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Depressionen - Wenn Eltern weniger geben können

Depressionen - Wenn Eltern weniger geben können
Bild: Arto-heller@fotolia.com

Das Kind ist da, voller Lebenswille und Energie. Die Mutter jedoch sitzt stumm daneben und kann nicht mithalten. Sie findet keinen Zugang zu dem kleinen Wesen, spürt keine Freude, kann nicht Anteil nehmen.
Eine Depression ist für jeden ungeheuer belastend. Depressive Eltern aber werden zusätzlich mit einem Packen Schuldgefühle beladen. Tatsächlich können sich mütterliche Depressionen schon während der Schwangerschaft nachteilig für das ungeborene Kind auswirken. Der erhöhte Adrenalinspiegel im Blut hemmt den Sauerstoff- und Nährstoffaustausch mit dem Kind. Hohe Dosen des Stresshormons Cortisol beeinträchtigen auch die kindliche Stressregulation.

Depressive Eltern meist ohne emotionale Bindung zum Kind



Nach der Geburt fällt es depressiven Eltern meist schwer, eine emotionale Bindung zum Kind aufzubauen. „Depressionen setzen die intuitiv elterlichen Kompetenzen herab“, erläutert Helmut Berndt, leitender Oberarzt der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster. Depressive Eltern lächeln, streicheln, reden und spielen mit ihrem Kind viel weniger als gesunde Eltern und können kindliche Signale schlechter auffangen.

Die Folge: etwa 40 Prozent der Kinder endogendepressiver Eltern zeigen bereits sehr früh eigene Verhaltensauffälligkeiten. Um die Kinder zu schützen und trotz Krankheit den Start ins Familienleben gelingen zu lassen, sollten Eltern ihren Zustand möglichst früh ernst nehmen und sich professionell therapieren lassen. Angst vor einer langen Auszeit muss niemand haben. Mittlerweile bieten viele Kliniken Behandlungskonzepte, die mit einem kurzen stationären Aufenthalt auskommen und möglichst schnell auf eine ambulante Unterstützung innerhalb des Familienalltags setzen.

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Weitere Informationen

Informationen, ein Selbsttest, Adressen von Kliniken und regionale Anlaufstellen finden Sie beim Bündnis gegen Depressionen:

www.kompetenznetz-depression.de

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„Warum ist Mama traurig?“ ist ein Bilderbuch für Kinder von 2–5 Jahren, das mit ansprechenden Zeichnungen und auf kindgerechte Art erklärt, was eine Depression ist und wer helfen kann. Im Anhang gibt die Autorin wertvolle Tipps für das Gespräch mit den Kindern. Das Buch ist eine Hilfe für betroffene Familien und lässt sich gut in der Eltern- und Angehörigenberatung, der therapeutischen und pädagogischen Begleitung von Kindern einsetzen.

Mabuse Verlag,
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