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Ein Buch mit sieben Siegeln? Mutterpass: So lässt er sich lesen

Mutterpass: So lässt er sich lesen
Bild: Uwe Grötzner - Fotolia.com

Da liegt es in der Tasche: das hellblaue Heft, das in jede Handtasche passt und auf dem in großen Buchstaben ‚Mutterpass’ steht. Noch ist das Kind nicht geboren, und dennoch bescheinigt er: Ab jetzt ist ‚frau’ Mama! Doch: Wozu genau ist das gute Stück da?
Der Frauenarzt trägt in den Mutterpass die Ergebnisse aller Vorsorge-Untersuchungen ein, die die Schwangerschaft betreffen. So können Ärzte bei der Entbindung und im Notfall schnell und passend reagieren. „Deshalb sollte der Pass auch in der Freizeit immer griffbereit sein", rät Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte mit Sitz in München. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Das Heft sollte auch nach der Entbindung aufbewahrt werden, da die Daten auch für weitere Schwangerschaften wichtig sein können.“

Der Inhalt des Mutterpasses basiert auf den Mutterschaftsrichtlinien, die der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland ausarbeitet. Darin legt er fest, welche medizinischen Vorsorgeuntersuchungen er in der Schwangerschaft für notwendig hält. Die Kosten muss die gesetzliche Krankenversicherung übernehmen.

Was für Ärzte aufschlussreich ist, ist für die Eltern allerdings in aller Regel ein Buch mit sieben Siegeln. Was sind das eigentlich für Daten, die sich hinter den Abkürzungen verstecken? Im folgenden finden Sie Informationen zu den besonders verbreiteten Unklarheiten:

Laboruntersuchungen



Röteln-Test:

Erkrankt eine Schwangere an Röteln, besteht die große Gefahr, dass sich das Kind körperlich und geistig fehlentwickelt. Der Titerwert bestimmt die Menge der Antikörper im Blut: Ein Titerwert von 1:32 oder mehr gilt als ausreichender Schutz vor Röteln.

Nachweis von Chlamydia trachomatis-DNA:

Chlamydien sind Bakterien, die Entzündungen der Lunge, der Augen und der Harnorgane sowie eine Fehlgeburt verursachen können. Ob eine Infektion vorliegt, ermittelt der Arzt mit Hilfe einer Urinprobe oder eines Abstrichs des Muttermundes.

LSR:

‚LSR’ steht für Lues-Such-Reaktion. ‚Lues’ ist ein anderer Name für die Geschlechtskrankheit Syphilis, die das Ungeborene schädigen kann. Im Mutterpass wird das Ergebnis der Blutuntersuchung nicht eingetragen, sondern nur, dass der Test durchgeführt wurde.

Nachweis von HBs-Antigen:

Bei diesem Test wird untersucht, ob eine Hepatitis B-Infektion, eine infektiöse Leberentzündung, vorliegt. Eingetragen wird, ob der Befund negativ oder positiv ist.
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Weitere Informationen im Internet:

Frauenärzte im Netz - Der Mutterpass

Familienplanung - Mutterpass

AOK - Infos zum Mutterpass

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