bereits fast 90 Prozent. Mädchen sind früher dran als Jungen. Während etwa 70 Prozent der Mädchen mit drei Jahren sauber sind, ziehen die Jungen mit nur etwas über 50 Prozent hinterher.
Auch Nachahmung spielt eine Rolle: Kinder mit älteren Geschwistern wollen in der Regel schneller aufs Töpfchen als Kinder mit jüngeren Geschwistern. Vorsicht, wenn das Kind zum ersten Mal den „großen Thron“ besteigt. Ein Hineinrutschen in die große Toilettenschüssel kann ein Riesenschreck werden. Hier schaffen spezielle Sitzverkleinerer Abhilfe.
Grundsätzlich gilt: Das Sauberwerden ist ein Reifungsprozess, keine Erziehungssache.
Wichtige Signale - So erkennen Eltern, dass ihr Kind „sauber“ wird:
  • Das Kind verrät mit seiner Mimik, dass etwas in seinem Körper passiert. Es verzieht beispielsweise das Gesicht, wenn etwas in die Windel geht.
  • Das Kind deutet auf die Windel und sagt „a a gemacht“
  • Es möchte von sich aus eine frische Windel.
  • Das Kind zeigt Interesse daran, wenn Eltern oder Geschwister zur Toilette gehen.
  • Es versteht den Unterschied zwischen trocken und nass.
  • Das Kind bleibt bereits über einen längeren Zeitraum (mindestens zwei Stunden) trocken.
  • Es kann allein und ohne Hilfe auf dem Töpfchen sitzen.

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Kommentare von Lesern:

 
Christian, Frankfurt:
02.09.2010 23:13
Wir haben zwei Kinder 2,5 und 4 Jahre beide sind "trocken" hört sich echt bescheuert an, beide haben es alleine gelernt ihren Darm und Blase zu kontrollieren. Wir haben es ihnen vorgemacht, d.h. wenn wir zur Toilette gehen ist die Tür auf, und unsere Kinder haben gesehen was wir machen. Igrenwann kam der Punkt, wo die WIndel gestört hat und sie auch auf Toilette wollten.
Übrings, das Essen haben wir unseren Kindern nicht beigebracht, sie waren beide von Anfang an in der Lage Nahrung in sich aufzunehmen. Sie haben bei uns abgeschaut, die ertsen zwei Jahre waren echt eine schweinerei, aber jetzt essen sie echt super. Kinder lernen mehr als wir uns als Eltern manchmal vorstellen, man muß ihnen nur den Freiraum, die Möglichkeiten und vor allem Geduld und Zeit geben!!!!!!
Anja, Frankfurt/M.:
02.09.2010 22:36
Diese übereifrigen Mütter, welche meinen, sie müßten ihr Kind bereits mit einem Jahr von der Windel entwöhnen, haben m.E. das größte Problem mit sich selbst. Die meisten haben nicht die geringste Ahnung von physiologischen Vorgängen, daß z.B. erst bestimmte Nervenbahnen ausgereift sein müssen, bevor ein Kind einigermaßen die Kontrolle über Blasen-u. Darmfunktion haben kann.
Dieser ganze Druck macht das Kind psychisch fertig, was sich jedoch nicht sofort zeigt. Es grenzt schon an Mißhandlung, was einige von ihren Kindern fordern, natürlich unter dem Deckmantel grenzenloser Fürsorge, in Wahrheit brauchen diese Mütter einen Psychiater!
Anja, Köln:
02.09.2010 21:42
Hmmm, lieber Windeltraining statt Topftraining?? Ich habe andere Erfahrungen gemacht.

Unser erster Sohn konnte bereits mit ca. 12 Monaten den Darm soweit kontrollieren , dass er nur noch selten etwas in die Windel gedrückt hat . Er wurde allerdings auch einige Male am Tag abgehalten (ohne ständig auf Signale zu warten und auch nicht windelfrei). Wenn wir mehrere Stunden unterwegs waren, hat er meist gewartet bis er wieder zuhause war. Trocken war er dann mit 2 Jahren + 2 Monaten.

Unser 2. Sohn kommt seit er sitzen kann regelmäßig aufs Töpfchen. Am liebsten, wenn der große Bruder auch gerade muss, aber auch sonst regelmäßig z.B. nach dem Frühstück. Mit einer Kiste Megabloks, die es nur im Badezimmer gibt, macht er das auch gerne. Jedenfalls lieber als auf der Wickelkommode saubergemacht zu werden, wenn es dann doch in der Windel landet. Außerdem ist so ein kleiner Zwerg auch mächtig stolz, wenn er sowas wie die Großen kann. Inzwischen ist er 20 Mon. alt, macht meist auf Anhieb Pipi, wenn er aufs Töpfchen oder Klo gesetzt wird (aber immer auch noch genauso spontan in die Windel), das große Geschäft landet nur noch ca. jedes 5. Mal in der Windel. Manchmal sagt er sogar Bescheid, wenn er muss.

Ich denke man sollte nichts erzwingen, aber man bringt Kindern doch auch Essen, Trinken, Sich-Anziehen, etc bei. Und wozu gibt es überhaupt Töpfchen, für 2-3-Jährige sind die doch zu klein!? Woher kommt dieses "Bloß kein Topftraining?" Bei meinen positiven Erfahrungen mit dem Töpfchen frage ich mich, ob diese Aussage genauso aussagekräftig ist wie die alte Behauptung, dass Spinat sehr viel Eisen enthält.

Liebes Kidsgo-Team, könntet Ihr nicht mal eine Umfrage zum Thema Erfahrungen mit Töpfchen + Trocken werden etc starten?

Ich höre immer wieder von Kindern, die 3 Jahre lang nichts anderes gelernt haben, als in die Windel zu machen und kurz bevor sie in den KiGa kommen soll das plötzlich falsch sein. Kein Wunder, dass viele das erstmal nicht einsehen. Oder?
Angelika, Hamburg:
02.09.2010 21:25
bei uns war es ähnlich wie bei Bianca -meine Zwillinge sind jetzt 3,5 und schon lange trocken aber erst seit kurzem sauber... es war ein Kampf! ich wusste, dass sie es schon lange können, immerhin verlangten sie ja die Windel zum "kackern". Die eine ließ sich irgendwann auch durch ein Geschenk überzeugen, dass das Töpfchen eine sinnvolle Alternative ist. Die andere war absolut resistent gegen alle Versuche, ob mit oder ohne Geduld. Erst als ich mich endgültig weigerte ihr eine Windel zu machen und auch alle Windeln aus ihrer Reichweite entfernte (sie band sie sich nämlich auch selber um....) blieb ihr keine Wahl mehr. Forcieren musste ich das ganze dann noch mit einem Zäpfchen, da sie sonst verdrückt und dann Verstopfung bekommt... (hatten wir alles schon.) es war ein furchtbarer Kampf und Geschrei aber hinterher eine Riesenerleichterung, sie war richtig glücklich, es geschafft zu haben. Manch einer muss also doch zum Glück gezwungen werden, so schwer es mir auch viel, hinterher wusste ich, dass es richtig war. Daher muss ich leider sagen: Gelgentlich hilft leider doch nur Druck..... es ist wie alles andere Typsache und es gibt nie nur einen richigen Weg.... So bilderbuchartig wie oben beschrieben ist es leider nicht immer.
Maja, Düsseldorf:
02.09.2010 20:58
Hallo! Unser Sohn ist im Urlaub 2 1/2 Jahre alt geworden. Er ist groß. Badewindeln sind nicht so toll und die Badehosen mit Einsatz alle zu eng. Also habe ich eine normale Badehose gekauft und die Klofee erfunden. Dei guckt, ob die Kinder auch ja nicht über all hinmachen und wenn das Geschäft ins Klo geht, dann gibt es ein kleines Geschenk. Mein Sohn liebt die Klofee.
Sein größter Wunsch war ein riesiger Kran. Die 'Klofee' ließ ausrichten, dass der drin sein, wenn er alleine aufs Klo geht. Und....innerhalb weniger Tage war mein Sohn sauber. Auch Nachts.
Gruß, Maja
Bianka , Ahrensfelde:
02.09.2010 20:33
Hallo, wir haben ein ganz großes Problem mit unserem Junior. Er ist 3 Jahre und 4 Monate und macht das kleine Geschäft schon seit einem halben Jahr auf Toilette. ABER mit dem großen Geschäft klappt es gar. Entweder er versteckt sich im Schrank, oder hinter einer Ecke, Tür oder sonstiges und macht es natütlich in den Slipi.
Wir haben es schon im "guten und im bösen" versucht, aber es klappt nicht. Was uns am meisten stört, das er dann lachend vor uns steht und es auch noch verneint in die Hose gemacht zu haben.
Falls jemand auch diese Probleme oder auch Lösungsvorschläge hat, bitte bitte an uns wenden!
Ach ja unsrere Tochter war schon mit knapp über 1 Jahr und Nachts mit 2 trocken. So unterschiedlich sind schon Geschwisterkinder.;-)))
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Entwicklung des Kindes

Dieser Artikel ist Bestandteil unserer dreiteiligen Serie “Die Entwicklung des Kindes“. Wenn Sie alle Artikel lesen oder zurück zur Übersicht möchten, dann klicken Sie bitte hier .

So unterstützen Sie Ihr Kind

Lassen Sie es selbst entscheiden, ob es lieber das Töpfchen oder die Toilette mit dem Kindersitz benutzt.

Achten Sie auf die Sprache: Wenn bislang von „a a“ oder „Pipi“ die Rede war, sollten diese Wörter auch in Verbindung mit dem Töpfchen beibehalten werden, damit das Kind weiß, was die Topfsitzung bedeutet.

Erinnern Sie Ihr Kind nicht ständig daran, ob es vielleicht „muss“.

Führen Sie eine gewisse Routine ein, indem das Kind beispielsweise vor dem Mittagsschlaf, dem Zubettgehen oder bevor man das Haus verlässt, sein Geschäft erledigt.

Nehmen Sie in der Anfangszeit für unterwegs noch eine Windel mit, falls im Notfall keine Toilette erreichbar ist.

Loben Sie nicht übertrieben, wenn Ihr Kind das Töpfchen benutzt, aber schimpfen Sie auch nicht, wenn etwas in die Hose geht.

Ziehen Sie Ihr Kind so an, dass sich die Hose schnell herunterziehen lässt.
Pekip - der neue Trend
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