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Die Alternative - Vertraulich statt anonym

Stattdessen sollen die bestehenden Hilfsangebote für Schwangere Not- und Konfliktlagen ausgebaut und mehr publik gemacht werden. Das Alternativ-Modell des Ethikrates sieht eine „vertrauliche Kindesabgabe mit vorübergehend anonymer Meldung“ vor: Die Mutter bringt ihr Kind in einer Klinik zur Welt und bleibt gegenüber dem Standesamt vorläufig unbekannt. Innerhalb einer Frist muss sie sich entscheiden, ob die das Kind zu sich nehmen oder zur Adoption freigeben will. Sie hinterlässt ihre Personalien an einer unabhängigen Stelle. So kann das Kind später seine Herkunft erfahren. Im Idealfall könnten Eltern durch umfassende Beratung und Begleitung Beziehungsprobleme lösen und Auswege aus einem schwierigen sozialen Umfeldes finden, sodass sie ihr Kind selbst aufziehen könnten.

Frauen zu erreichen, die ihre Kinder aussetzen oder töten, sieht der Ethikrat als sehr schwierig an. „Ob diese Frauen überhaupt erreichbar sind, ist fraglich, da sie oftmals im Affekt, in Panik handeln. Daher wird es wahrscheinlich leider nicht möglich sein, auch durch noch so gute Angebote alle Kindesaussetzungen und Kindstötungen zu verhindern“, so die Pressereferentin des Ethikrates, Ulrike Florian. Im Wesentlichen gehe es aber darum dass Frauen Hilfe finden, ohne ihren Kindern das Recht auf das Wissen um die eigene Herkunft zu nehmen.

Babyklappen gibt es in fast allen größeren Städten – aber nicht flächendeckend und für alle Frauen erreichbar. Nach Angabe von SterniPark sind es bundesweit 96. In etwa 130 Krankenhäusern können Mütter anonym entbinden. Der Ethikrat geht von bis zu 500 Findelkindern in Deutschland aus, die anonym geboren oder in Babyklappen gelegt wurden. Exakte Zahlen existieren nicht, weil einige Kliniken Angaben dazu verweigern.
Nicht unumstritten

Die Kritik an der Babyklappe ist so alt wie sie selbst - sowohl in Politik als auch innerhalb der Kinderschutzorganisationen gibt es Pro und Contra. Der Verein für Kinder in Not terre des hommes lehnt seit jeher Babyklappen und Angebote zur anonymen Geburt ab. Beides käme nicht notwendigerweise den betroffenen Müttern und Kindern zugute, sondern diene nicht selten dazu, ein ungewolltes Kind loszuwerden. Zahlen, die die Organisation von 1999 bis 2004 aus Medienberichten sammelte, zeigen, dass sie Kindstötungen nicht verhindern.

Das Projekt Findelbaby des Vereins SterniPark zog zum Jubiläum Bilanz: 39 Kinder wurden seit 2000 abgegeben. 14 davon sind wieder bei ihren Müttern. 23 Kinder wurden adoptiert. Mütter können nach der Übergabe ihres Kindes innerhalb von 8 Wochen ohne bürokratische Hürden die Erziehungsverantwortung wieder übernehmen. „Seit Eröffnung der Babyklappen sind in Hamburg drei Neugeborene nach der Geburt tot aufgefunden worden. Das sind drei zu viel - aber weniger als in jedem vergleichbaren Zehnjahreszeitraum zuvor“, so Dr. Jürgen Moysich, Geschäftsführer von SterniPark e.V.

Ob ein neues Gesetz die Abschaffung der Babyklappen bedeutet oder ob die bestehenden Einrichtungen als letzter Ausweg zumindest vorläufig erhalten bleiben, ist ungewiss. Ziel der neuen Debatte ist eine rechtliche Grundlage.

Thea Wittmann
TEIL 2

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Kommentare von Lesern:

 
Hanni aus Hamburg:
19.08.2010 12:47
Ich hoffe die Babyklappe wird abgeschafft - vorallem in Hamburg unter der Führung von Sternipark eV ist nicht transparent nach welchen Richtlinien die Babys zur Adoption oder zur Pflegschaft gegeben werden. Eine niedrigschwellige Begleitung zur Geburt würde Mutter und Kind gebauso helfen. Die Statistik beweist, dass es seid der Einführung keine Verringerung von Kindestötung gibt..
Julia, Düsseldorf :
15.08.2010 12:33
Ich bin auch der Meinung, dass die Babyklappen auf jeden Fall bestehen bleiben müssen. Dies ist doch weiß Gott eine wesentlich bessere Lösung, als die Babys ernsthaft in Gefahr zu bringen weil die Mutter ggf. nicht zurecht kommt. Hier muss wohl wieder erst etwas passieren... dann ist das Geschrei wieder groß.
Laura, Düsseldorf:
30.07.2010 10:23
Die Babyklappe muss bestehen bleiben. Immer wieder gibts so schreckliche Nachrichten wie z.B. gerade in Frankreich wo eine Mutter 8 Neugeborene in Plastiktüten entsorgt hat. Soviele kinderlose Paare wünschen sich Kinder, können aber aus welchen Gründen auch immer keine bekommen. Bitte, bitte laßt die Klappen bestehen und gebt den Babys eine Chance.
Olga aus Lindach:
16.07.2010 19:18
Die Babyklappe soll weiter bestehen und am besten
an jedem Krankenhaus angebracht werden.
Annika aus Lübeck:
26.06.2010 19:32
Ich finde es sehr schade wenn die babyklappe abgeschafft wird.
Ich denke es ist eine sinnvolle methode.
Klar sind die kindestötungen nicht zurückgegangen. Aber sind sie gestiegen??
NEIN! denkt doch auch mal an die frauen oder junge mädchen die diese einrichtung genutzt haben. Bei denen kam es nicht in frage die kinder zu töten. Es fällt schon schwer genug ihr kind wegzugeben.
Stephanie van der Linde:
24.06.2010 23:00
Die Zahl der Kindstötungen hat sich aber auch nicht erhöht,daran sollte auch gedacht werden. Wenn die Babyklappe abgeschafft wird,wird leider aber die Zahl der kranken Mütter nicht abgeschafft,Problem besteht also weiterhin,daher finde ich die Babyklappe nicht schlecht,denn die Möglichkeit besteht,das Kind sicher abzugeben wenn es nicht gewollt ist,die Herkunft kann vielleicht nicht mehr ermittelt werden,aber das Kind stirbt nicht quavoll an Unterversorgung wenn es an fremden,evtl schlecht besuchten Orten abgelegt wird.
Andrea Mothes:
24.06.2010 22:15
Die Babyklappe ich eine SUPER tolle Sache, es sollte so bleiben wie es jetzt ist. Die Leute von SterniPark machen eine sehr wichtige Arbeit. Es ist so vielen Babys schon geholfen worden.
Ingrid Bascha:
20.06.2010 14:20
Die Babyklappe finde Ich sehr gut,weil die Babys dadurch überleben können.Es wurden schon soviele Babys einfach irgendwo abgelegt und sind deswegen gestorben und das ist furchtbar.Jedes Baby hat ein Recht zum Leben und deshalb finde Ich die Babyklappen sehr,sehr hilfreich und alle sollten dafür sein.Es gibt für Mich keinen einzigen Grund,das gegen die Babyklappen spricht.
Annika aus Lübeck:
26.05.2010 21:46
Ich finde diese Babyklappe eine sehr gute Iddee.
Ich muss sagen das es zwar immernoch grausame Menschen giebt, die ihre babys umbringen.
Aber ich denke es war für viele frauen eine erleichterung zu wissen das ihr baby in guten händen ist.
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