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Kinderwunsch bei minus 196 Grad

Kinderwunsch bei minus 196 Grad
Bild: Olivier - Fotolia.de

Auch weibliche Eizellen lassen sich eine Zeit lang tiefgekühlt aufbewahren. Bei Frauen stellt sich der Wunsch nach Kindern immer später ein. Soziale und berufliche Gründe sind häufig der Anlass, sich erst im fortgeschrittenen Alter mit der Familienplanung auseinanderzusetzen. Doch ab 30 sinkt die Fruchtbarkeit der Frau.
„Ist es ab 35 Jahren schon schwer ein Kind zu bekommen, so ist es ab 40 fast aussichtslos, schwanger zu werden“, erklärt Frauenarzt Lutger Bärling.

Weltweit setzen sich Reproduktionskliniken deshalb mit der Konservierung der weiblichen Eizellen auseinander und entwickeln neue Techniken. Und so kann für Frauen das wahr werden, was für Männer seit Mitte der 80er Jahre bereits selbstverständlich ist: Eizellen mittels Einfrieren zu konservieren. Allerdings ist dieses Verfahren in Deutschland noch nicht zugelassen. Nur Frauen, die an Krebs erkrankt sind, bekommen heute schon die Möglichkeit, vor einer Chemotherapie Eizellen zu spenden und sie mit der Kryokonservierung haltbar zu machen. Die Eizellen werden entnommen und bei minus 196 Grad eingefroren.

„Nach Ablauf ihrer Behandlung haben diese Frauen dann die Möglichkeit, über eine Schwangerschaft nachzudenken“, sagt Bärling. Bereits heute überleben über 80 % der Eizellen die kühle Behandlung. Ausschlaggebend für den Erfolg ist das Alter der Eizelle und nicht das der Gebärmutter, in der das Ei reift. Junge Frauen könnten so nach ihrer Ausbildung und dem Einstieg ins Berufsleben in Ruhe über den Zeitpunkt einer Schwangerschaft nachdenken. „Bis zum 50. Lebensjahr ist das Einsetzen einer befruchteten Eizelle physisch risikolos“, sagt der Reproduktionsmediziner Helge Schefer.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, denn eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes ist nicht in Sicht, und das verbietet die Eizellenspende. Das Bundesfamilienministerium setzt auf junge Familien und möchte den Trend zu immer älteren Müttern nicht fördern. Frauen, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können, müssen weiterhin auf Eizellenspenden im Ausland zurückgreifen und nach Frankreich, Spanien oder Belgien reisen. Denn den dort lebenden Frauen ist die Eizellenspende erlaubt.

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