TIPP: Kontoklärung
„Kontoklärung" - das sperrige Wort lässt unangenehme Arbeit vermuten. Richtig! Die allerdings kann sich positiv auf Ihren gesetzlichen Rentenanspruch auswirken.
Kontoklärung meint den Abgleich Ihres Lebenslaufes mit Ihren bereits registrierten Rentenzeiten. Dabei geht es darum, möglichst lückenlos alle Zeiten zu belegen, die für Ihren Rentenanspruch maßgeblich sind. Dazu gehören zum Beispiel Ausbildungs- und Studienzeiten, Kindererziehungszeiten, Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krankheit u.a. Allein die Registrierung von Kindererziehungszeiten kann Ihnen unter Umständen rund 100 EUR Monatsrente mehr bringen. Es lohnt sich also durchaus, die eigenen Unterlagen nach Ausbildungsnachweisen, Geburtsurkunden und Bescheinigungen für die Elternzeit, Sozialversicherungsnachweise etc. zu durchforsten und diese Ihrer Rentenversicherung zuzusenden. Zur Kontoklärung werden Sie meist von Ihrem Rentenversicherer schriftlich aufgefordert. Sie können allerdings auch selbst aktiv werden. Fragen zur Kontoklärung beantwortet Ihnen die Beratungsstelle Ihrer Rentenversicherung. Dort erhalten Sie auch die Liste Ihrer bereits registrierten Rentenzeiten.
TIPP: Risiko- oder Kapital-Lebensversicherung?
Kleine Entscheidungshilfe: Fragen Sie sich vor dem Abschluss einer Versicherung immer, was hat die stärksten Auswirkungen auf mich, was ist das größte persönliche Risiko? Das sichern Sie als erstes ab und bilden Sie dann erst Kapital. Im Klartext: Junge Familien, denen wenig Geld zur Verfügung steht, sollten sich für die Risikolebensversicherung mit geringeren Beiträgen entscheiden. Eine Kapitallebensversicherung macht dann Sinn, wenn ihnen der relativ hohe Beitrag kein Loch in die Haushaltskasse reißt. Also: Erst das Risiko absichern, dann Kapital bilden.
TIPP: Rückwärts rechnen
Wenn Sie herausfinden wollen, wie viel Geld Sie monatlich für Ihre Altersvorsorge einsetzen können/müssen, rechnen Sie einfach „rückwärts".
Das heißt:
Legen Sie fest, wie viel Geld Ihnen im Rentenalter monatlich aus der privaten Vorsorge zur Verfügung stehen soll (Soll-Zustand)
Stellen Sie fest, wie viel Geld Ihnen heute, nach Abzug aller Verbindlichkeiten, monatlich zur Verfügung (Ist-Zustand) steht
Wie viel Zeit bleibt Ihnen noch bis zum Rentenalter?
Wie hoch sind die monatl. Beiträge, um den gewünschten Betrag im Alter anzusparen?
Wenn Sie diese Eck-Daten zusammengetragen haben, lassen Sie sich am besten fachlich beraten. Ihr Ansprechpartner sollte Ihre derzeitigen Lebensumstände, Ihre Zukunftspläne und Ihre persönliche Risikobereitschaft in seine Beratung einbeziehen. Ein guter Berater zeigt Ihnen verschiedene Möglichkeiten auf, ohne Sie zu einer Entscheidung zu drängen und hilft Ihnen auch bei der Errechnung der monatlichen Sparraten unter Rücksicht auf Inflation und Rendite.
Infos zu den FinanzFachFrauen und Ihre Ansprechpartnerin finden Sie auf der vorherigen Seite!
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Empfehlungen der FinanzFachFrauen
Zunächst gelten für alle Frauen folgende Grundsätze für die Altersvorsorge:
1. So früh wie möglich beginnen
2. staatliche Förderungen nutzen
3. erst die Grundversorgung sichern, dann spekulativ anlegen
Sind Sie ein Eckrentner?
Falls nicht, sollten Sie unbedingt sofort etwas tun.
Die Höhe der staatlichen Rente hängt ganz von Ihrer Erwerbsbiografie ab. Für die Errechnung des deutschen Rentenniveaus wird der so genannte „Eckrentner" zu Grunde gelegt. Dieser fiktive Rentner hat 45 volle Versicherungsjahre lang mit seinem Durchschnittsverdienst von 2.463,08 € pro Monat volle Versicherungsbeiträge geleistet - ohne Unterbrechung. Für jedes volle Beitragsjahr (Anm.: Teilzeitstelle = halbes Beitragsjahr) hat er sich einen Rentenpunkt erworben, also 45 Punkte. Seine 45 Versicherungsjahre werden mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Damit erhält der Eckrentner 2004 im Westen eine Bruttorente von 1175 Euro im Monat (Ost: 1033,65 Euro) aus der gesetzlichen Rentenversicherung.
Stimmt eine dieser Eckdaten in Ihrer Erwerbsbiografie nicht, sind Sie kein Eckrentner. Ergo erhalten Sie weniger aus dem gesetzlichen Rententopf. Da Frauen durchschnittlich 80 Prozent vom Durchschnitts-Gehalt des Eckrentners verdienen, meist diejenigen sind, die ihr Erwerbsleben unterbrechen, um Elternzeit nehmen und danach häufig Teilzeit arbeiten, ist es für die meisten also höchste Zeit, aktiv zu werden. Am besten nehmen Sie Ihre Altersvorsorge selbst in die Hand und schließen bereits entstandene Lücken durch private Vorsorge.