Im Alter zwischen zwei und drei Jahren ist der Drang Ihres Kindes, alles selbst zu machen, besonders ausgeprägt.
Anziehungskräfte
Ein Kind ist keine Anziehpuppe. Deshalb sollten Sie es beim An- und Auskleiden nur dort unterstützen, wo es selbst nicht weiter kommt. Beispielsweise die Schuhe in der Ferse lockern oder die Beine in die Hose stecken, sie aber nicht hoch ziehen. Erleichtern Sie Ihrem Kind das Anziehen durch Kleidungsstücke, die einen weiten Halsausschnitt haben und anstelle von Knöpfen einen Reißverschluss oder Klettband.
Die Auswahl sollte begrenzt sein. Mehr als zwei Kleidungsstücke überfordern das Kind. Akzeptieren Sie, wenn es einen bestimmten Pullover nicht mag und tolerieren Sie Lieblingskleidungsstücke. Auch dann, wenn die mit Ihrem persönlichen Geschmack nicht übereinstimmen. Die Lieblingsklamotten geben Ihrem Kind ein Stück Geborgenheit, die es mit nach draußen nimmt.
Vielen Kindern macht das Ankleiden noch mehr Spaß, wenn eine große Puppe oder ein Riesenteddy mit den Kleidungsstücken dekoriert werden. So wissen die Kleinen auch gleich, welches Kleidungsstück wohin gehört. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Pullover, Shirt, Hose und Strümpfe auf dem Boden auszulegen.
Machen Sie nicht den Fehler, Ihr Kind beim Anziehen zur Eile anzutreiben, beispielsweise mit dem gleichzeitigen Versprechen, hinterher ein schönes Spiel mit ihm zu spielen. Auf diese Weise ist das Anziehen selbst für Ihr Kind kein tolles Spiel mehr, sondern wird zur lästigen Pflicht.
Kaufrausch
Wenn sich Ihr Kind im Supermarkt an der Kasse auf den Boden wirft und ohrenbetäubend brüllt, weil es einen Schokoriegel nicht bekommt, ist das im Trotzalter eine durchaus normale, wenn auch unangenehme Situation. Etwa im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren erwacht in Ihrem Kind zunehmend der Widerspruchsgeist. Der kindliche Entfaltungsdrang kollidiert mit der eigenen Ordnung der Erwachsenenwelt. In dieser Zeit heißt es Nerven bewahren, vor allem, wenn die Trotzausbrüche sich vor den Augen der Öffentlichkeit abspielen. Versuchen Sie aber auch dann, gelassen zu bleiben, keinerlei Zwangsmaßnahmen zu ergreifen und erst recht keinen Machtkampf herauszufordern. All das würde die Trotzreaktionen nur noch verstärken.
Denken Sie daran, dass Trotz eine ganz normale Lebensäußerung ist, deren völliges Fehlen sogar eine gestörte Entwicklung bedeuten würde. Im genannten Beispiel wäre es wohl das Beste, das Kind zu nehmen und kurzerhand von Schaubühne und Publikum zu entfernen.
Um solchen Szenen vorzubeugen, kann man ausnutzen, dass Kinder für ihr Leben gern einkaufen. Geben Sie dem etwas größeren Kind bereits eine eigene kleine Tasche mit, in der es beispielsweise einen Apfel oder einen Joghurt selbst nach Hause tragen kann. Wenn das Kind es möchte, darf es auch mal bezahlen. Eine tolle Erfahrung. Und die meisten Kassiererinnen spielen dieses Spiel gerne mit ...
Dieser Artikel ist Bestandteil unserer dreiteiligen Serie “Die Entwicklung des Kindes“. Wenn Sie alle Artikel lesen oder zurück zur Übersicht möchten, dann klicken Sie bitte hier .