Ein Ferienhaus bietet Platz, eine eigene Küche und völlige Unabhängigkeit. Trotzdem würde sie sich gerne für zwei Wochen bekochen lassen, es genießen, dass jemand die Betten macht, die Handtücher wechselt. „Klasse Sache, so ein Babysitter im Haus“, schwärmt Julia. „Aber ehrlich gesagt will ich Leo noch gar nicht einer fremden Person anvertrauen“, gesteht sie. „Vielleicht im nächsten Jahr.“ Für dieses Mal lautet ihre Entscheidung: „Ferienwohnung, am besten eine direkt hinter den Dünen.“
Als Unterkunft locken tausende von Möglichkeiten, mal teurer, mal günstiger. Jugendherbergen bieten eine preiswerte Alternative zum Hotel. Alleinerziehende oder Familien mit geringem Einkommen können je nach Bundesland auch Zuschüsse für den Urlaub beantragen. In Zeiten knapper Kassen lohnt es sich, bei den Familienberatungsstellen von Caritas, Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder Diakonie nach Angeboten zu fragen. Die Wohlfahrtsverbände organisieren zum Teil selbst Reisen oder können Tipps für Erholungsziele oder Unterkünfte geben.
Einige Voraussetzungen sollten am Urlaubsort erfüllt sein!
Der Zielort sollte wickelkindtauglich sein, dazu gehören eine Wickel- und Bademöglichkeit und ein geeigneter Schlafplatz. Luxus braucht ihr Baby nicht, Standard reicht aus. Es fühlt sich geborgen, solange Mama und Papa in der Nähe sind. Kuscheln und Spielen kann es an jedem Ort der Welt. Windeln und Gläschen gibt es überall zu kaufen. Wer noch voll stillt, hat damit erst recht kein Problem. Und falls der Urlaub Sie an einen entlegenen Ort mit spärlichen Einkaufsmöglichkeiten führt, können Sie sich zu Hause mit einem Vorrat eindecken. Viel wichtiger ist, dass sich die Eltern gut zurechtfinden. Wer also ohne Kind nie zelten war, sollte das Experiment Camping nicht gerade im ersten Familienurlaub wagen.
Hotel oder Jugendherberge?
Im kinderfreundlichen Hotel oder einer Jugendherberge
sind Hausfrau oder -mann entlastet und bei den gemeinsamen Mahlzeiten trifft man viele Gleichgesinnte – gerade für Alleinerziehende ist das angenehm. Wer viel Platz und seine Ruhe schätzt, ist in Ferienwohnung oder Ferienhaus gut aufgehoben. Für was auch immer Sie sich entscheiden: In Ihrem Quartier sollte Ihr Kind ruhig mal schreien dürfen, ohne dass sich gleich Zimmernachbarn und Personal beschweren. Je älter bzw. mobiler das Kind, desto wichtiger ist eine kindgerechte Ausstattung, z. B. Törchen vor der Treppe oder Teppichboden statt kalter Steinfliesen.
Denken Sie daran: Ihr erster Baby-Urlaub soll in erster Linie Urlaub für die Eltern sein. Ihr Baby braucht keinen Tapetenwechsel – Ihnen tut er sicherlich gut. Je wohler sich Mama und Papa fühlen, desto besser für Ihren kleinen Schatz. Und selbst wenn es mit dem Einschlafen in der fremden Umgebung nicht so gut klappt – das soll Sie nicht von der Reise abhalten. Schlafen können Mama, Papa und Baby im Urlaub auch tagsüber. Für Abenteuer bleibt noch Zeit genug.
PS. Wie war Ihre erste Urlaubsreise mit Ihrem Baby? Schildern Sie uns Ihre Eindrücke und Erlebnisse im Kommentarformular!
Wir sind mit unserem damals 3 Monate alten Sohn nach Tunesien geflogen. 14 Tage, all inclusive....das rundum sorglos-Paket! Und iIch würde das immer wieder tun! Unser Kleiner war/ist gesund und der Kinderarzt hatte auch keine Einwände, so sind wir dann Last Minute losgeflogen. Fliegen war kein Problem, erstens sind es bis Tunesien nur 2-3 Stunden Flug und zweitens war es für das Baby wie Autofahren, nur eben auf Mamas Arm. Und er hat den ganzen Flug dann sowieso verschlafen. Ich würde auf ein sehr gutes Hotel achten, und dafür ggf. lieber 200€ mehr bezahlen. Bei den Fluggesellschaften kann man mit Baby auch meistens die erste Sitzreihe für hin- und Rückflug reservieren, das hat sich für uns auch bewährt. Unser Sohn ist jetzt gerade 2 Jahre alt geworden und wir sind mit ihm so oft es ging weg geflogen, gerade kommen wir aus der Türkei zurück. Denn bis er 2 Jahre alt war konnten wir ihn kostenlos mitnehmen, das haben wir ausgenutzt ;o)! Nur Mut, Südländer lieben Babys!
Julia, Göttingen:
22.06.2010 20:02
Mit unserem 7 Monate alten Säugling waren wir gerade 4 Tage in Istanbul: nach 6 Jahre das erste Mal wieder Erwachsenenurlaub.. Mit dem ersten Kind hätten wir uns das sicher nicht getraut - jetzt haben wir gedacht: wieso denn nicht? Das Baby war im Tuch die ganze Zeit extrem zufrieden und die Türken -junge Männer wie alte Frauen- haben begeistert mit dem Baby geflirtet, es ungefragt hochgenommen, geküsst und fotographiert.
So viele Kontakte hätten wir ohne Baby nie geknüpft.
Fazit: ein entspannter und wundervoller Urlaub für uns drei.
PS Moscheen eignen sich super zum Krabbeln...