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Neue Mutter-Kind-Kur nach Brustkrebs

Diagnose: Brustkrebs! „Ich heulte tagelang, war am Boden zerstört“, erzählt Ingrid, 43, Mutter zweier Söhne. Die Therapie wurde zur monatelangen Tortur. Ihr sechsjähriger Sohn Julian veränderte sich. Er distanzierte sich von seiner Mutter, wollte nicht mehr kuscheln. Mutter Ingrid entschloss sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Ich wollte, dass Julian wieder zu mir zurückfindet“, sagt sie.

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Hilfe für die Familie

„Gemeinsam gesund werden“ heißt ein Kurprogramm der Rexrodt von Fircks-Stiftung in Ratingen für krebskranke Mütter und ihre Kinder. Es bietet Betroffenen direkt im Anschluss an die Ersttherapie eine neuartige, ganzheitliche Rehabilitation und wurde jetzt von den Kassen als Regelleistung übernommen. „,Mama, musst du sterben? Kann ich das auch kriegen?’ Das waren zentrale Fragen in unserem Familienalltag“, weiß Stiftungs-Gründerin Annette Rexrodt von Fircks, selbst Betroffene. Viele Eltern können nicht offen mit ihren Kindern über Ängste und Sorgen sprechen. Etwa die Hälfte der Kinder entwickelt Verhaltensauffälligkeiten und körperliche Symptome.

Erfolgreiche Kur

„Die Behandlung bringt deutlich kurative Effekte“, erklärt jetzt Psychiater Prof. Fritz Mattejat von der Universität Marburg nach fünfjähriger Therapie-Studie. Liegt die Erkrankung länger zurück, greift das neue dreiwöchige Kur-Programm „Zusammen stark werden“. Schwerpunkt ist auch hier die psychologische Unterstützung der großen und kleinen Patienten, damit die Familie wieder zusammen findet.

Mutter Ingrid fühlt sich nach der Kur gekräftigt. Und Julian ist wieder stabil: „Er kuschelt wieder und wendet sich nicht mehr ab.“