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12 Tipps für die Stillzeit

Muttermilch für Frühchen



Für diese Babys ist die Muttermilch erst recht die optimale Ernährung. Bei einer Frühgeburt enthält sie nämlich 20 Prozent mehr Abwehrstoffe als normal, um das Baby vor Infektionskrankheiten zu schützen. Ist das Kleine noch zu schwach, um ander Brust zu trinken, wird die Milch abgepumpt und mit dem Fläschchen oder durch eine Sonde gegeben.

Anlegen nach Bedarf



Das Baby sollte angelegt werden, so oft es sich meldet. Das wird anfangs alle zwei bis drei Stunden oder noch häufiger sein. Jedes Kind pendelt sich auf seinen eigenen Rhythmus ein. Bis Milchmenge und Appetit des Babys im Gleichgewicht sind, können einige Wochen vergehen. Dann lassen auch die Spannungen in der Brust nach.

Länge der Mahlzeit



Dafür lassen sich keine Regeln aufstellen. An der Brust stillt das Baby nicht nur seinen Hunger, sondern auch sein Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit. Das meiste trinkt es ohnehin in den ersten fünf bis acht Minuten. Lassen Sie das Baby immer an beiden Brüsten trinken. Doch sollte es die eine Seite leer trinken, bevor es an die andere gelegt wird. Beginnen Sie immer mit der Brust, an der das Kind zuletzt gesaugt hat.

Bekommt das Baby auch genug?



Jedes Neugeborene verliert in den ersten Wochen fünf bis zehn Prozent seines Geburtsgewichts, weil es Flüssigkeitsreserven abbaut. Innerhalb von zwei Wochen hat es aber sein anfängliches Gewicht wieder erreicht. Die Gewichtszunahme ist bei jedem Kind verschieden. Als Richtwert gelten etwa 180 bis 200 Gramm pro Woche im ersten Lebenshalbjahr. Wöchentliches Wiegen reicht völlig aus.
Ein anderer Hinweis darauf, dass es genug bekommt, ist die Anzahl der nassen Windeln: sechs bis acht Stück in 24 Stunden. Dieser Richtwert stimmt aber nur, wenn das Baby außer Muttermilch nichts trinkt.

Zu wenig Milch



Zum Stillen sollten Sie sich Zeit nehmen. Nervosität, Hektik und Aufregung lassen den Milchfluss schnell versiegen. Dagegen hilft nur Ruhe. Legen Sie sich am besten mit dem Baby ins Bett. Auch viel trinken (mindestens zwei Liter täglich) fördert die Milchproduktion: Neben Milch und kohlensäurearmem Mineralwasser vor allem eine Kräuterteemischung aus Kümmel, Fenchel, Anis und Brennessel. Milchfördernd sind auch Getreidegrützen, süß oder pikant angemacht.

Ansonsten halten Sie Ihre Brust warm, da Wärme den Milchfluss erleichtert. Etwa nach der sechsten Woche und nochmals nach dem dritten Monat haben Babys einen Wachstumsschub. Manche Mutter glaubt dann, sie habe zu wenig Milch. Werden Sie jetzt nicht nervös und geben Sie nicht die Flasche, denn dann kommt noch weniger Milch. Legen Sie das Baby einfach häufiger an, um die Milchproduktion anzuregen. Nach ein bis zwei Tagen hat sich ein neues Gleichgewicht eingestellt.

Das Baby weint an der Brust



Babys genießen es sehr, an der Brust zu saugen. Sind sie jedoch schon satt, stört sie die herausschießende Milch. Sie weinen aus Protest. Um Ihr Kind zu beruhigen, sollten Sie es entweder an die leere Brust legen (natürlich nicht zu lange) oder von der Brust nehmen und ablenken. Auch bei Trinkkrämpfen - das Baby wird hysterisch, schlägt gegen die Brust - hilft am besten Ablenkung: sanfte Massage, Schnuller, spazieren tragen.

Das spricht gegen das Stillen



Bei Aids, Tuberkulose, Hepatitis B, Drogensucht und gefährlichen Krebserkrankungen darf nicht gestillt werden. Anders ist es bei Infektionskrankheiten wie Grippe: Muttermilch ist hier sogar der beste Schutz, das Baby bekommt die Antikörper gleich mitgeliefert. Unbedingt weiter stillen sollten Sie auch, wenn Ihr Kind Durchfall hat. Muttermilch wirkt stuhlregulierend.

Bei Problemen und Fragen wenden Sie sich an Ihre Hebamme (zahlt die Krankenkasse) oder ein der vielen Stillberaterinnen und Stillgruppen.
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