In den besten Händen – wer kann mein Kind betreuen?
Jugendamt – erste Anlaufstelle
Doch zurück zum Kernpunkt – der Organisation der Betreuung: Eine der wichtigsten Anlaufstellen sollte zunächst das Jugendamt sein. Da es keine bundeseinheitlichen Vorgaben bzw. Regelungen gibt (Kinderbetreuung ist Sache der Länder), könnte es passieren, dass beim örtlichen Jugendamt möglicherweise nur spärliche Informationen erhältlich sind, – aber hier tut sich viel. Die meisten Kommunen haben inzwischen Flyer o.ä. zusammengestellt, die sowohl über öffentliche als auch private Einrichtungen wie Krippen, Kindergärten etc. informieren. Wenn Eltern nicht auf die eingangs erwähnten Empfehlungen von Freunden und Bekannten zurückgreifen können, sollte das Jugendamt beim Thema „Tageseltern/-mutter“ die Anlaufstelle schlechthin sein. In vielen Städten gibt es inzwischen „Tagespflege-Börsen“, die – häufig in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Jugendamt – bei der Vermittlung von Tagesmüttern/-eltern behilflich sind. Seit der Verabschiedung des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (…übrigens bereits unter Frau von der Leyens Vorgängerin Frau Renate Schmidt ins Leben gerufen…) brauchen Tagesmütter und –väter, die mehr als 15 Stunden in ihrem Haushalt ein Kind betreuen, eine so genannte „Pflegeerlaubnis“ des Jugendamtes. Auskunft über die Stundenhonorare erteilt entweder das Jugendamt, oftmals sind sie auch „verhandelbar“ und liegen zwischen 2,50 Euro und 8 Euro.
Entscheidend dennoch: Bei der Auswahl der Tageseltern muss die Chemie stimmen. Die Vorteile im Vergleich zu einer Krippe liegen auf der Hand: Flexiblere Zeiten, eine familiäre Atmosphäre, – aber eben auch möglicherweise eine weniger qualifizierte Ausbildung der Betreuungsperson, eventuell weniger Spiel- und Lernmaterial.
Da Krippenplätze für unter 3-Jährige rar gesät sind, organisieren sich immer mehr Eltern in privaten Initiativen. Hier ist Mitarbeit gefragt, die für Vollzeit-Berufsrückkehrer nicht immer leicht zu leisten ist. Dafür sind die Mitspracherechte bei Erziehung, Ernährung etc. oft wesentlich größer.
Sicher eine sehr attraktive, aber eben auch relativ kostspielige Möglichkeit der Betreuung: Eine Kinderfrau. Das Kind verbleibt in seiner gewohnten Umgebung, die Arbeitszeiten sind oftmals flexibler gestaltbar und auch in Krankheitsfällen ist das Kind unter Aufsicht.
Ähnlich die Situation bei Engagement eines Au-Pairs: Flexibilität und „Notfälle“ sind mit Au-Pairs sicher unkomplizierter zu regeln, aber hier herrschen strikte Regeln zugunsten der jungen Frauen und Männer, die immerhin als Mitglied des Haushalts anzusehen sind. Das dies eines gewissen Raumangebots bedarf steht sicher auch außer Frage. Ebenso wie Leih-Omas und Babysitter stellen Au-Pairs sicher eine sinnvolle Ergänzung des aufzubauenden Netzwerks dar. (Über die dabei zu beachtenden Rechte und Pflichten wie bspw. eine Unfallversicherung informiert der Infokasten.)
Eines bleibt bei all diesen Möglichkeiten gewiss: Ein Spagat ist die Entscheidung für Beruf und Kind allemal. Aber ein Großteil der Last ist Eltern schon genommen, wenn sie ihren Nachwuchs in den besten Händen wissen.