Erinnern Sie sich an das Strampeln Ihres Babys im Bauch? An Ihre Gespräche mit ihm – wie innig und verbunden Sie sich Ihrem noch ungeborenen Kind gefühlt haben? Wie Sie sich darauf gefreut haben, dieses kleine Wesen in den Armen zu halten? Und dennoch: Kaum ist es auf der Welt – und Sie beginnen, ihm die Nähe Ihres Körpers zu entziehen. Sicher liegt diese „Trennung“ in der Natur der Sache, aber oftmals schwingt auch der Gedanke mit, dass Kinder lernen müssen, allein zu sein: In ihrem eigenen Zimmer, in ihrem Bettchen, im Kinderwagen ...
Keine Angst. An dieser Stelle soll keine ideologische Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgen, sondern wir möchten Sie kurz und bündig darüber informieren, welche Vorteile es birgt, auf eine uralte Methode zurückzugreifen: Das Tragen von Babys. Und dies gilt nicht nur für Mütter: Auch Väter können tragen!
Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen die positiven Auswirkungen auf die Wirbelsäule und auch auf die Entwicklung der kindlichen Hüftgelenke, ganz abgesehen von dem günstigen Einfluss auf die Eltern-Kind-Bindung. Scheinbar widersprüchlich entwickelt sich aus dieser Methode der beständigen Körpernähe eine stabile Eltern-Kind-Beziehung, die es den Kindern erlaubt, selbstständig und kompetent ihre Umgebung zu erkunden. Insbesondere Eltern von Frühgeborenen sollten diesem Thema Aufmerksamkeit schenken, um die Sinne ihres Kindes zu fordern und fördern.
Tragen will gelernt sein
Ein Blick in die Regale der Babyausstatter genügt, um festzustellen, dass sich hier ein neuer Markt etabliert hat. Tragetücher sind mittlerweile in allen Längen und Trendfarben erhältlich und auch so genannte Tragehilfen fehlen nicht im Sortiment der Anbieter. Einzig und allein mangelt es eventuell manchmal an der kompetenten Fachkraft, die die entscheidenden Hinweise gibt und Fragen der „Trage-Laien“ beantwortet. Denn Fragen gibt es zuhauf: Ab wann kann ich mein Kind tragen? Welche Tragestellung ist positiv für das Kind? Welche für mich geeignet? Welche ist gar ein „no-no“?
Schön, dass so ein Artikel hier auftaucht, aber schade, dass die Informationen unvollständig sind.
Bei den Kriterien guter Tragehilfen fehlt, dass der Steg beim Baby von Kniekehle zu Kniekehle gehen sollte und dass es enorm wichtig ist, die Wirbelsäule des Babys gut und gleichmäßig zu stützen. Weiterhin sollen die Oberschenkel des Babys maximal 90 Grad gespreizt sein (die korrekte Haltung wird ja auch Anhock-Spreiz-Haltung genannt).
Außerdem fehlt der Hinweis, dass es zunehmend mehr Trageberaterinnen gibt, die Eltern speziell zum Tragen beraten und das richtige Binden eines Tragetuchs vermitteln können. Adressen findet man z. B. auf den Websites der Trageschulen http://www.clauwi.de oder http://www.trageschule-dresden.de.
Last but not least gibt es mittlerweile einige Tragehilfen, die schon für Neugeborene geeignet sind, z. B. den DidyTai, den MySol, den HopTye, die Mei Tais von Fräulein Hübsch oder Moseskinder, den Bondolino, den LueMai und den MilaMai und den Emeibaby Carrier.
Ich rate allen, die mehr über das Thema wissen wollen, sich z. B. im Forum bei http://www.stillen-und-tragen.de oder bei www.rabeneltern.org
Meike Pabst Groß-Bieberau:
19.01.2012 21:35
Das Bild passt definitiv nicht zum Tipp: Wie sollte das Baby getragen werden? Stichwort 'Beinhaltung'!!!!!!
Das Binden des Tuches ist nicht so einfach, aber das Bild hilft nicht!
Sabine Schweiger :
18.01.2012 23:51
Kann mich nur anschließen. Dieses Thema ist so wichtig. Das Bild ist schrecklich. In München gibt es ein Fortbildungs&Trainingszentrum Babytragen. Hier kann man sich zur TragetrainerIn ausbilden lassen, oder Elternkurse buchen, damit man nicht mir Kreuzschmerzen rumlaufen muss, wie es die Dame auf diesem Bild sicher bald macht.
Sandra Müller:
18.01.2012 21:44
Dieses Tuch ist so schlecht gebunden, dass es kaum zu übertreffen ist.
Das Kind ist an der Mutter aufgehängt, Beinhaltung, Nacken/Rückenstütze,Kopfstütze oder Bequemlichkeit nicht annähernd gegeben. Die Mutter solle ebenso bald Schmerzen bekommen bei dieser falschen "Bindeweise".
Ich frage mich wirklich, wie man ein so misserables Bild verwenden kann..
Ein schlechteres Beispiel wird man kaum finden.
Daumen runter!
Maxi Werle, Bad Münstereifel:
18.01.2012 21:33
Hallo,
es gibt mittlerweile viele ausgebildete und zum teil zertifizierte Trageberaterinnen. Vielleicht eine Trageberaterin vorher kontaktieren und dann findet man sich auch in diesem Irrgarten aus.
Liebe Grüße
Maxi Werle
Kristin,Berlin :
18.01.2012 21:30
Ich meinte natürlich :GEBUNDEN ;-)
Kristin,Berlin :
18.01.2012 21:28
Stichwort Beinhaltung : Das sieht aber sehr ungesund auf dem Foto aus!!!! Schade. So ein tolles Thema und dann wurde das Tuch falsch gebunfen!
Sondermodelle
Auch für Frühgeborene oder Zwillinge findet sich auf dem Markt der Tragehilfen ein Hersteller. Die Firma Weego hat mit dem Modell Weego preemie - einsetzbar ab 1400 Gramm – oder mit dem Weego twin – für Zwillinge – eine Lösung gefunden.
Leihservice
Immer mehr Hersteller oder Shops bieten
einen Leihservice an. Denn eines sollte keinesfalls
unterschätzt werden: Das beste Tuch, die beste Tragehilfe nutzt nichts, wenn sie nicht auch auf den Tragenden zugeschnitten ist. Nutzen Sie die Angebote der stunden- oder tageweisen Ausleihe.
Buchtipp
Ein Baby will getragen sein
Evelin Kirkilionis
Alles über geeignete Tragehilfen und die Vorteile des Tragens. Mit einem Vorwort von Jirina Prekop.
Kösel Verlag, 2007,
ISBN 9783466344086; 12,95 EUR