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Finanzielle Vorsorge für Familien

Wenn das Familienglück erfüllt wird und die ersten Kinder auf dem Weg sind, verändern sich die Prioritäten im Leben ungemein. Persönliche Interessen rücken in den Hintergrund und das Wohl der Familie steht plötzlich im Zentrum aller Anstrengungen.

In diesem Artikel:

Gerade, was die finanzielle Vorsorge angeht, machen sich viele junge Eltern besonders viele Sorgen. Die Zukunft der Kinder soll gesichert sein, aber ein angenehmer Lebensstandard soll im Zuge von Sparmaßnahmen möglichst nicht beeinträchtigt werden. Daher ist es wichtig, einen guten Vorsorgeplan und einen Überblick über alle Faktoren zu behalten. Zahllose Möglichkeiten zur finanziellen Absicherung machen es schwer, die richtigen Maßnahmen auszuwählen.

Die Gesundheit ist die wichtigste Grundlage

Vorsorge für die Zukunft ist sehr wichtig, besonders, wenn das Glück einer Familie davon abhängt. In diesem Zusammenhang wird häufig lediglich die finanzielle Vorsorge gemeint, obwohl es noch einen weiteren, mindestens ebenso wichtigen Faktor für die Zukunftssicherheit gibt: Die eigene Gesundheit ist nämlich eine Ressource, die essentiell für das Wohl der Familie ist. Daher sollten Eltern verstärkt darauf achten, einen gesunden Lebensstil zu pflegen und Präventivmaßnahmen zu nutzen.

Zum einen ist dies relevant, da damit die eigene Arbeitskraft langfristig abgesichert wird. Außerdem wirkt sich ein insgesamt auf Gesundheit ausgerichtetes Leben auch direkt auf die Kinder aus, die so die richtigen Werte mit auf den Weg bekommen.

Vorbeugung bedeutet also nicht nur, Zahlenschieberei zu betreiben, sondern auch gesundheitliche Prophylaxe hat einen hohen Stellenwert im Rahmen der familiären Vorsorgemaßnahmen. Doch letztendlich müssen finanzielle Fragen geklärt werden, damit sowohl langfristig in der Zukunft als auch in unerwarteten Ernstfällen keine Schwierigkeiten auftreten können und die Existenz gesichert bleibt.

Staatliche Unterstützung für Eltern nutzen

Familie freut sich über staatliche Unterstützung

© bernardbodo@AdobeStock.com

Das Wohlergehen aller Familienmitglieder ist wichtig, auch auf einer breiten Ebene. Daher gibt es vom Staat finanzielle Vorteile und Unterstützung, die dabei hilft, das Familienleben zu sichern. Jede Ersparnis im Alltag macht es leichter, Geld für Sparmaßnahmen, Investitionen und Rücklagen zur Verfügung zu haben. Daher sollten möglichst alle staatlichen Fördermittel ausgenutzt werden – auch, wenn es vielleicht etwas an bürokratischem Aufwand bedeutet.

Es gibt mehrere verschiedene Fördermittel, die Eltern in Anspruch nehmen können:

  • Kindergeld: Diese Zuschläge werden schriftlich bei der Familienkasse beantragt und stellen eine Unterstützung dar, die grundsätzlich an alle Familien ausgezahlt wird. Der Staat zahlt aktuell (2019) 204 Euro für das erste und zweite Kind, 210 für das dritte und 235 Euro pro Monat für jedes weitere Kind. Diese Beträge müssen nicht versteuert werden.
  • Kinderzuschlag: Dies ist eine zusätzliche Leistung, die an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Wer kein Arbeitslosengeld bezieht, aber eine individuelle Einkommensgrenze nicht überschreitet, erhält zusätzlich einen unterstützenden Betrag. Auch dieser muss bei der Familienkasse beantragt werden.
  • Kinderfreibetrag: Er wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Dieser Förderbeitrag ist als Alternative zum Kindergeld gedacht – das Finanzamt prüft am Ende des Jahres automatisch, welche Maßnahme die sinnvollere Förderung ist. In manchen Fällen ergibt sich dann für die Familie ein steuerlicher Vorteil, wenn anstatt Kindergeld der Freibetrag angewandt wird.
  • Elterngeld: Das Elterngeld ist eine Leistung des Ministeriums für Familie und dient dazu, fehlendes Einkommen von Familien auszugleichen, das durch den Zeitaufwand für die Betreuung von Kindern entsteht. Ein Elternpaar erhält 14 Monate Basiselterngeld – die Zeitabschnitte können frei verteilt werden, so dass ein Elternteil beispielsweise vier Monate, der andere zehn Monate den Bonus beziehen kann. Die Beträge werden anhand des Einkommens berechnet, das die jeweils betreuende Person vor der Geburt des Kindes hatte.
  • Mutterschaftsgeld: Mütter, die im Arbeitsverhältnis stehen, kommen mit dem Mutterschaftsgeld ihr monatliches Einkommen ersetzt, das ihnen im Rahmen des Mutterschutzes verloren geht. Es wird von den Krankenkassen ausgezahlt und muss mit Hilfe einer ärztlichen Bescheinigung beantragt werden.
  • Steuervorteile: Das Stichwort ist die „Anlage Kind“ der Einkommenssteuererklärung. Als Sonderausgaben können etwa Schulgeld, Betreuungskosten und ähnliche Aufwendungen für die Erziehung abgesetzt werden. Der Ausbildungsfreibetrag kommt ins Spiel, wenn ein Kind für Schule oder Ausbildung woanders wohnt, wodurch hohe Kosten entstehen.
  • Entlastungsbetrag: Dieser Steuerfreibetrag für Alleinerziehende steht den Elternteilen zu, die mit dem Kind leben. Mindestens 1.908 Euro für ein Kind, zusätzliche 240 Euro für jedes weitere Kind können so von der Einkommenssteuer abgesetzt werden. Wer die Steuerklasse II beim Finanzamt beantragt, erhält diese Entlastung automatisch auf dem Lohnzettel.

Ein Tipp für Familien, die bei der Planung ihrer Rücklagen Probleme haben: Übrig bleibende Ersparnisse, die aus diesen Förderbeiträgen und jährlichen Steuerrückzahlungen für Kinder stammen, können direkt zum Zweck der Familienvorsorge angelegt werden. So bleiben diese Beträge direkt im Familientopf des Haushaltes und können in der Zukunft dienlich sein.

Rücklagenbildung

Familie bildet Rücklagen

© Monkey Business@AdobeStock.com

Damit sind wir auch schon beim Stichwort. Um für jede Herausforderung der Zukunft gerüstet zu sein, ist ein finanzielles Polster unumgänglich. Nur, wenn genügend Geld zurückgelegt ist, das auch direkt verfügbar und nicht in langfristigen Sparplänen eingebunden ist, kann damit auf plötzlich notwendige Zahlungen reagiert werden.

Zusätzlich sind natürlich auch Investitionen, die auf längere Zeit fest angelegt werden und einen zukunftsgerichteten Vermögensaufbau beabsichtigen, durchaus wichtig. Diese Beträge lassen sich besonders für zweckgebundene Vorhaben verwenden, die ohnehin anfallen werden – etwa die Finanzierung des Studiums der Kinder oder die Altersvorsorge.

Beide Sparmethoden gehen Hand in Hand und sind gleichermaßen wichtig, um akut und langfristig das Wohl der Familie abzusichern. Beträge für weitsichtiges Sparen für die Zukunft und den Ruhestand, aber auch ein Notgroschen für allerlei Aufwendungen, die im Alltag anfallen, sollten daher im Depot vertreten sein.

Bei beiden ist es wichtig, die Form der Geldanlage richtig auszuwählen:

  • Für den Notgroschen sollte eine möglichst risikofreie und stets direkt verfügbare Anlageform gewählt werden. Tagesgeldkonten sind dafür eine sehr beliebte Möglichkeit. Übrigens werden häufig drei bis sechs Monatsgehälter als flexibel verfügbare Sparsumme empfohlen – je nach Risikofaktoren in einer Familie kann dies jedoch auch etwas höher ausfallen. Was über diesen Betrag hinaus geht, kann beispielsweise auch in Festgeldverträgen angelegt werden, um hier etwas mehr von Zinsen zu profitieren, ohne ein größeres Risiko einzugehen.
  • Anlagen für größere Sparbeträge, die zum langfristigen Vermögensaufbau dienen sollen, sind diesbezüglich weniger eingeschränkt. Je nach Sparer ist mehr oder weniger Risiko erwünscht, da dies üblicherweise auch mit höheren Renditechancen einhergeht. Dann sind börsengehandelte Fonds oder Aktien sinnvoller. Auch bezüglich der Liquidität kann man hier Abstriche machen und etwa eine Immobilie als Geldanlage nutzen. Diese kann man zwar meistens nicht kurzfristig wiederverkaufen, doch als langfristige Anlagen eignen sie sich sehr gut.

Zusätzlich zu den Ansparungen für die Existenzsicherung der Familie sollten Eltern, wenn möglich, auch ein eigenes Privatvermögen für Kinder ansparen. Je früher damit begonnen wird, desto üppiger Fällt der Betrag später aus

Dieser kann beispielsweise übergeben werden, wenn der 18. Geburtstag ansteht oder die Kinder das Haus verlassen um auf eigenen Beinen zu stehen. Schon kleine Beträge summieren sich über die Jahre und können zu einer großzügigen Starthilfe heranwachsen, die den Beginn in das „eigene“ Leben spürbar erleichtert.

Zukünftige Kosten für eine Familie

Mutter mit zwei Kindern freut sich über die Deckung der Lebenskosten

© Strelciuc@AdobeStock.com

Bei der Familienplanung stellen sich frisch gebackene oder werdende Eltern häufig die Frage, wie viel Geld überhaupt nötig ist, um die alltäglichen Kosten einer Familie zu decken. Kinder kosten die Familie Geld – immerhin handelt es sich zusätzliche Personen im Haushalt, die mindestens bis zum 18. Lebensjahr praktisch vollständig unterstützt werden müssen. In der Realität dauert dies heutzutage sogar häufig länger, weshalb unter anderem das Kindergeld bis zum 25. Geburtstag bezogen werden kann.

Um das nötige Budget abschätzen zu können, gibt es verschiedene Modellrechnungen, die sich an den durchschnittlichen Ausgaben in Deutschland orientieren, die Familien mit einem Kind tätigen, bis dieses volljährig ist. So wurden sämtliche Aufwendungen für Unterhalt, Ernährung, Taschengeld, Ausbildung und so weiter analysiert, die während der Erziehung eines Kindes anfallen.

Dadurch ist ein Betrag von etwa 140.000 Euro ermittelt worden, der für die Erziehung eines Einzelkindes bis zur Volljährigkeit nötig ist. Bei mehreren Kindern verringern sich die Kosten ein wenig in der Folge, da bestimmte grundlegende Ausgaben wegfallen, da etwa ein Kinderzimmer geteilt, eine Krippe wiederverwendet und Kleidung vererbt werden kann.

Im Jahr wären das somit gut 7.700 Euro für ein Kind, die zu den Ausgaben des Haushaltes hinzukommen. Dieser Wert bleibt über die Jahre hinweg nicht ganz konstant – zwischen zwei und sechs Jahren liegt er aufgrund von Betreuungskosten deutlich höher als das Mittel und steigt im Teenageralter nochmals etwas an.

Die Finanzierung eines Studiums, das in dieser Berechnung nicht einbezogen ist, kommt nochmals dazu und ist, insbesondere bei einer eigenen Wohnung, ebenfalls ein großer Kostenpunkt.

Dazu sind natürlich in einer Familie die Strom-, Heiz- und Wasserkosten im Jahresverlauf höher, je mehr Personen sich im Haushalt befinden. Eine Familie mit zwei Kindern benötigt im Durchschnitt etwa die doppelte Menge an Strom im Vergleich zu einem Singlehaushalt.

Wenn man derartige Berechnungen als Orientierung zu Grunde legt, kann man anhand des Haushaltseinkommens ungefähr abschätzen, wie groß der Anteil ist, der monatlich zurückgelegt werden kann, um neben den alltäglichen Lebenskosten auch das Thema Vorsorge zur Genüge abzudecken.

Ein Haushaltsbuch, das über längere Zeit ausführlich geführt wird, kann dabei helfen, zu kalkulieren, wie hoch in einem durchschnittlichen Monat die Grundkosten insgesamt ausfallen. So lassen sich die Ausgaben besser einordnen, was dabei hilft, ein Leben über den eigenen Verhältnissen zu vermeiden.

Die wichtigsten Absicherungen

Über Rücklagen in Form von liquiden Mitteln hinaus gibt es noch einen weiteren, mehr als wichtigen Aspekt der Vorsorge: Versicherungen. Diese sorgen nicht nur dafür, dass in einem bestimmten Ernstfall die nötigen finanziellen Mittel sicher zur Verfügung stehen, sondern kümmern sich in vielen Fällen auch um die Abwicklung, was Stresssituationen enorm erleichtert.

Für überschaubare monatliche Beiträge kann so die Familie vor eskalierenden Problemen in schwierigen Situationen geschützt sein. Einige Modelle von Versicherungen haben sich besonders für Eltern bewährt und sind fast schon Pflicht:

  • Lebensversicherung: Eine essenzielle Versicherung für Paare oder Eltern. Wird unterschieden in zwei Grundformen: Einerseits die kapitalbildende Lebensversicherung, die auch einen Sparanteil enthält, oder die Risikolebensversicherung, die für niedrigere Beiträge nur einen Schutz für die Familie im Todesfall darstellt.
    Letztere stellt einen der wichtigsten Aspekte für die Sicherung einer komfortablen Zukunft Hinterbliebener dar und ist somit als Minimum ein integraler Bestandteil einer umfassenden Familienvorsorge.
    Bei Lebensversicherungen jeder Art ist auch die richtige Auswahl der Bezugsberechtigten wichtig. Je nach familiären Umständen ist dies essenziell, damit im Versicherungsfall keine Probleme entstehen.
  • Haftpflichtversicherung: Absolute Grundlage für Familien, um nachts ruhiger schlafen zu können. Der passende Schutz bewahrt die Familie vor schwerwiegenden oder gar existenzbedrohenden Zahlungen im Ernstfall. Alle Familienmitglieder sind dabei unter einer Police abgesichert. Die Versicherung greift bei sämtlichen Schadenersatzforderungen anderer Parteien, etwa, wenn bei einem Unfall Sach- oder Personenschäden verursacht wurden. In solchen Fällen können die Forderungen schnell so hoch ausfallen, dass sie kaum von Rücklagen gedeckt werden können und somit existenzbedrohend sind.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Besonders wichtig, wenn die Familie von einem Gehalt abhängig ist. Wenn aus egal welchen gesundheitlichen Gründen ein oder gar das einzige Einkommen ausfällt, kann dies fatale Folgen haben. Trotz staatlicher Auffangnetze hat dies häufig große Auswirkungen auf den Lebensstandard – so muss beispielsweise das Haus verkauft werden, wenn die Kosten nicht mehr tragbar sind.
    Die Berufsunfähigkeitsversicherung greift, wenn die versicherte Person teilweise oder ganz arbeitsunfähig wird und zahlt dann die vereinbarte Versicherungssumme in Form einer monatlichen Rente aus.
  • Unfallversicherung für das Kind: So ungern man daran denken mag, Kinder haben ein vergleichsweise hohes Unfallrisiko. Die Kosten langfristiger Rehabilitation im Schlimmstfall können sehr hoch ausfallen und eine schwere finanzielle Belastung für viele Jahre darstellen. Sämtliche Unfälle zuhause oder in der Freizeit werden dann von einer Unfallversicherung abgedeckt – und zwar je nach Police in großem Umfang. Eine Unfallrente, die Kosten für Ersthelfer, die Übernahme zusätzlicher Operationen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse gedeckt werden und so weiter.

Auch weiterführende Versicherungen wie Policen mit Auslandsschutz können extrem entlastend sein, wenn es zum Ernstfall kommt – diese helfen häufig bei der Kommunikation mit Behörden und Krankenhäusern im Urlaubsland und leiten den Heimtransport in die Wege. Doch derartige Absicherungen sind eher Zusätze – die oben genannten Policen sollten jedoch zum Standard in jeder Familie gehören, um ohne große Sorgen durch den Alltag gehen zu können.

Investitionsformen für Familien

Mit Rücklagenbildung, den alltäglichen Kosten, regelmäßig anfallenden Summen für Versicherungen und so weiter kommen große Beträge zusammen, die vom Einkommen der Familie gedeckt werden müssen. Das macht es schwerer, viel Geld für den Vermögensaufbau übrig zu haben – daher ist es umso wichtiger, mit dem übrigen Geld richtig umzugehen. Dabei ist die richtige Zusammenstellung des Depots sehr wichtig – sie sollte besonders auf die individuellen Umstände zugeschnitten sein.

Es ist mitunter schwierig, zwischen Risiko und Rendite oder mehr Sicherheit abzuwägen. Gerade im Interesse der Familie rückt das Versprechen großen Reichtums, etwa durch Aktien auf potentiellen Wachstumsmärkten, eher in den Hintergrund.

Das bedeutet jedoch nicht, dass derartige Anlagen grundsätzlich ignoriert werden sollten. Wenn sowohl Rücklagen als auch sichere Maßnahmen zum Vermögensaufbau zur Genüge abgedeckt sind, während auch Lebenshaltungskosten kein Problem darstellen, kommen diese ins Spiel.

Falls dann nämlich noch Einkommen übrig bleibt und für die Sicherheit der Familie bereits gesorgt ist, können überschüssige Summen spekulativer angelegt werden. Natürlich betrifft dies nur Familien im höheren Einkommenssegment. Für die meisten dürfte sich daher ein diversifiziertes Portfolio, das jedoch zum Großteil die Sicherheit des Geldes vorsieht, mehr lohnen.

Besonderheiten für Alleinerziehende

Bei allen bisher genannten Themen wurde prinzipiell angenommen, dass in der Familie zwei Erziehungsberechtigte vorhanden sind – doch es gibt immer mehr Alleinerziehende Mütter und auch Väter.

Besonders, was die langfristige Vorsorge betrifft, gelten für diese natürlich einige Besonderheiten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland ist daher ein Thema, das vor allem alleinerziehende Mütter betrifft. Alleine, da hier nur ein Einkommen verfügbar ist – das in vielen Fällen auch durch die Zeiteinschränkungen noch niedriger Ausfällt – fällt die finanzielle Absicherung spürbar schwerer.

Daher gibt es jedoch staatliche Hilfen, wie die bereits erwähnte Steuerklasse II, die besonders alleinerziehenden Eltern bei der Finanzierung der Familie helfen. Auch der Unterhaltsvorschuss, der vom Jugendamt gezahlt wird, falls Unterhaltszahlungen nicht gegeben sind, ist eine wichtige Hilfe.

Kinderzuschlag und Wohngeld können auch insbesondere von alleinstehenden Eltern beantragt werden. Eine umfassende Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten beim Jugendamt ist also durchaus zu empfehlen.

Vorausplanungen für Alleinerziehende

© Andreas Ernst@AdobeStock.com

Dazu kommt noch, dass ohne einen Partner, der als gesetzlicher Vertreter gelten kann, die persönlichen Angelegenheiten weit schwieriger zu organisieren sind. Daher sind Vorausplanungen für den Ernstfall in vielen Aspekten wichtig:

  • Sorgerecht: Die gewünschten Sorgerechtsempfänger müssen klar notariell Festgehalten werden, sonst entscheidet ein Familiengericht. Sollte kein anderer Vormund bestimmt werden, geht das Sorgerecht an das getrenntlebende leibliche Elternteil über.
  • Pflegemaßnahmen: Eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung frühzeitig einzuplanen kann durchaus wichtig sein. Sonst gibt es im Ernstfall Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. Erstere gibt einer bestimmten Person das vollständige Verfügungsrecht, während die Patientenverfügung die erwünschten Maßnahmen in bestimmten Fällen fest vorbestimmt.
  • Erbe: Auch hier sollten alleinerziehende Eltern so früh wie möglich notariell vorsorgen. Egal ob Testament, Erbvertrag oder Vermächtnis – je schwieriger die Familienverhältnisse sind, desto mehr Fokus sollte der frühzeitigen und eindeutigen Abwicklung zukommen.
  • Finanzen: Eine Generalvollmacht, die auch Geldanlagen und Konten miteinschließt, sollte im Idealfall einer vertrauenswürdigen Person zukommen. Sonst sind Konten nämlich nicht zugänglich und eventuell vorhandene Rücklagen sind im Ernstfall, für den sie eigentlich angelegt wurden, wirkungslos.