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Expertentipp: Schwanger im Sommer

In diesem Artikel:

HAMBRURG. Dicke Füße und Hände am Ende der Schwangerschaft – diese Symptome kennt jede Frau. Die „Sommer-Schwangeren“ sind aber besonders belastet, denn zu den in der Schwangerschaft normalen Wassereinlagerungen kom- men hier noch Ödeme durch Sommerhitze dazu. Diese entstehen durch weitgestellte Blutgefäße in der Wärme. Beides kann lästig sein, ist aber meist nicht krankhaft!
Schwangere in der Sommerhitze sollten auf jeden Fall ausreichend viel Was- ser oder ungesüßte Flüssigkeiten trinken, um die Venenfüllung aufrecht zu erhalten – so kann unangenehmen Schwindelattacken und Kopfschmerzen vorgebeugt werden. Nebenbei versorgen Sie so auch Ihr Kind mit der nötigen Flüssigkeit – diese wird über den Mutterkuchen weitergegeben. Bitte Vorsicht mit Eistee, Fruchtsäften und Softdrinks: In ihnen sind viele Zuckeranteile ver- steckt, die einen Schwangerschafts-Diabetes fördern können und nebenbei dick machen!
Genauso wichtig ist Bewegung. Hierdurch wird der Kreislauf angekurbelt und die Venenpumpe in den Beinen angeregt, sodass das Blut wieder leichter zum Herzen zurück transportiert werden kann. Schwimmen hilft im Sommer be- sonders gut, da zugleich angenehme Kühlung erreicht werden kann. Aber auch ein Spaziergang in der Morgenfrische oder am Abend, wenn es nicht mehr ganz so heiß ist, allein oder mit dem Partner, tut Körper, Seele und Geist gut!

Hochgelagerte Füße entlasten die Beine
Weitere einfache, aber sehr effektive Maßnahmen sind das Hochlagern der Beine (der Blutrückfluss zum Herzen wird gefördert), kalte Beingüsse, oder gymnastische Bewegung der Beine mit abwechselnder An- und Entspannung – hierdurch wird die Muskelpumpe gefördert. Diese Übungen dürfen Sie auch im Liegen durchführen, falls Ihnen Ihre Hebamme oder Arzt körperliche Schonung empfohlen hat. Auch tiefes In-den-Bauch-Atmen und langsames Ausatmen hilft, denn so wird Unterdruck erzeugt, der das Blut wieder zum Herzen hin saugt – und Ihnen ganz nebenbei guten Kontakt mit Ihrem Baby sowie Vorbereitung auf die Atmung unter der Geburt ermöglicht!
Wenn Sie zu Wassereinlagerungen (= Ödemen) zusätzlich Kopfschmerzen, Sehstörungen oder hohen Blutdruck entwickeln, sollten Sie sich bei Ihrer Heb- amme, Ärztin oder in der Klinik vorstellen, damit Sie und Ihr Kind untersucht werden können.
Sonnenschutz ist während der Schwangerschaft besonders wichtig
Schwangere sollten genauso auf guten Sonnenschutz achten wie alle anderen Menschen auch, denn die Haut ist ein empfindliches Organ. Durch die hor- monelle Lage sind manche Schwangere ohnehin etwas dunkler pigmentiert – insbesondere auf Stirn, Wangenknochen, Brust und der Linie zwischen Bauchnabel und Schambein. Diese Regionen können bei ungeschützter Son- neneinwirkung noch dunkler werden.
Einen Vorteil durch das große Angebot an Licht und Wärme haben jedoch die Sommer-Babys: Das lebenswichtige Vitamin D wird besser bereitgestellt als bei Lichtmangel im Winter und die Neugeborenen-Gelbsucht tritt seltener auf. Außerdem ist es für die Kinder schön, im Schatten mit viel Hautkontakt strampeln und kuscheln zu können! Bitte auf sehr guten Hautschutz achten und niemals ein Kind in der prallen Sonne ungeschützt liegen lassen! Der Durst der Babys wird übrigens durch Muttermilch hervorragend gestillt – ein Zufüttern anderer Flüssigkeiten ist nicht notwendig. Viele Kinder trin- ken häufige kleine Mahlzeiten und werden so mit Flüssigkeit und Nahrung gleichermaßen gut versorgt.

Dr. med. Maike Manz (42): Als gelernte Hebamme und Chefärztin der Abteilung für Geburtshilfe und Pränatalmedizin an der HELIOS Klinik Mariahilf weiß sie, was Schwangeren in den warmen Sommermonaten gut tut und worauf sie achten sollten.

www.helios-kliniken.de/hamburg

Bildquelle: HELIOS Mariahilf Klinik Hamburg

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