Hebammen unterstützen Stillen ganzheitlich und kontinuierlich
Stillen bzw. Stillberatung ist ein wesentlicher Bestandteil der Hebammenarbeit in Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Hebammen sind Fachfrauen sowohl für die Frau als auch für das Neugeborene und kennen die gesundheitsfördernden Effekte des Stillens: z.B. beste Verträglichkeit für das Kind, Vorbeugung von Infektionen und Allergien, Muttermilch ist immer in der gerade benötigten Zusammensetzung verfügbar, keimarm und richtig temperiert, und das Stillen fördert außerdem die Gebärmutterrückbildung nach der Geburt. Hebammen kennen auch die möglichen Schwierigkeiten vor allem zu Beginn des Stillens und können hier frühzeitig beraten und unterstützen.
Schon in der Schwangerschaft können sie durch Beratung auf die Stillzeit vorbereiten, indem sie beispielsweise darüber informieren, was beim Stillstart zu beachten ist und welche Schwierigkeiten auftreten können? Individuelle Beratung ist möglich, z.B. bei erwarteten Mehrlingen, vergangenen Stillschwierigkeiten, Brust-OP, Flach-/ Hohlwarzen. Auch führen Hebammen Geburtsvorbereitungskurse durch, in denen sie viele Informationen rund ums Stillen geben.
Direkt nach der Geburt helfen Hebammen im Kreißsaal beim ersten Anlegen und fördern einen gelungenen Stillbeginn. Bei ihren häuslichen Wochenbettbesuchen (zunächst täglich) unterstützen sie die Wöchnerinnen bei allen Fragen und Problemen rund ums Stillen, wie z.B. beim Milcheinschuss, bei Trinkschwierigkeiten des Kindes, bei wunden Brustwarzen, bei nicht ausreichender Milchmenge, beim Wachstumsschub des Kindes etc.
Sie therapieren Brustentzündungen, helfen beim Abpumpen (für Zeiten, in denen die Mutter abwesend) ist und beraten beim ersten Zufüttern und beim Abstillen. Bis zum Ende der Stillzeit steht jeder Frau Hebammenhilfe bei Stillfragen zu. Diese wird von den Krankenkassen gezahlt.
Durch den möglichst frühen Kontakt bereits in der Schwangerschaft und den Blick auf die familiäre und persönliche Situation der Frau gelingt es der Hebamme oft, Schwierigkeiten und Zusammenhänge, Vorlieben, Abneigungen und Ängste der Frau zu erkennen, zu verstehen und in ihre Beratung aufzunehmen. Den Frauen wiederum fällt es dadurch oft leichter, von ihren Schwierigkeiten, Sorgen und ambivalenten, vielleicht auch negativen Gefühlen zu sprechen, die Einfluss auf eine Stillbeziehung haben können. Im Wochenbett sind neben dem Stillen auch noch andere Dinge wichtig, die ebenfalls bedeutenden Einfluss auf die Stillbeziehung haben können. Die Verarbeitung und die Erholung von der Geburt, das Einfinden in die neue familiäre Situation, das Kennen lernen des Neugeborenen und seiner Bedürfnisse, Wundheilungs- und Rückbildungsprozesse, die Paarbeziehung, Geschwisterkonstellation etc. Diese Gesamtsituation kann die Hebamme ganzheitlich in den Blick nehmen und berücksichtigen.
Kommentare von Lesern:
Hebamme Ines:
21.03.2011 09:59
Hallo,
vielen lieben Dank für Eure liebevolle Unterstützung. Schon lange wollte ich mich einmal für Eure sehr gute Arbeit bedanken. Ich bin nun bereits seit 1983 Hebamme und seit 2000 freiberufliche Hebamme. Die Ansprüche und Wünsche werden immer mehr, aber unsere Bezahlung ist nachwievor schlecht. Ich liebe meinen Beruf sehr, bin aber von der Gesundheitspolitik sehr
enttäuscht.
Vielen von uns geht es nicht mehr so gut: Kolleginnen die seit 30 Jahren mit Ihrer Hebammenhilfe vielen werdenden Eltern eine sehr gute Stütze, Beraterin und Freundin waren. Die Anforderungen der Gesundheitspolitik hat unseren Beruf sehr erschwert! Leider hinterließ das bei vielen gesundheitliche Spuren: Schlafprobleme, Burn out, Schlaganfälle, u.v.m. Momentan häufen sich solche Nachrichten unter meinen berufserfahrenen Kolleginnen immer mehr und der Ausfall dieser Hebammen ist sehr hoch. Erschreckend!
Aber wir geben nicht auf!
Danke! Macht weiter so!
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