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Väter in der Stillzeit

Tragen im Tragetuch ist zum Beispiel eine Möglichkeit,wie Väter eine gute Beziehung zu ihrem Kind schon ganz früh aufbauen können. Gerade wenn sie abends von der Arbeit nach Hause kommen und die Mutter erschöpft ist, kann so allen geholfen werden. Häufig wird unterschätzt, wie anstrengend ein Tag für eine junge Mutter sein kann. Oder die Männer sind erstaunt, warum abends der Haushalt so brach liegt, wo doch die Frau den ganzen Tag zu Hause war.

In der Babyphase ist es für einen Säugling wichtig, eine besonders enge Beziehung zu einer Person aufzubauen. Für gewöhnlich ist diese Person seine Mutter, da sie mit dem Kind die zeitlich längste Beziehung hat, ihm eine besondere Zuneigung entgegenbringt und es mit Muttermilch versorgt. Abzustillen, damit auch der Vater die Ernährung des Kindes übernehmen kann, ist häufig nur ein vorgeschobener Grund. Väter können sich auf ganz andere Weise einbringen.

Die Entscheidung für Stillen und die Dauer der Stillzeit hängt von vielen Faktoren in der Umwelt der Mutter ab.



Dabei zählt nicht nur ihr eigenes Wissen und die Verfügbarkeit von stillfreundlich eingestellten und gut informierten Fachkräften, sondern auch das Wissen und die emotionale Einstellung der unmittelbaren Umgebung. Erfahrungsgemäß gibt es im letzteren Bereich für die Mutter zwei Haupthindernisse bei der Stillentscheidung.
Einerseits ist dies die Einstellung der eigenen Mutter bzw. der Schwiegermutter, die Stillen aufgrund eigener Erfahrungswerte oder des eigenen veralterten Wissensstandes als unzureichende Ernährung für ihr Enkelkind betrachtet und ihr Enkelkind gern selbst ernähren und verwöhnen möchte. Andererseits ist es die Unsicherheit oder Unwissenheit der Väter, denen nicht bewusst ist, wie wichtig Stillen für ihre Kinder ist und welche Vorteile es für sie persönlich bringt, wenn ihre Frau das Kind stillt. Daher sollten sich auch die Väter schon während der Schwangerschaft informieren, um ihrer Frau später ein sicheres Umfeld zu geben. Väter können der Schutz für ihre Familie sein, indem sie ihre Frauen stärken.

Häufig entsteht mit der Änderung der Partnerschaftsbeziehung durch die Geburt des Kindes Eifersucht. Einerseits sind die Väter eifersüchtig auf das Kind, das ihnen so ganz die Partnerin zu nehmen scheint. Andererseits sind die Frauen eifersüchtig, wenn sie sehen, wie zärtlich die Väter mit ihrem Kind umgehen, während die Männer sich gleichzeitig weniger um ihre Partnerin kümmern. Wichtig ist gerade in dieser sensiblen Anfangszeit, dass sich die Paare Zeit für Gespräche miteinander nehmen. Werden die eigenen Gefühle wahrgenommen und darüber gesprochen, diese gegenseitig akzeptiert und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten gesucht, können Konflikte schon von vornherein vermieden werden.

© Gudrun von der Ohe,
Ärztin sowie Still- und Laktationsberaterin IBCLC,
1. Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laktationsberaterinnen
www.bdl-stillen.de
Teil 1

Väter mit neuem Rollenverständnis

Teil 2

Wie der Vater die stillende Frau unterstützen kann!
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Der väterliche Blick aufs Stillen – vier Männer
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Kontakte und Infos

Gruppen zum Austausch bieten Still- und Laktationsberaterinnen IBCLCs zu finden im Internet unter
www.bdl-stillen.de

La Leche Liga
www.lalecheliga.de

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen
www.afs-stillen.de

Die La Leche Liga Österreich hat einen Infobrief „Vater werden ... und wie geht es weiter?“ herausgegeben, den Sie unter
www.lalecheliga.at
bestellen können.
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