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Geburt 2008

Doula - Emotionale Unterstützung der Frau
Bild: Laura Lipponnen

Die Doula – emotionale Unterstützung der Frau



Das veränderte, immer anspruchsvoller gewordene Berufsbild und die unterschiedlichen Tätigkeitsfelder brachten es mit sich, dass die Hebamme bei der Begleitung der Frau nicht mehr für alles allein zuständig sein kann. Doch wo der Schwangeren oder Wöchnerin früher die Schwester, Mutter, Tante, oftmals auch Frauen aus dem Dorf, hilfreich zur Seite standen, für Essen und Trinken sorgten, sich um die Kinder kümmerten, Trost und Streicheleinheiten spendeten, da gibt es seit einigen Jahren spezielle Frauen, die gemeinsam mit der Hebamme ein perfektes Team bilden. Diese Frauen nennt man „Doulas“.

An diesem Punkt meldet sich die schwangere Britta zu Wort. Sie hat den Berichten von Mutter und Oma aufmerksam zugehört. Noch hat sie zwar nicht entschieden, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchte, aber sie hat schon jetzt einen ganz besonderen Menschen an ihrer Seite. Vor zwei Wochen hat sie ihre „Doula“ kennen gelernt.

Die Aufgabe einer Doula, abgeleitet vom altgriechischen douleia, was so viel bedeutet wie „Dienerin der Frau“, ist es, der Schwangeren die Entbindung so angenehm wie möglich zu machen, sie und ihren Partner zu unterstützen, ohne allerdings medizinisch einzugreifen. Sie handelt ausschließlich im Sinne der werdenden Mutter und versteht sich als emotionale Ergänzung zur Hebamme und dem Klinikpersonal.

Die Betreuung beginnt bereits in der Schwangerschaft. Die Doula spricht mit der werdenden Mutter beziehungsweise den werdenden Eltern über ihre Wünsche und Bedürfnisse rund um die Geburt. Durch die Gespräche und den engen Kontakt entsteht ein echtes Vertrauensverhältnis. Die beruhigende Präsenz einer Doula verbessert erwiesenermaßen die Wehentätigkeit und wirkt sich auf das Schmerzempfinden der Gebärenden aus. Wissenschaftliche Untersuchungen (Klaus, Kennell, Klaus 1993; Hodnet et al., 2003) belegen, dass die Begleitung einer Doula die Kaiserschnittrate um 50 Prozent, die Geburtsdauer um 25 Prozent, die Verabreichung von Wehenmitteln um 40 Prozent und die medikamentöse Schmerzbekämpfung um 30 Prozent reduzierten kann.

Der inneren Stimme folgen



John H. Kennell, einer der Autoren des Buches „Doula. Der neue Weg der Geburtsbegleitung“, bedauert: „Wären die mit einer Doula erzielten Ergebnisse mit einem Medikament oder einem neuen Apparat zu erreichen, dann gäbe es eine ungeheuere Nachfrage nach dieser Neuerung, aber leider entspricht die Doula noch nicht der medizinischen Lehrmeinung.“ Nichtsdestotrotz kann man in letzter Zeit immer mehr über diese Geburtsbegleiterinnen hören, die in Deutschland inzwischen einen eigenen Dachverband haben (www.doula-netzwerk.de).

Es gibt heute viele Möglichkeiten, ein Kind zur Welt zu bringen, individuell und liebevoll umsorgt. Richard Hirsch, der seiner Tochter im Indischen Ozean auf die Welt half, drückt es so aus: „Ratschläge und Informationen sind oft widersprüchlich und nicht immer hilfreich. Nur wenn Sie sich danach besser fühlen, wenn Sie gestärkt und voller Mut sind, fühlen Sie sich frei und sind in der Lage, Ihre eigenen und für Sie persönlich richtigen Entscheidungen zu treffen. Lassen Sie sich nicht verunsichern und vermeiden Sie alles, was Ihnen Angst macht. Fördern und konzentrieren Sie sich hingegen auf alles, woran Sie Freude haben und was Sie aufbaut. Hören Sie auf Ihre eigene innere Stimme, auf Ihre Intuition und auf Ihr Kind.“
Teil 1

Der inneren Stimme folgen

Teil 2

Macht der Hormone

Teil 3

Tiermütter als Vorbild

Teil 4

Die Hebamme

Teil 5

Die Doula
Weitere interessante Artikel:

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Wo gebäre ich mein Kind?
Was Sie vor der Geburt regeln sollten

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Kommentare von Lesern:

 
Velma Tenié, Essen:
18.01.2011 19:09
Wunderbar, dass Ihr etwas über uns Doulas schreibt. Wie wäre es mit einer Doula Liste, damit die Schwangeren uns finden können?
meinedoula-nrw@web.de
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