Köln
Startseite Startseite  > Themen & Trends  > Schwangerschaft & Geburt  > Geburt  > Geburt - Geburt 2008 Tiermütter als Vorbild

Geburt 2008

Instinktiv reagieren!
Bild: Ka Leung Wong - Fotolia.com

Tiermütter als Vorbild



Was für sie gut war, das konnte Elke beim zweiten Kind leichter durchsetzen: „Britta wurde zu Hause geboren. Zu dem Zeitpunkt war das noch ungewöhnlich, aber ich hatte glücklicherweise eine Hebamme, die mich darin unterstützt hat. Die Nähe der Familie, die eigenen vier Wände, das alles hat mich völlig entspannt. Ich brauchte diesmal kein Schmerzmittel, obwohl ich beim ersten Mal eine PDA hatte. Dafür konnte ich mich wirklich gehen lassen und habe nicht darüber nachgedacht, was andere über mich denken.“

Wie wichtig dieses „Sich gehen lassen“ ist, schildert Ina May Gaskin in ihrem Buch anhand eines eindrucksvollen Beispiels: „Egal wo Sie gebären wollen, …überlassen Sie Ihrer inneren Affenmutter die Führung. Wenn Sie sich während der Wehen auf Ihren inneren Affen verlassen, verhindern Sie, dass sich Ihr hektischer Verstand in die uralte Weisheit Ihres Körpers einmischt.“ Sodann beschreibt die Autorin anschaulich den Unterschied zwischen Affen- und Menschenmüttern. Hier ein paar Beispiele:
  • Affenmütter halten technologische Unterstützung beim Gebären für unnötig.
  • Affenmütter machen sich keine Sorgen darüber, ob ihr Körper auch richtig funktioniert.
  • Affenmütter nehmen während der Wehen die Körperhaltung ein, die für sie am angenehmsten ist, und nicht die Lage, die man ihnen vorschreibt.
  • Affenmütter machen sich keine Sorgen darüber, ob sie während der Wehen laut sind, furzen oder Stuhlgang haben.
Nun mag sich nicht jede Schwangere gern als Affenmutter fühlen, eines steht jedoch fest: je mehr sie in sich hinein und auf ihren eigenen Körper hört, je mehr Vertrauen sie in die natürlichen Abläufe einer Geburt entwickeln kann, desto entspannter wird sie sein.

Elke brachte ihre Tochter Britta 1985 zu Hause zur Welt. Während Hausgeburten bis Anfang des 20. Jahrhunderts an der Tagesordnung waren, ging man danach mehr und mehr zur Klinikgeburt über. In den 80er Jahren erlebte die Hausgeburt eine Renaissance. Auch wenn die Zahl im Vergleich zu anderen europäischen Ländern niedrig ist – nur etwa zwei Prozent der Entbindungen fallen in Deutschland auf die außerklinische Geburtshilfe – so wächst doch die Zahl der Frauen, die über Alternativen nachdenken. Dennoch werden auch heute noch weit über 90 Prozent aller Babys in Krankenhäusern geboren. Erfreulicherweise gehört mittlerweile – zumindest auf den Säuglingsstationen – in den meisten Kliniken die Zeit einer unpersönlichen Atmosphäre der Vergangenheit an
Teil 1

Der inneren Stimme folgen

Teil 2

Macht der Hormone

Teil 3

Tiermütter als Vorbild

Teil 4

Die Hebamme

Teil 5

Die Doula
Weitere interessante Artikel:

Bonding - Der erste Kontakt
Wo gebäre ich mein Kind?
Was Sie vor der Geburt regeln sollten

Kommentar zu diesem Thema schreiben:

Name, Ort:
Mein Kommentar:
Bisher wurden noch keine Kommentare abgegeben.
zur Druckansicht


Teil 1

Der inneren Stimme folgen

Teil 2

Macht der Hormone

Teil 3

Tiermütter als Vorbild

Teil 4

Die Hebamme

Teil 5

Die Doula

Bild: Monika Adamczyk - Fotolia.de

Lea, geboren im Geburtshaus
Toll, was es hier alles so gibt...!

Mama, es geht los, es geht los! Ich komme jetzt richtig in Fahrt. Von draußen höre ich Papa fluchen: Wo sind die verdammten Autoschlüssel? Mama stöhnt vor sich hin und bewegt sich watschelnd zur Haustür. He, können wir jetzt mal weitermachen? Aber da ebben die Druckwellen schon wieder ab. Was ist denn jetzt los, geht’s nicht weiter? Auch gut, dann entspanne ich mich halt noch ein bisschen. Achtung, Aaachtung, es geht wieder los...! Ich höre fremde Stimmen, die beruhigend auf Mama einreden. Ich glaube, das ist die Hebamme, die kenne ich schon von zuhause. Die nächste Welle kommt und Mama hält sich an einem Seil fest. Dann schaukeln wir noch auf einem Ball. Jetzt setzt sie sich auf einen Hocker, stöhnt ganz laut und ich merke, wie es mich nach unten zieht. Ja, weiter pressen, ich kann schon das Köpfchen sehen, sagt die Hebamme. Ich helfe kräftig mit und beim letzten Schubs muss ich blinzeln, denn da draußen im Hellen steht Papa, und nimmt mich in Empfang.
zur Druckansicht