Früh übt sich… Der erste Job des Babys sei das Spiel
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Das Baby liegt kaum in Mamas Arm, da steht schon die bange Frage im Raum: Wie wird es denn nun richtig gefördert? Die Anzahl an Kursen und Programmen, die sich der Entwicklung unseres Kindes annehmen, ist riesig. Und so beginnt für viele Babys bereits mit wenigen Wochen die erste Frühschicht.
Niemand ist zum Genie geboren
Die Palette der Angebote reicht von Babyschwimmen über Elternprogramme wie PEKiP, Fenkid, Delfi und ElBa bis hin zu Sprachkursen für Säuglinge. Die Anbieter werben damit, das Kind durch ihre Arbeit zu einem glücklichen und erfolgreichen Menschen zu machen. Als Mutter und Vater steht man dazwischen und es wird einem ganz schwindelig vor lauter sensorischer und motorischer Förderung, Sprach-sensibilisierung via Immersion oder Wahrnehmungsschulung durch Total Physical Response und man fragt sich: Entwickelt mein Baby nur dann ein gesundes Körperbewusstsein, wenn es seinem eigenen Forschungsprojekt nachgehen kann? Wie viel entwicklungsspezifische Programme und Projekte braucht es, um groß und stark zu werden? Und wie viele Kurse sollte man belegen? „Weniger, als Veranstalter von Babykursen anbieten“, meint Dr. Jörg Schefels, Kinderarzt, Facharzt für Neonatologie und Kinderintensiv medizin und Berater beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Und er steht mit dieser Meinung nicht alleine. Auch die Züricher Lernforscherin Prof. Elsbeth Stern erklärt in der Monatsschrift für Kinderheilkunde, dass Frühförderung Kinder nicht automatisch zu glücklicheren und erfolgreicheren Menschen mache und Eltern den Einfluss von Frühförderung auf die tatsächlichen Begabungen ihrer Kinder nicht überschätzen sollten.
Heißt: Wer als Kleinkind bereits zu Spanisch- und Chinesisch-Kursen geschickt wird, muss später kein Sprachgenie werden.
TEIL 1
1 Früh übt sich… Der erste Job des Babys sei das Spiel
Neben der frühen Entwicklungs- förderung kleiner Kinder, zu der Spiel- und Lernangebote zählen, ist der Begriff Frühförderung auch ein Sammelbegriff für pädagogische und therapeutische Maßnahmen. Diese werden Kindern zuteil, die körperlich, geistig und seelisch in ihrer Entwicklung verzögert sind.
Man unterscheidet die allgemeine und spezielle Frühförderung. Die allgemeine Frühförderung richtet sich an Kinder mit seelischen und kognitiven Beeinträchtigungen. Die spezielle Förderung richtet sich an Kinder mit Sinnesbehinderungen wie Blindheit oder Gehörlosigkeit. Der Bedarf einer Frühförderung wird in der Regel bei den wiederkehrenden Unter- suchungen durch den Kinderarzt festgestellt. Bei einer entsprechenden Diagnose überweist dieser an Experten und Beratungsstellen.