Manchmal kommen Zweifel, manchmal gehen Sie wieder, mitunter bleiben sie auch. Bin ich der Vater meiner Kinder? Laut Presse sind rund 10% aller geborenen Kinder sogenannte Kuckuckskinder. Von der Mutter mit Absicht oder unwissentlich dem Papa als leibliche Kinder untergeschoben. Bei der großen Zahl an vorgeschobenen Vaterschaften ist es wenig verwunderlich, dass manchem Papa der Zweifel plagt. Spätestens im Konfliktfall, wenn eine bevorstehende Trennung oder Scheidung die Beziehung belastet, will er Gewissheit.
Die genmedizinischen Fortschritte
Und das ist gar nicht so schwer. Die Genmedizin hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, die Abstammung ist heute keine Frage langwieriger Laboruntersuchungen mehr. Ein einfacher Gentest genügt. Im Internet sprießen die Anbieter von genetischen Vaterschaftstests deshalb wie Pilze aus dem Boden. Das Geschäft ist lukrativ, vor allen Dingen können die Tests schnell und heimlich durchgeführt werden. Aber gerade die Heimlichkeit bringt den genetischen Vaterschaftstest rechtlich in Verruf.
Die rechtliche Lage
Nach dem neuen Gen-Diagnostik-Gesetz stellen heimliche Vaterschaftstests eine Ordnungswidrigkeit dar. Wer einen solchen Test in Auftrag gibt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro rechnen. „Unbeteiligte Dritte“, wie z.B. Großeltern oder die ausführenden Labore, müssen sogar mit deutlich höheren Bußen rechnen. Künftig ist es nötig, dass alle Beteiligten, bzw. die Sorgeberechtigten, schriftlich ihre Zustimmung erklären.
Außerdem sieht das neue Gesetz eine Beratungspflicht vor. Das heißt, die Sachverständigen sind verpflichtet, Kunden zu beraten und aufzuklären, was ein Abstammungsgutachten ist, wie es erstellt wird und wie das Ergebnis zu deuten ist. Labore, die Vaterschaftstests durchführen, müssen akkreditiert sein. Das soll eine hohe Qualität der Angebote der Labore und der Sachverständigen sichern.
Ich bin der Meinung das ein Vaterschaftstest dirket nach der Geburt gesetzlich vorgeschrieben werden sollte!Egal ob das zukünftige Elternpaar verheiratet ist oder gar nicht zusammen lebt!
Auf dauer wären aufgrund der Masse die Tests wahrscheinlich gar nicht mehr so teuer und ausserdem würden sich höchstwahrscheinlich viele Kriege,die vor Gericht ausgefechtet werden, erspart werden! Seht euch das Tv doch mal an:Hartz4 und die Staatskasse mit solchem Mist belasten.Oder verheiratete Paare,wo er sich nach der Trennung denkt:"Och,ich versuchs mal,vielleicht hab ich ja Glück und bin nicht der Vater"... Damit wird jeder Streitsüchtigen Partei gleich der Wind aus den Segeln genommen! Und Väter bekämen vielleicht endlich mehr Rechte!Ich bin selbst grade schwanger und bin eindeutig DAFÜR das der Vater die eindeutige Sicherheit hat!
Andersrum:Wieviele Frauen dürfen sich im Falle einer Trennung quasi als "Hure" betiteln lassen weil der Vater plötzlich zweifelt und sich von anderen Leuten Flausen in den Kopf setzen läßt??Ein Test würde von Anfang an Zweifel ausräumen und Tatsachen schaffen! Aber das wird wohl nie was werden,leider! Schade auch das Frauen,die wissen das sie einem Mann ein "fremdes Kind" unterschieben nicht bestraft werden!
Lassie, Osnabrück:
08.03.2011 01:41
Ein Verbrechern, jedem Mann muss doch jederzeit erlaubt werden, die Abstimmung des Kindes zu prüfen! Ist er nicht der Vater, kann er sich sofort abwenden und Schadensersatz fordern!
Petroslav, München:
23.04.2010 16:58
Jetzt schreibt das Gesetz vor, dass man die Mutter immer einbeziehen muss. Tue ich das, dann entzieht sie mir das Kind komplett! Ich habe auch Erziehungsrecht, warum soll ich das nicht alleine mit dem Kind ausmachen dürfen, wem tue ich denn weh. Je nachdem, was rauskommt, bräuchte ich dann weder das Kind noch die Mutter mehr belasten und ich sehe das Kind dann wenigstens noch.
Mohammed, Duisburg:
31.03.2010 18:00
Man muß zwischen rechtlichen Anforderungen unterscheiden (Einwilligung der Mutter aus rechtlichen Gründen) und der wissenschaftlichen Seite (die auch durch einen DNA-Vergleich von Vater-Kind ein Ergebnis erbringen kann, nicht immer). Die rechtliche Einwilligung der Mutter muß vorliegen (siehe Gendiagnostikgesetz), aber eine Probe der Mutter muß nicht analysiert werden. Außer man folgt dem Aufruf anscheinend unseriöser Anbieter, den Test im Ausland machen zu lassen: http://www.vaterschaftstest-heimlich.eu/impressum.htm (Fa. Delphitest)
Eri, Frankfurt:
31.03.2010 17:02
Naja, mein Vorredner bezieht sich auf das Nicht-Mit-Testen der Mutter. Das ist wohl wissenschaftlich tatsächlich nicht notwendig. Das sagt aber gar nichts darüber aus, daß die Mutter dem Test nicht zustimmen muß. Ich habe es so gemacht, daß die Mutter zwar zugestimmt hat, sie aber aus preislichen Gründen dann an der Untersuchung nicht teilgenommen hat.
Ob das Geschäft mit den Tests so lukrativ ist, wage ich zu bezweifeln, sonst würden sich kaum so viele Labore einen Preiskampf liefern - das ist zumindest mein Eindruck nach einiger Recherche bei Google, auf der Suche nach dem besten Anbieter.
Das Gendiagnostikgesetz schreibt eine Akkreditierung der Labore erst ab Februar 2011 vor - dies ist hier nicht ganz richtig dargestellt. Wichtig ist also, darauf zu achten, daß die Labore an wichtigen Qualitätssicherungsmaßnahmen teilnehmen, wie z.B. die Ringtests der Rechtsmedizin. Bis Februar 2011 wird es sicher noch viele Anbieter - auch durchaus seriöse - die noch keine Akkreditierung haben und auch gesetzlich keine vogeschrieben ist.
Alle Anbieter findet man ganz gut zusammengefaßt unter http://www.vaterschaftstest-unkommerziell.de. Allerdings hat mich die Erfahrung gelehrt, daß die Tests unter 160 Euro Mogelpackungen sind, die teilweise kein Probenentnahmeset, KEINE MEHRWERTSTEUER (!!!) oder kein schriftliches Gutachten enthalten (!). Also Augen auf bei zu günstigen Anbietern.
Christian:
09.03.2010 06:46
Mit dieser Entscheidung wird möglichen Vätern jeglicher Weg zur Sicherheit genommen.
Wenn ich so etwas noch lese:
http://www.bj-diagnostik.de/news.php?id=65
dass es wissenschaftlich keinen Sinn macht, ärgert mich solche eine Gesetzesänderung noch mehr.
Naja .. es ist wie immer .. als "niemand" kann man gar nichts machen nur auf einen Umweg hoffen der irgendwie funktioniert.