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Vorsorge beim Arzt oder der Hebamme?

Schwanger - Vorsorge beim Arzt oder der Hebamme?
Bild: M&S Fotodesign - Fotolia.com

Eine Schwangerschaft bedeutet auch Vertrauen. Vertrauen in den Partner, Vertrauen in den eigenen Körper. Aber auch Vertrauen in einen kompetenten medizinischen Begleiter. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen stellen sich werdende Mamas die Frage: Arzt oder Hebamme?
Denn Mamas haben die Wahl: Die Untersuchungen können a) von einem Gynäkologen, b) von einer Hebamme oder c) von beiden im Wechsel durchgeführt. Dass eine Hebamme schon so früh in die Begleitung der Schwangeren eingebunden werden kann, wissen viele nicht. Alle drei Vorsorgemöglichkeiten werden von den Krankenkassen übernommen.

Ärzte und Hebammen werden im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung das gleiche Ziel haben: Das Wohl von Mutter und Kind. Von beiden werden die Mutterschaftsrichtlinien eingehalten, ebenso wie die Empfehlungen zur Schwangerschaftsvorsorge. Arzt oder Hebamme führen alle im Mutterpass vorgeschriebenen Routineuntersuchungen durch. Auch die Laboruntersuchungen. Nur die Vorgehensweisen der beiden unterscheiden sich:

Die Vorsorge bei einer Hebamme



Entscheiden sich Frauen für eine Hebamme, entscheiden sie sich für mehr als nur eine Geburtshelferin. Hebammen begleiten die Frauen während der Schwangerschaft, übernehmen die Vorsorge und helfen auch im Babyalltag.

Die körperliche Untersuchung basiert bei den Hebammen auf ihren Sinnen und der Erfahrung. Oft haben Hebammen schon 500 oder mehr Schwangere begleitet. So tastet sie den Bauch, um zu erfühlen, ob das Kind ausreichend wächst. Auch die Lage des Kindes kann so bestimmt werden. Bei der vaginalen Untersuchung überprüft die Hebamme den Muttermund.

Um den kindlichen Herzschlag zu hören, benutzen viele Hebammen ein Hörrohr. Aber auch der Einsatz eines Doptons kann erfolgen. Hierbei handelt es sich um ein kleines elektronisches Gerät. Nachdem es auf den Bauch gelegt wird, überträgt es den Herzschlag nach außen. Wie Ärzte können Hebammen auch ein CTG schreiben. Blutdruck und Gewicht können ebenso untersucht werden, wie der Urin. Viele Hebammen setzen jedoch weniger auf technische Geräte, sondern mehr auf das Vertrauen der Schwangeren in den eigenen Körper, ihren Gesamteindruck und ihre Erfahrung.

Die Untersuchungen beim Arzt



Mittels Ultraschall überprüft der Arzt die Lage des Kindes. Meist geschieht dies durch einen vaginalen Ultraschall. Später wendet der Gynäkologe oder die Gynäkologin hierzu spezielle Handgriffe an. Anhand dieser Untersuchungen kann auch auf das Wachstum des Kindes geschlossen werden. Durch Tastuntersuchungen wird der Höhenstand des Gebärmutterbodens bestimmt. Die Herztöne werden durch ein CTG überwacht. Zudem führt der Arzt eine gynäkologische Untersuchung durch. Dabei wird auch ein Abstrich vom Gebärmutterhals genommen und untersucht. Eine vaginale Untersuchung während der Schwangerschaft ist wichtig, um mögliche Infektionen ausschließen zu können. Auch kann auf diese Weise einer Veränderung des Gebärmutterhalses erkannt werden.

Wo sind nun die Unterschiede zwischen den Untersuchungen?


Der wichtigste Punkt sind wohl die Ultraschalluntersuchungen. Denn diese werden von Hebammen in der Regel nicht selbst durchgeführt. Hebammen schicken die Schwangere zum Schallen zu einem Arzt oder einer Ärztin. Auch die Verfahren der pränatalen Diagnostik können nur vom Arzt angewendet werden.

Die Hebammen haben dafür die vertraute und private Atmosphäre auf ihrer Seite. Die Untersuchungen finden entweder in der Hebammenpraxis oder auch in den vier Wänden der Mamas statt. Diese Tatsache ist gerade bei schon einem vorhandenen kleinen Kind von Vorteil. Auch der Zeitfaktor spielt eine entscheidende Rolle. Hebammen nehmen sich in der Regel mehr Zeit für die zu betreuenden Frauen. Darum haben sie auch ein Ohr für Probleme, die nicht unmittelbar mit den medizinischen Untersuchungen zusammenhängen aber die Schwangerschaft beeinflussen können.

Die Kombination machts!



Zugegeben, es ist nicht ganz einfach, eine Entscheidung zu treffen. Freunde und Bekannte können Ratschläge geben. Schwangere sollte einfach in sich hinein hören. So finden sie die Vorsorge, mit der Sie sich wohlfühlen. Das Wichtigste ist: Die Mamas müssen sich gut fühlen. Frauen, die die moderne Medizin schätzen, sind bei einem Arzt gut aufgehoben. Eine emotionale Begleitung finden Schwangere bei einer Hebamme.

Auch die Kombination aus beiden Varianten ist möglich. Viele Frauen wechseln die Untersuchungen zwischen Arzt und Hebamme ab. Es gibt auch Ärzte, die mit Hebammen in einer Praxis zusammenarbeiten. Das klappt meist prima. Es gibt aber auch Ärzte, die diese Möglichkeit ablehnen. Der Grund liegt meist in der Abrechnung. Aber alle werdenden Mütter haben das Recht auf eine Vorsorge, die ihren Wünschen entspricht. Bestehen Sie in diesem Fall auf Ihr Recht und lassen Sie sich nicht verunsichern!

Antje Sengebusch

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