Die Krankenhausroutine und die Haltung des gesamten Personals beeinflussen auf lange Sicht das Stillen stärker als verbale Anleitungen. Deshalb sollten sich junge Familien bei der Klinikwahl nicht nur um das Thema rund um die Geburt kümmern, sondern auch ganz gezielt nach der Betreuung auf der Wochenstation fragen. Über stillfreundliche Krankenhäuser können sich die Familien auf der Homepage www.stillfreundlicheskrankenhaus.de
informieren. Nicht nur Frauen, die stillen möchten, sind dort gut aufgehoben. Auch die Frauen, die sich entschieden haben, ihr Kind nicht mit Muttermilch zu ernähren, werden dort gut betreut. Auch ihnen wird schon im Kreißsaal ein optimaler Start für die Mutter-Kind-Bindung gegeben, und sie erhalten wichtige Informationen zur Ernährung ihres Kindes.
Da allen Frauen nach der Entbindung eine Betreuung im Wochenbett von einer Hebamme zusteht, ist wichtig zu wissen, wie diese sich auf dem Gebiet des Stillens fortgebildet hat. Viele Hebammen arbeiten auch mit Stillberaterinnen zusammen, die sie zur Betreuung hinzuziehen, wenn es größere Stillschwierigkeiten geben sollte.
Viele Ammenmärchen kursieren zum Thema Stillen, wie z.B. dass es einen Mindestabstand der Mahlzeiten beim Baby geben muss. Viele Babys möchten aber in den Abendstunden ein Acht-Gänge-Menü einlegen und richten sich nicht nach der Uhr. Außerdem ist ihr Magen noch klein und trotzdem sollen sie ihr Geburtsgewicht in spätestens sechs Monaten verdoppelt haben. Auch gibt es sich widersprechende Aussagen zum Essen und Trinken während der Stillzeit. Doch macht weder viel trinken viel Milch, noch muss eine stillende Frau auf alles Mögliche in ihrer Ernährung verzichten. Der beste Rat ist: Die Mutter sollte eine Vielfalt von Nahrungsmitteln essen und nach Durst trinken. Das, was sie während der Schwangerschaft vertragen hat, kann sie weiterhin essen. Manche Frauen, gerade schlanke Frauen, haben sehr viel Hunger, andere brauchen wenig mehr Kalorien als sonst. Sich vom Hungergefühl leiten zu lassen, dabei jedoch lieber höherwertige Kohlenhydrate als Schokolade zu essen, ist meist der richtige Weg. Zu jedem Stillen etwas zum Trinken hinzustellen, ist ein guter Tipp. Stillgruppen dienen auch hier der Aufklärung und stärken die Frauen vor Verunsicherungen aus dem Umfeld.
Einzelberatungen und Gruppen zum Austausch bieten Still- und Laktationsberaterinnen IBCLCs. Stillgruppen bieten auch die La Leche Liga sowie die Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen an.
Wenn Sie mehr über das Thema wissen möchten und dazu noch Fragen generell zum Stillen haben, finden Sie im Internet Ansprechpartner und weitere Informationen.
Stilltreffs in den Regionen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, München, Nordhessen/ Südniedersachsen finden Sie hier.
Buchtipps zum Thema Stillen
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