Kinder brauchen einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus
Einer Kölner Kinderschlafstudie zufolge neigen Kinder mit konstanten Schlaf- und Wachzeiten seltener zu Schlafstörungen als Kinder mit unregelmäßigem Tag-Nacht-Rhythmus. Diese aktuellen Studiendaten sowie eine Vielzahl empirischer Erkenntnisse legen deshalb nahe, Säuglinge von Anfang an darin zu unterstützen, einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus zu entwickeln.
Praktische bedeute das: die Chance, den Säugling gut einschlafen zu lassen, ist dann am höchsten, wenn die Eltern es in seiner müden Phase ins Bett bringen. Verpassen sie den günstigsten Zeitpunkt zum Einschlafen dagegen, kann es längere Zeit dauern, bis das Kind wieder zurück zur Ruhe findet. Da der Tag-Nacht-Rhythmus des Säuglings in den ersten Lebensmonaten auch von den Stillzeiten abhängt, sollten die Mütter die Still- und Schlafenszeiten möglichst aufeinander abstimmen. So kann man das Baby beispielsweise durch eine reichhaltige Mahlzeit am Abend mit einem wohligen Sättigungsgefühl auf das Zubettbringen vorbereiten.
Manchmal ein Balanceakt: Denn der Säugling sollte dabei schon leicht müde sein, aber noch wach genug, um kräftig trinken zu können. Danach ist der Säugling normalerweise erst einmal für mehrere Stunden satt und der kleine Organismus hat Zeit, die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten. Wenn das Kind ein halbes Jahr alt ist, braucht es normalerweise nachts nichts mehr zu essen oder zu trinken, es sei denn, es ist krank. Kinder im zweiten Lebenshalbjahr regelmäßig nachts zu füttern, ist deshalb nicht die richtige Maßnahme auf dem Weg zu einem gesunden Nachtschlaf.
Rituale fördern die emotionale Bindung von Kind und Eltern
Nach der Abendmahlzeit sollte ein festes Einschafritual folgen, das das Kind optimal auf den Schlaf vorbereitet, ihm Sicherheit und Orientierung im Tagesablauf bietet und – besonders wichtig – die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind stärkt. Es gibt keine strikten Regeln, wie ein Einschlafritual genau auszusehen hat. Es sollte jedoch nicht zu kompliziert und zu umfangreich, im Ablauf aber immer gleich sein. Wichtig ist es Fernsehgeräusche, bewegte Bilder oder laute Geräusche in dieser Phase unbedingt zu vermeiden, da sie sich negativ auf die Einschlafneigung des Babys auswirken. Dass das Kind vor jeglicher Nikotinbelastung zu bewahren ist, versteht sich von selbst.
Bewährt im Rahmen des Einschlafrituals haben sich Elemente wie ein beruhigendes Bad, eine Massage, das Anziehen des Pyjamas, das Vorsingen eine Einschlafliedes oder das Abspielen einer Spieluhr. Die beruhigende Stimme des Vaters oder der Mutter, das zärtliche Berühren, das Massieren im wohligen Bad, das sanfte Abtrocknen und Eincremen der Haut – all das sind wohltuende Rituale, die dem Kind das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit geben und dazu beitragen, dass es sich entspannen kann. Gerade das Berühren des Babys und der enge körperliche Kontakt festigen die Bindung zwischen Eltern und Kind. Das Gefühl der sicheren Obhut hilft dem Kind, sich dann von den Eltern lösen zu können, um in seinem Bett beruhigt einschlafen zu können. So lernt das Kind, ohne fremde Hilfe einzuschlafen – auch dann, wenn es in der Nacht erwacht.
Kinder brauchen einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus
Rituale fördern die emotionale Bindung von Kind und Eltern
Einschlafrituale
Ein bestimmtes Einschlafritual gibt es nicht. Viele Möglichkeiten führen zum Erfolg. Welche Schlafrituale unsere Leser und Leserinnen praktizieren, erfahren Sie hier.
Unser Experte
Dr. Wiater ist Chefarzt der Kinderklinik des Kranken- hauses Porz am Rhein und Mitglied des unabhängigen wissenschaftlichen Penaten Beirats.
Dr. Wiater ist Initiator der Kölner Kinderschlafstudie (in Kooperation mit der Universität Köln).
Kiinderlieder zum Einschlafen
Viele Kinder hören gern zum Einschlafen sanfte Musik. Ein besonders schönes Stück ist das Bärenlied von Mercedes Wendler.