Südniedersachsen/Nordhessen
Startseite Startseite  > Themen & Trends  > Schwangerschaft & Geburt  > Geburt  > Geburt - Geburt 2008 Macht der Hormone

Geburt 2008

Die Macht der Hormone
Bild: Liv Friis Larsen - Fotolia.com

Die Macht der Hormone



In erster Linie sind das Prostaglandine, Oxytozin, Adrenalin und Endorphine. Diese Hormone spielen bei der Steuerung und dem zeitlichen Ablauf der Gebärmutterkontraktionen während der Wehen und der Geburt eine wesentliche Rolle. Während die Prostaglandine die Entfaltung der Zervix in der Vorbereitung auf die Wehen bewirken, löst Oxytozin Gebärmutterkontraktionen aus. Adrenalin hingegen kann die Wehen zum Stillstand bringen. „Die Wirkung von Adrenalin sollte nicht unterschätzt werden, besonders in Kliniken, in denen es hektisch zugeht“, sagt Ina May Gaskin und erklärt damit, warum viele Frauen, die mit Wehen ins Krankenhaus fahren, plötzlich keine Wehen mehr haben, wenn sie dort angekommen sind. Das alles hat die Natur weise eingerichtet, und kann einer Antilopenmutter und ihrem ungeborenen Kalb das Leben retten, wenn sie unter der Geburt von einem Raubtier angegriffen wird. Ina May Gaskin: „Ein hoher Adrenalinspiegel beschleunigt den Herzschlag und macht uns stärker, schneller, sodass wir entweder kämpfen oder fliehen können.“ Dieser Effekt kann also eine Geburt durchaus verzögern, wenn eine werdende Mutter beispielsweise auf eine hektische Umgebung oder einen unsensiblen Geburtshelfer reagiert. Für ihren Körper ist Flucht angesagt.

Die Endorphine hingegen sind natürliche Opiate. Gaskin: „Bei großer körperlicher Anstrengung steigt der Endorphinspiegel an, auch dann, wenn uns warm ist, wir uns geliebt und unterstützt fühlen und vor allem, wenn wir keine Angst haben.“ Endorphine, erklärt die Autorin weiter, seien gerade unter der Geburt ein Segen, weil sie das Schmerzempfinden unterdrücken können.
Zurück zu Henriette. Sie hatte Glück. Sie fühlte sich sicher, hatte keine Angst und konnte ihrem Körper vertrauen. Moderne Frauen sind natürlich weit informierter als sie es war, und das ist gut so. Nur wer verschiedene Möglichkeiten miteinander vergleicht, ist in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch die wurden ihrer Tochter Elke beim ersten Kind komplett abgenommen. „Ich hatte mir eine Wassergeburt vorgestellt und mich mit meinem Mann auch darauf eingestellt.“ Doch alles verlief anders, als geplant. Elke kam gleich ans CTG. Angebliche Unregelmäßigkeiten führten zu einer Hektik, mit der sie nicht gerechnet hatte. „Mit Tropf am Arm und Stress beim Ungeborenen war von Baden und Wasser keine Rede mehr.“ Elke bekam ihr erstes Kind auf dem Rücken liegend und traute sich nicht, den Wunsch nach einem Positionswechsel zu äußern: „Zeitweilig hatte ich den starken Wunsch, auf alle Vieren zu gehen.“

Schade. Gebärende haben ein Gefühl dafür, was ihnen gut tut, wenn man sie lässt. Richard Hirsch, der auf wunderschöne Weise beschreibt, wie seine Frau Bettina die gemeinsame Tochter Sagara im Indischen Ozean zur Welt bringt (www.geburtskanal.de), drückt es so aus: „Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist ein so einmaliges Erlebnis, ein solch großes Geheimnis, das nur von den Eltern und am meisten von der Mutter verstanden wird. Sie ist auch die Person, die den engsten Kontakt zum Baby hat und daher auch am sichersten weiß, was für beide gut ist.“
Teil 1

Der inneren Stimme folgen

Teil 2

Macht der Hormone

Teil 3

Tiermütter als Vorbild

Teil 4

Die Hebamme

Teil 5

Die Doula
Weitere interessante Artikel:

Bonding - Der erste Kontakt
Wo gebäre ich mein Kind?
Was Sie vor der Geburt regeln sollten

Kommentar zu diesem Thema schreiben:

Name, Ort:
Mein Kommentar:
Bisher wurden noch keine Kommentare abgegeben.
zur Druckansicht


Teil 1

Der inneren Stimme folgen

Teil 2

Macht der Hormone

Teil 3

Tiermütter als Vorbild

Teil 4

Die Hebamme

Teil 5

Die Doula

Bild: Monika Adamczyk - Fotolia.com

Jannik, Kaiserschnitt-Baby
Hey, Mama, so wird das doch nix...!

Mann, ist das eng hier. Und dieses Geschiebe und Gedrängel. Das geht schon seit Stunden so. Hab ja schon verstanden, ich soll raus hier. Will ich ja auch, aber, Moment noch, ich muss mich noch eben drehen. He, was sind das für Wellen, die mir die Versorgung abklemmen...? Ich krieg keinen Sauerstoff mehr. Die Nabelschnur hat sich um meinen Hals gewickelt. Halt! Nicht schon wieder, ich kann nicht mehr. So wird das nix. Es ist zu eng zum Drehen, ich stecke fest. Mama, hör doch mal auf zu stöhnen und hol mich hier raus!! Auf einmal geht alles ganz schnell. Mama legt sich hin und wir werden irgendwo hin geschoben.
Rrrrratsch!!! Waaaah, ist das hell hier! Wo bin ich und wer sind die vielen Menschen? Alle mit so komischen Dingern vor Mund und Nase. He, hör auf an meinem Bein zu ziehen, ich will zu meiner Mama! Maaaaaaaamaaaaaa! Endlich. So dicht an deine Brust gekuschelt geht’s mir gleich besser. Erst mal verschnaufen. Macht das bloß nicht noch mal mit mir!
zur Druckansicht