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Stillen von Adoptivkindern

Manche Familien möchten ein Kind adoptieren, weil sie nicht durch Schwangerschaft und Geburt Eltern werden können. Es gibt aber auch Situationen, in denen Eltern zu den Kindern, die in die Familie geboren worden sind, zusätzlich ein weiteres Kind adoptieren möchten. Die Wege der Adoption sind nicht einfach. Möchten diese Mütter ihre Adoptivkinder stillen, treffen sie oft auf Erstaunen.

Viel Zeit und gute Betreuung einplanen



Dass Adoptivstillen möglich ist, ist wenigen bekannt. Es ist möglich, aber mit einigem Aufwand verbunden. Hat eine Mutter schon ein Kind gestillt, nennt man die erneute Milchbildung „Relaktation“. Dann ist der Aufbau der Milchbildung etwas leichter. Hatte die Mutter in ihrer Vorgeschichte keine Schwangerschaft und Stillzeit, ist der Aufbau der Milchbildung schwieriger, man nennt dies „induzierte Laktation“. Im Voraus kann niemand sagen, ob das Baby überhaupt bereit ist, an der Brust zu saugen und wie viel Milch gebildet werden kann. Der Aufbau der Milchbildung und die Gewöhnung an die Brust brauchen Zeit. Eine gute Betreuung ist dringend erforderlich. Besonders erfahren auf dem Gebiet ist
Frau Márta Guóth-Gumberger (Kontaktadresse rechts im Kasten)

Milchbildung anregen



Es gibt zwei Möglichkeiten, die Milchbildung anzuregen. Die erste Möglichkeit besteht darin, die Milchbildung ausschließlich durch Stimulierung durch das Saugen des Babys oder häufiges Pumpen mit einer Milchpumpe zu induzieren. Wenn das Baby da ist und an die Brust gewöhnt ist, kann ein Teil der Stimulierung durch Anlegen ohne ein Hilfsmittel, ein Teil durch die Ernährung mit dem Brusternährungsset (BES) erfolgen. Mit dem BES erhält das Baby Nahrung aus einem kleinen Behälter durch einen dünnen Schlauch, der an der Brustwarze endet, so dass beim Stillen zusätzlich Milch fließt. Auch hierbei ist eine fachliche kompetente Begleitung durch eine erfahrene Stillberaterin oder Still- und Laktationsberaterin IBCLC dringend angeraten. Die zweite Möglichkeit ist, dem Körper mit Hormongaben eine Schwangerschaft vorzutäuschen und später Medikamente einzunehmen, die den Prolaktinspiegel (Milchbildungshormon) anheben. Dazu ist langfristig eine intensive Stimulierung der Brust mit der Milchpumpe erforderlich. Wegen der Nebenwirkungen ist dieser Weg umstritten und setzt auf alle Fälle eine fachkompetente Unterstützung voraus.

Hauptsache Liebe



Bei ihren Bemühungen Milch zu bilden und zu stillen sollte eine Adoptivmutter daran denken, dass sie auch ohne Stillen dem Baby Liebe, Zuneigung und Körperkontakt geben kann. Die Familie sollte darauf achten, dass neben den Anforderungen des Adoptivstillens die Bindung zum Kind immer im Mittelpunkt bleibt.

© Gudrun von der Ohe
Ärztin sowie Still- und Laktationsberaterin IBCLC
1. Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberaterinnen,
www.bdl-stillen.de


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Weitere Informationen

Márta Guóth-Gumberger, IBCLC hat Verschiedenes zum Thema Adoptivstillen veröffentlicht. Die Artikel „Behutsam an die Brust“, „Adoptivstillen braucht Beistand“ sowie „Stillen mit dem Brusternährungsset“ sind in der Deutschen Hebammenzeitung erschienen oder über die Autorin erhältlich. Außerdem erhältlich sind „Infoblätter zum Adoptivstillen“ und von Elizabeth Hormann, IBCLC, „Stillen eines Adoptivkindes und Relaktation“.

IBCLC: www.stillunterstuetzung.de
E-Mail: info@stillunterstuetzung.de.

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