Die Doula als persönliche Ressource für werdende Eltern in der Geburt
„Ist es wirklich notwendig, dass noch eine Person bei der Geburt dabei ist? - Du hast doch die Hebamme und mich.“ - Diese berechtigte Frage stellt sich der werdende Vater bei der Planung der bevorstehenden Geburt.
Unterstützung für die Frau und den Mann
Heute ist es vielen werdenden Vätern ein echtes Bedürfnis, ihrer Frau bei der Geburt des gemeinsamen Kindes beizustehen. Häufig gehört die Geburtsbegleitung auch von Anfang an zum Pflichtprogramm vom „guten Vater sein“ dazu. Obwohl sich die meisten Männer in dieser neuen Rolle unsicher fühlen, möchten sie es doch auf jeden Fall „auf sich zukommen lassen“. Klar ist, dass diese Aufgabe in der Praxis bisher nicht erprobt werden konnte, die Herausforderungen sind nicht vorherzusehen. Die wenigen Stunden im Geburtsvorbereitungskurs dienen meist als rein theoretische „Trockenübung“, auch die Fülle an Informationen und vage Atemübungen im Kurs machen die Geburt nicht erfahrbar.
Auch wer sich als Mann bisher im Berufsleben als kompetent und erfahren erwiesen hat, begibt sich bei „seiner“ ersten Geburt erst einmal auf unbekanntes Terrain. Ein natürliches Know-how des Mannes gibt es in diesem Fall nicht, die Unterschiede im körperlichen Erleben von Mann und Frau werden beim Geburtsgeschehen sehr deutlich.
Mit Know-how ist gemeint: Zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun, z.B. die richtigen Worte oder die passende Berührung finden. Ein fertiges Konzept für den Partner, was der Gebärenden gut tut und was genau den Umgang mit den Wehen erleichtert, lässt sich nicht erstellen.
Emotionaler Beistand
Hier setzt die Arbeit einer Geburtsbegleiterin, einer so genannten Doula an. Das altgriechische Wort Doula bedeutet „Dienerin der Frau“, sie steht als persönlicher Coach und zusätzliche Ressource vor allem für die Frau, aber auch für den Mann zur Verfügung.
Die Doula bleibt während der gesamten Geburtsdauer präsent. Da sie keine medizinischen Aufgaben erfüllt und auch keine Hebamme ersetzt, kann sie sich ausschließlich auf die emotionalen Bedürfnisse der gebärenden Frau konzentrieren. Fühlt sich die Frau optimal betreut, ist es für den Partner viel leichter, auf den positiven Verlauf der Geburt zu vertrauen. Er wird entlastet und bekommt das Feedback, dass es für seine Frau aushaltbar ist, weil manches „ganz normal für eine Geburt“ ist.
So kann der werdende Vater das Wesentliche zur Unterstützung in der Geburt beitragen, nämlich Vertrauen und wohlwollendes Dasein. Im Verlauf der Geburt hält ihn die Doula ständig auf einem aktuellen Informationsstand. Er ist über die übliche und normale Krankenhausroutine im Bilde. Er wird, wenn er möchte, zu ganz konkreten und aktiven Hilfsmöglichkeiten für seine Partnerin angeregt. Auch kann er in Ruhe eine kleine Auszeit nehmen, um z.B. eine Tasse Kaffee in der Cafeteria zu trinken, ohne dass die Gebärende allein bleibt.
Die Rolle der Doula hat bei mir eine gute gleichaltrige Freundin, der ich vertrauen kann, übernommen, die selbst ein Jahr zuvor Ihre Tochter unter schwierigen Bedingungen (Zange) gebohren hat.
Bevor ich die Entscheidung, außer meinem Mann noch jemanden mitzunehmen, getroffen hatte, hat mir Anne alles über Ihre Geburt erzhält so dass ich das Gefühl hatte Ihr vertrauen zu können und mich vor Ihr für nichts zu schämen brauche.
Das ich außer meinem Mann noch jemanden brauche wurde mir bei meinen Überlegungen, wie die Geburt ablaufen würde und was für Schwierigkeiten auftreten könnten (Mein Mann kann kein Blut sehen, ich kann in dem Moment nicht einschätzen, ob er dieses und jenes sehen sollte, ... ). Eine erfahrene (!) Freundin aber kann das und kann sich um meinen Mann kümmern, ich brauche mir keine Sorgen zu machen, ob er kollabiert, mich niemals wieder sexy finden kann usw.
Als ich Janis gebohren habe, war Anne der wichtigste Mensch für mich. Mein Mann mußte zum Schluß raus, weil es ein übles Gemetzel war, die Hebamme ein rabiates Miststück, und ich für die Ärzte, die dazugeholt werden mußten, nur eine Gans auf dem Tranchierteller war.
Es hat sich im Nachhinein als absolut richtig erwiesen, Anne mit