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Interview - Hebamme gesucht!

Frau Dr. Edith Wolber, Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes.
Bild: Frau Dr. Edith Wolber

Zu unserem Thema „Hebamme gesucht“ das Interview mit Frau Dr. Edith Wolber, Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes.
kidsgo: Frau Dr. Wolber, warum sollten sich Frauen mit Hebammen solidarisieren?

Dr. Edith Wolber: Wenn immer mehr freiberufliche Hebammen die Geburtshilfe aufgeben, droht ein Versorgungsnotstand.

kidsgo: Heißt das, schwangere Frauen werden in Zukunft schlechter betreut?

Dr. Edith Wolber: Die Gefahr besteht, dass immer mehr Geburtshäuser schließen, freie Hebammen seltener bei Hausgeburten zur Seite stehen und Beleghebammen die Arbeit in den Kreißsälen nwegen der teuren Haftpflichtprämie aufgeben. Dann haben Frauen weniger Möglichkeiten zu entscheiden, wie und wo sie ihr Kind auf die Welt bringen wollen.

kidsgo: Wie können Frauen Hebammen unterstützen?

Dr. Edith Wolber: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können sie eine Postkarte an den Bundesgesundheitsminister schicken, mit der Bitte, sich für die Hebammenhilfe einzusetzen. Darüber hinaus können sie ihre Krankenkasse auffordern, für eine wohnortnahe Versorgung mit Hebammen zu sorgen. Für beides haben wir Musteranschreiben vorbereitet, die sich auf den Internetseiten des Deutschen Hebammenverbandes finden.

kidsgo: Was muss sich ändern?

Dr. Edith Wolber: Die Politik muss sicherstellen, dass alle werdenden Eltern ausreichend gesundheitlich versorgt und beraten werden können. Der Bundestag muss Sofortmaßnahmen beschließen, die eine wohnortnahe Versorgung von Frauen mit Hebammenhilfe und die freie Wahl des Geburtsortes sicher stellt. Das geht nur, wenn Hebammen finanziell entlastet werden. Derzeit wird im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit ein Gutachten zur Versorgungs- und Vergütungssituation in der außerklinischen Geburtshilfe erstellt. Ergebnisse werden im Frühjahr erwartet.

kidsgo: Ist die individuelle Geburtsbegleitung noch zu retten?

Dr. Edith Wolber: Ich bin hoffnungsvoll. Die Gesellschaft weiß: Das Problem der Hebammen ist auch ihr Problem. Wenn wir mehr Kinder wollen und brauchen, sind nicht nur gute Kinderkrippen und gute Bildungsmöglichkeiten wichtig. Ich sage immer: Auf einen guten Anfang kommt es an, auf einen geborgenen Lebensbeginn. Dazu ist eine gute Hebammen-Versorgung notwendig. Die Politik muss deshalb reagieren.

kidsgo: Vielen Dank für das Gespräch!

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Mehr Infos zu den Protesten und weiterführende Links auch zu Musteranschreiben an die Verantwortlichen finden Sie hier: Hebammenprotest

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