Experten bestätigen signifikanten Einfluss des Stillens auf das Köpergewicht von Mutter und Kind
In Deutschland sind nach Regierungsangaben rund 37 Millionen Erwachsene sowie zwei Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig oder sogar fettleibig. In den letzen zwei Jahrzehnten hat sich die Häufigkeit von Übergewicht im Kindesalter mehr als verdoppelt – Tendenz steigend.
Übergewicht avanciert damit zur häufigsten chronischen Gesundheitsstörung bei Kindern. Stillen in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten vermindert das Risiko später an Adipositas, der schweren und krankhaften Form von Übergewicht, zu leiden um 20%. Zu diesem Ergebnis kamen Experten bei einem Fachsymposiums zum Thema “Effekte des Stillens auf die Mutter- und Kindgesundheit“ in München.
Univ.-Prof. Dr. med. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit, stellte in diesem Rahmen die Erkenntnisse seiner in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission durchgeführten Forschungsprogramme vor. Erste Ergebnisse der international vernetzten Studien belegen die Langzeiteffekte der frühen Ernährung auf Krankheitsrisiken im Erwachsenenalter, die so genannte frühkindliche metabolische Programmierung der Gesundheit.
“Übergewicht wird natürlich von vielen Einzelfaktoren, wie genetische Veranlagung, Essgewohnheiten, körperliche Aktivität u.a. beeinflusst. Unsere Studien zeigen jedoch signifikant, dass Stillen vor dem späteren Auftreten von Übergewicht und Adipositas schützt. Wir gehen davon aus, dass Stillen die Bildung des Hormons IGF (insulin like growth factor) moduliert und hierdurch sowohl die Wachstumsgeschwindigkeit, als auch das Risiko für Übergewicht moduliert“, fasst Prof. Koletzko die Erkenntnisse zusammen.
Teil 1
" ...dass Stillen vor dem späteren Auftreten von Übergewicht und Adipositas schützt." Prof. Koletzko