Daniela Kahst (26) ist Mutter eines drei Monate alten Töchterchens, das sie voll stillt. Sie hatte ihr Piercing bereits seit vier Jahren, bevor sie sich in der Schwangerschaft davon trennte: „Ich habe mein Brustwarzenpiercing erst Ende des sechsten Monats durch meinen Piercer entfernen lassen. Als die Milch einschoss, lief sie auch aus dem Stechloch heraus. Es hat mich nicht gestört, aber es sah schon witzig aus. Ich bin aber froh, dass das Piercing nicht mehr drin ist, denn meine Brustwarzen waren in der ersten Zeit wund und entzündet. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich das mit dem Schmuck angefühlt hätte.“
Stillen mit Brustwarzenpiercing ist grundsätzlich möglich. So wie Daniela Kahst können die meisten Mütter auch mit einem Brustwarzenpiercing stillen, vorausgesetzt, dass nur wenige Milchkanäle verschlossen wurden. Natürlich muss das Brustwarzenpiercing gut verheilt sein und der Schmuck sollte vorher heraus genommen werden, am besten schon zu Beginn der Schwangerschaft, spätestens ab dem sechsten Monat. Die Brust ist in dieser Zeit großen Veränderungen ausgesetzt und es könnte zu Komplikationen kommen. Hebamme Doris Wendtland aus Norderstedt: „Viele Frauen mit gepiercten Brustwarzen stillen ihre Babys erfolgreich.
Bild: Avent
Horizontales Piercing soll Erfahrungswerten zufolge allerdings besser geeignet sein zum Stillen als vertikales. Die meisten Experten warnen, dass Stillen mit Schmuck in den Brustwarzen Trinkprobleme bei den Säuglingen verursachen kann. Es besteht außerdem das Risiko, dass sich der Schmuck löst und das Baby sich daran verletzt oder ihn verschluckt. Der Schmuck in den Brustwarzen könnte außerdem Zahnfleisch, Gaumen und Zunge des Babys verletzen.“
Fazit: Ein Brustwarzenpiercing stellt grundsätzlich kein Hindernis für das Stillen dar, allerdings sollte man sich für diese Art des Schmucks nicht gerade kurz vor oder während der Schwangerschaft entscheiden. Der Schmuck sollte ab spätestens dem 6. Schwangerschaftsmonat bis nach dem Abstillen entfernt werden.