Stillen ist mehr als Muttermilch füttern – liebevoll angeleitet, können auch kranke und behinderte Kinder von dem innigen Mutter-Kind-Kontakt profitieren
Hinter jedem besonderen Kind steht ein besonderes Schicksal und selbst bei gleicher Diagnose ein ganz einzigartiger Lebensverlauf. Eines haben alle Kinder jedoch gemeinsam: das Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit. Um den besonderen Ansprüchen des Alltags, der Erziehung und der Pflege kranker oder behinderter Kinder gerecht zu werden, brauchen auch deren Eltern eine Extra-Portion Zuwendung, Verständnis und eine liebevolle kompetente Begleitung auf ihrem individuellen Weg. Das gilt insbesondere für das Stillen. Muttermilch ist für alle Babys die normale Ernährung, für kranke und besondere Kinder ist sie allerdings noch viel mehr – sie ist Medizin und Therapie.
Stillen eines Babys mit Down-Syndrom
Kinder mit Down-Syndrom sind oft schlaff in ihrer Motorik, die Zunge ist groß und das Stillen ist für sie erschwert. Diese Kinder brauchen Unterstützung, das Stillen zu erlernen. Zusätzlich zu den Vorzügen der Muttermilch unterstützt der Vorgang des Stillens die Entwicklung dieser Kinder. Das Stillen stimuliert die Sinnesorgane der Babys und bringt zusätzlichen Hautkontakt. Dadurch können sich seine Fähigkeiten besser entwickeln. Das Stillen an sich fördert den Muskeltonus der Gesichtsmuskulatur und fördert die Mund- und Zungenkoordination. Der verbesserte Muskeltonus der Gesichtsmuskulatur wirkt sich auf die Muskelgrundspannung des gesamten Körper aus – ist sozusagen eine krankengymnastische Übung. Ist das Stillen anfangs erschwert, brauchen Mutter und Kind kompetente Anleitung. Einerseits sollte die Milchproduktion durch Abpumpen stimuliert werden, andererseits das Stillen über individuell eingesetzte Stillhilfsmittel angeregt und geübt werden. Die Stillbeziehung kann es der Mutter erleichtern, ihr Kind so zu akzeptieren, wie es ist.