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Hausbau mit der jungen Familie – Ein Rundum-Ratgeber

Ihr habt das erste oder vielleicht sogar schon zweite Kind bekommen und langsam wird es euch zu eng in den bisherigen vier Wänden? Dann ist vielleicht auch bei euch schon der Zeitpunkt gekommen, an dem ihr an einen Hausbau mit und für eure kleine Familie denkt. Schließlich soll jetzt mehr Platz für alle her und ein eigener Garten wäre auch schön. Doch ein Hausbau stellt ein riesiges Projekt dar. Doch wenn ihr von Anfang alles gut plant, die Finanzierung mit dem Partner/ der Partnerin gründlich überdenkt und Schritt für Schritt richtig vorgeht, sollte eigentlich alles gut gehen. Wir haben hier die wichtigsten Dinge in einem Rundum-Ratgeber zusammengefasst.

In diesem Artikel:

Haus bauen: Die ersten Überlegungen

Beweggründe für den Hausbau

Überstürzt in den Hausbau zu starten, könnte fatal enden. Zwar ist der Entschluss, ein solches Projekt gemeinsam anzugehen, euphorisierend und die bevorstehende Zeit extrem aufregend, ohne einige Vorüberlegungen sollte aber kein Hausbau in Angriff genommen werden.

Die erste Überlegung lautet daher auch: Warum bauen wir überhaupt ein Haus?

Die Frage klingt banal, aber vermutlich habt ihr sie euch bisher nur sehr vage in Gedanken beantwortet. Versucht euch einmal genau zu fragen, ob und wofür das Haus nötig wäre und woher der Wunsch kommt:

  • Ist der Platz in der bisherigen Wohnung zu klein?
  • Ist der Hausbau ein Luxus, den ihr euch leisten könnt?
  • Oder ist es eigentlich ein Traum, der jenseits eures Budgets liegt und unvernünftig wäre?
  • Habt ihr schon immer vom eigenen Haus geträumt oder ist es eine spontane Entscheidung?
  • Habt ihr lange genug darüber nachgedacht?
  • Seid ihr euch einig in diesem Vorhaben?
  • Wollt ihr ein Haus bauen, weil ihr denkt, dass es zum Familienleben dazugehört, irgendwann ein eigenes Haus zu haben?
  • Wollt ihr euch vielleicht an einem bestimmten Ort niederlassen und diesen Schritt mit einem Hausbau besiegeln?
  • Reizt euch der Gedanke an einen großen Garten, in dem ihr in der Sonne liegen und die Kinder im Gras spielen können vielleicht eigentlich mehr, als das Haus selbst?

Wenn ihr euch intensiv mit den Gründen auseinandergesetzt habt, die zum Entschluss, ein eigenes Haus zu bauen, geführt haben, solltet ihr rational noch einmal eine finale Entscheidung treffen. Seid realistisch und bedenkt, dass niemand gezwungen ist, ein Haus zu bauen. Ihr solltet es nur tun werden, wenn ihr beide absolut überzeugt davon seid, dass es das Richtige ist.

Der Bau, die Kosten und der Papierkram

Drei Faktoren solltet ihr von Anfang an besonders bedenken, die im Laufe des Hausbaus einiges an Nerven kosten können: Der Bau, bzw. die Baustelle selbst, die Kosten für den Bau und der Papierkram, der auf euch zukommt.

1. Bezüglich des Baus ist vor allem wichtig, das richtige Bauunternehmen zu finden.

© pattilabelle@fotolia.com - Bauzeichnungen sind komplex und von Laien oft nicht zu verstehen. Ein kompetenter Bauträger als Ansprechpartner für Fragen ist dann Pflicht.

 

Ihr solltet euch einen guten Überblick über die Anbieter auf dem Markt verschaffen. Haltet nach einem Unternehmen Ausschau, das euch nicht nur umfassend berät, sondern auch in anderen Bereichen jederzeit Unterstützung bietet. So sollte dieses nicht nur bei der Suche nach einem passenden Baugrundstück behilflich sein. Vielmehr nimmt es euch auch einiges an Stress, wenn Unternehmen helfen bei:

 
  • Baugenehmigungen,
  • Finanzierung,
  • Erschließung,
  • Planung und Anträgen auf Fördermittel.

2. Die Kosten, die ein Hausbau und ein Haus mit sich bringen, sind leider nicht ganz einfach einzuschätzen.

Während der Kaufpreis noch recht klar ist, kommen aber diverse Nebenkosten dazu, die auf keinen Fall zu vergessen sind. Es wird immer wieder betont, dass diese zwischen 10 und 20 Prozent der Baukosten ausmachen können. Das sind etwa Kosten für:

  • Maklerprovisionen,
  • Notar,
  • Grundbucheintrag,
  • Grunderwerbsteuer,
  • Erschließungskosten,
  • Rücklagen, auf die im Falle von Reparaturbedarf zurückgegriffen werden kann.

Später kommen natürlich auch die "Betriebskosten" dazu. Unter diese fallen wiederum:

  • Versicherungen,
  • Straßenreinigung,
  • Müllabfuhr,
  • Grundsteuer,
  • Wasser und Abwasser,
  • Heizung,
  • Warmwasser.

Gegebenenfalls ist es sinnvoll, im Rahmen eines Haushaltsbuchs einmal übersichtlich die regelmäßigen finanziellen Belastungen und die Einnahmen zu erfassen. So wird meist klarer, welche Möglichkeiten sich für das Budget zum Hausbau ergeben.

3. Und dann ist da noch der Papierkram, auf den ihr euch gefasst machen müsst.

Mit Haus- und Grundstücksangeboten, die ganze Aktenordner füllen können, geht es los. Unterlagen für die Baugenehmigung, diverse Zeichnungen des Architekten oder Bauträgers, Angebote und Aufträge der örtlichen Versorgungsunternehmen und einige weitere Unterlagen kommen dazu. Wichtig ist, dass ihr alles akribisch genau sortiert, um den Überblick zu behalten und euch Stress zu ersparen. Auch eine To-Do-Liste kann helfen, damit ihr noch zu erledigende Dinge nicht vergesst.

Gibt es das individuell passende Haus?

Zunächst einmal: Das perfekte Haus gibt es nicht. Außer, das Budget ist quasi unbegrenzt. Kompromisse in irgendeiner Art müssen daher bei fast jedem Hausbau eingegangen werden. Deshalb solltet ihr von Anfang an versuchen, flexibel zu sein und euch an die Gegebenheiten und den Ablauf anpassen können.

© tl6781@fotolia.com - Legt ihr Wert auf ein besonders nachhaltiges Haus und auf eine gute Dämmung? Dann ist ein Holzhaus vielleicht die richtige Entscheidung.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Hausbauweisen, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Bei einem Fertighaus etwa dauert es oftmals nur wenige Tage, bis es steht. Gleichzeitig mangelt es nicht unbedingt an Individualität, weil ihr immer noch zwischen Einfamilienhäusern, Bungalows, Mehrfamilienhäusern und frei geplanten Häusern wählen könnt. Auch die Fixpreisgarantie ist ein Vorteil des Fertighauses.

Ein Holzhaus gilt vor allem als sehr gesund im Vergleich zu anderen Häusern und ist daher für Familien mit allergieanfälligen Kindern mitunter interessant. Auch sind die Dämmeigenschaften von Holz sehr gut und die Anforderungen ans Fundament geringer.

Überlegt euch gut, welche Art von Haus euch wirklich zusagt und bedenkt, dass ihr in diesem Haus vermutlich die nächsten Jahrzehnte verbringen werdet.

Die Finanzierung

Grundsätzliches

Nur in den seltensten Fällen verfügen Bauherren und vor allem junge Familien über genügend Eigenkapital, um den Bau direkt aus der eigenen Tasche zu finanzieren. Es ist stattdessen üblich, einen Baukredit aufzunehmen, der nach und nach zurückgezahlt wird.

Es ist dennoch wichtig, einen gewissen Anteil der Baukosten in Form von Eigenkapital mitzubringen. Denn je mehr Eigenkapital ihr mitbringt, desto geringer fallen die Zinsen aus, die ihr für euer Darlehen bei der Bank zahlen müsst. Eine Eigenkapitaldecke von 20 bis 30 Prozent gilt als vorteilhaft. Finanziert eine Bank zu guten Konditionen die vollen 100 Prozent des Kaufpreises, solltet ihr zumindest die Kaufnebenkosten vollständig aus eigenen Mitteln zahlen können.

Sparen könnt ihr, indem ihr schon beim Abschluss des Kreditvertrages, bzw. der Baufinanzierung auf Details, wie die vertragliche Zinsbindung achtet. Je früher diese endet, desto besser für euch. Dann könnt ihr im Laufe der Finanzierungsphase etwa eine Umschuldung vornehmen, mit der sich größere Summen sparen lassen. Findet ihr später ein verbindliches Kreditangebot, mit dem ihr im Vergleich zu eurem bisherigen Ratenkredit Geld sparen würdet, könnt ihr dieses Angebot einfach eurer Hausbank vorlegen. Mit etwas Glück bietet diese bei einer Umschuldung dann sogar ähnlich günstige Konditionen, sodass ihr nicht einmal den Anbieter wechseln müsst.

Junge Familien werden unterstützt

© Monster-Ztudio@fotolia.com - Der Staat legt euch, wenn ihr bestimmte Anforderungen erfüllt, auch noch ein bisschen was auf euren Hauskauf drauf.

 

In Deutschland erhaltet ihr als junge Familie für euer Hausbauvorhaben auch von Seiten des Staates, des Landes oder der Kommune Unterstützung. Diese müsst ihr, anders als euren Kredit, auch nicht zurückzahlen.

  • Zunächst gibt es das sogenannte Wohnraumförderungsgesetz, das "insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen sowie Familien und andere Haushalte mit Kindern, Alleinerziehende, Schwangere, ältere Menschen, behinderte Menschen, Wohnungslose und sonstige hilfebedürftige Personen" unterstützt. Gefördert werdet ihr hier in Form von zinsgünstigen Darlehen, finanziellen Zuschüssen oder vergünstigtem Bauland. Allerdings gilt die Förderung nur für Haushalte, deren Jahreseinkommen bestimmte Beträge nicht übersteigt. Zusätzlich müsst ihr als Antragsteller dennoch auch genug Eigenmittel verfügen und diese mitbringen können.
  • Habt ihr mindestens ein Kind unter 18 Jahren, das in eurem Haushalt lebt, profitiert ihr mit etwas Glück zusätzlich vom Baukindergeld. Um diese Förderung zu bekommen, müsst ihr noch einige weitere Voraussetzungen erfüllen. Diese sind auf der Website des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat im Detail zu finden. Unter anderem werden nur Familien mit einem Kind bis zu einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 90.000 Euro pro Jahr sowie 15.000 Euro für jedes weitere Kind unterstützt. Bei zwei Kindern liegt die Einkommensgrenze daher zum Beispiel bei 105.000 Euro.
  • Das Baukindergeld stellt eine staatliche Erleichterung für Familien dar, die gerne ein Eigenheim bauen möchten. 1.200 Euro gibt es dafür jährlich pro Kind vom Staat über zehn Jahre hinweg. Aufgrund der Geldentwertung ist der Zuschuss also etwas geringer, was bei der Kreditbetrachtung aber seitens der Bank miteinberechnet wird.
  • Jungen Familien gewähren Kommunen Prämien, wenn etwa eine Altimmobilie im Ortskern besiedelt wird. Der Zuschuss ist dann meistens an eine Renovierung geknüpft. Somit wollen Kommunen mit wenig Einwohnern wieder attraktiver für junge Familien werden und die Abwanderung in die Großstädte etwas abmildern. Zuschüsse für Neubauten sind seltener, kann es in einzelnen Fällen aber auch geben. In jedem Fall gilt: Informiert euch, bevor ihr euch im Nachhinein ärgert, wenn ihr von ungenutzten Möglichkeiten Wind bekommt!

Die Kinder und die Baustelle

Sobald auch die Finanzierung organisiert ist und die Bauarbeiten starten, sind die ersten Probleme und Schwierigkeiten geschafft. Leider werdet ihr euch dennoch nicht völlig zurücklehnen und entspannt auf euer neues Eigenheim warten können. Denn damit alles nach Plan läuft, ist euer Einsatz als Kontrolleure auf der Baustelle gefragt.

Schon beim Ausheben des Kellers sollte immer wieder mit der Bauleitung kommuniziert werden. Selbst, wenn ihr einen Gutachter beauftragt, der regelmäßig überprüft, ob alle Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt werden, ist es sinnvoll, wenn ihr euch selbst ein Bild von den Ereignissen macht. Seien es Fortschritte und Stillstände oder Ungereimtheiten und Probleme – vor Ort ist alles klarer ersichtlich und kann im Zweifelsfall auch besser und schneller gelöst werden.

© galitskaya@fotolia.com - Die Kleinen können vor allem mit fortschreitendem Bau auch auf der Baustelle mithelfen. Wichtig ist, dass ihr sie immer im Auge habt.

 

Außerdem macht es mitunter einen großen Unterschied, ob die Handwerker euch kennen oder nicht. Wenn ihr immer wieder Präsenz zeigt und mit den Arbeitern sprecht, kann das nur von Vorteil sein. Zum einen werden Unklarheiten oft von alleine beseitigt, zum anderen arbeiten Menschen, die wissen, für wen sie tätig sind und denen gegenüber man freundlich begegnet, sicherlich auch sorgfältiger und gewissenhafter. Holt den Handwerkern doch ab und an Kaffee oder belegte Brötchen oder bringt einen Kuchen mit auf die Baustelle und versucht, für gute Stimmung zu sorgen. Auch Aufräumen ist wichtig. Denn wenn ihr zeigt, dass euch eure Baustelle am Herzen liegt, werden auch alle anderen selbst etwas ordentlicher sein.

Seid ihr selbst in die Bauarbeiten involviert, müsst ihr euch nicht scheuen, auch mal eure Kinder mit zur Baustelle zu nehmen. Natürlich sind die üblichen Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa, einen Schutzhelm zu tragen besonders wichtig. Habt allerdings stets ein wachsames Auge auf den Nachwuchs. Bei kleineren Arbeiten können die Kinder sogar selbst mal mit Hand anlegen. Unter eurer Anleitung lernen sie dabei, was für verschiedene Werkzeuge es gibt, was Rundkopfschrauben und Kneifzangen sind und dass die sechskantigen Dinger mit Loch "Mutter" genannt werden – genau wie einer von euch Elternteilen.

Der optimale Ablauf in 7 Schritten

Abschließend haben wir euch noch einmal den optimalen Ablauf für den Hausbau in sieben Schritten zusammengefasst. Sicherlich konnten wir nicht jedes Detail berücksichtigen, allerdings stellen diese Schritte unserer Ansicht nach die wichtigsten dar.

1. Die Sache mit den Finanzen abklären

Macht euch zunächst klar, wie viel Eigenkapital ihr zum Hausbau zur Verfügung habt. Und ob ihr nach Durchrechnung der Kosten immer noch unbedingt ein Haus bauen möchtet.

Bedenkt die Vorteile des Hausbaus, wie, dass ihr dann über eine eigene Immobilie verfügt, die an Wert eher steigen wird. Vergesst allerdings auch nicht, dass die Neben- und Instandhaltungskosten steigen werden und die Grundsteuer dazukommt.

Habt ihr euch für den Bau entschieden, müsst ihr mit Banken sprechen und Angebote vergleichen. Dann wird eventuell noch nachverhandelt, bis schließlich der für euch passende Kredit gefunden ist.

2. Nach einem Grundstück Ausschau halten

Weiter geht es mit der Suche nach einem Grundstück, auf dem euer neues Zuhause stehen soll.

© Daniel Ernst@fotolia.com - Nachdem Grundstück und Haustyp gefunden und die Planungsunterlagen erstellt sind, können die ersten Unterschriften gesetzt werden.

 

Zieht es euch eher in eine Großstadt oder in ein verschlafenes Städtchen? Oder vielleicht ganz aufs Land, in eine ruhige, grüne Gegend? Am Ende des Tages entscheidet natürlich auch eher Budget über die Lage und die Größe des Grundstücks.

3. Hauskataloge durchforsten und planen

Sobald ihr ein Grundstück gefunden habt, beginnt die Suche nach dem für euch passenden Haustyp. Der Blick in etliche Hausbaukataloge ist dabei im Grunde unvermeidbar. Sie helfen euch dabei, zu entscheiden, ob es ein Fertighaus, ein Passivhaus oder etwa ein Massivhaus sein soll? Ob ihr es schlüsselfertig haben, also alle Arbeiten von einem Generealunternehmer erledigen lassen möchtet. Oder ob ihr bei einem Ausbauhaus selbst mit anpacken wollt.

Überlegt auch jetzt schon, welche Fassade ihr haben möchtet. Und ob es euch wichtig ist, alternative Energieträger zu integrieren. Stellt euch lieber zu viele Fragen, als zu wenig und seid ehrlich zueinander, um danach in Ruhe und einheitlich abwägen zu können.

4. Der Hauskauf

  • Habt ihr ein Grundstück den passenden Haustyp gefunden, geht es an die konkrete Planung des Baus. Wollt ihr euch an einen Generalunternehmer wenden, das auch schon die Planung übernimmt oder wollt ihr die einzelnen kommenden Schritte selbst in der Hand haben?
  • Baut ihr mit einem Unternehmen, solltet ihr den Vertrag ganz genau prüfen. Kennt ihr euch nicht so gut aus, oder seid ihr euch in manchen Punkten unsicher, holt euch lieber einen Fachmann dazu, der einen professionellen Blick auf den Vertrag wirft. Manchmal ist es besser, früher etwas mehr zu investieren, als später mit noch viel höheren Kosten konfrontiert zu werden. Und das nur, weil Kleinigkeiten im Vertrag übersehen oder nicht berücksichtigt wurden. Es kann vorkommen, dass eine Baufirma absichtlich manche Klauseln unpräzise formuliert oder bestimmte Bauleistungen, die für euch vielleicht wichtig wären, gar nicht erst definiert.
  • Es folgt die Ausarbeitung der Planungsunterlagen. Hier entscheidet ihr euch endgültig für Haustyp und Baustil und entscheidet, ob ihr selbst noch ausbauen oder in euer fertiges Häuschen einziehen wollt. Außerdem werden Fragen nach Lärmschutzmaßnahmen geklärt und der Baugrund wird hinsichtlich Wasser und Altlasten genauer untersucht.
  • Die Planungsunterlagen führen schließlich auch zur Ermittlung der Kosten. Die verschiedenen Ausgaben können genau aufgelistet und die ersten Kreditverträge unterschrieben werden.

5. Die Genehmigung und die Vergabe

Die für den Bau notwendigen Unterlagen werden von dem beauftragten Architekten oder Generalunternehmer zusammengestellt und bei der zuständigen Behörde eingereicht. Es folgen, wenn alles läuft, wie geplant, die Genehmigung und die Vergabe der Bauleistungen. Wichtig ist, dass ihr die Genehmigung gemeinsam mit dem Architekten oder Bauleiter noch einmal akribisch prüft.

© highwaystarz@fotolia.com - Während der Bauphase solltet ihr den Fortschritt immer wieder selbst genau kontrollieren.

 

6. Die Bauphase

  • Arbeitet ihr nicht mit einem Generalunternehmer zusammen, müsst ihr euch rechtzeitig um Installateure, Dachdecker, Zimmerleute, Elektriker, Maler und Küchenbauer kümmern.
  • Bestellt Material für den Innenausbau, wie Fliesen, Tapeten, Bad-Armaturen und alles Weitere und bedenkt, dass manche Dinge oftmals längere Lieferzeiten haben.
  • Außerdem solltet ihr euch noch vor Baubeginn über notwendige Versicherungen informieren. Um eine Bauherrenhaftpflicht- und eine Gebäudeversicherung mit vorlaufender Rohbauversicherung kommt ihr, wenn ihr auf Nummer sicher gehen möchtet, eigentlich nicht drum herum.
  • Nachbarschaftshelfer für den Bau müsst ihr der Berufsgenossenschaft melden.
  • Habt ihr die Genehmigung erhalten, müsst ihr die Baustelle ausreichend sichern. Außerdem müsst ihr den Baubeginn der Baubehörde melden.
  • Sobald die Bauarbeiten begonnen haben, solltet ihr euch um regelmäßige Kontrollen kümmern. Meldet jegliche Baumängel zeitnah und führt durchgehend während der Bauphase ein detailliertes Bautagebuch.
  • Zusätzlich solltet ihr stets Lieferscheine, Rechnungen und sonstige Belege ordnen und kontrollieren.
  • Vergesst auch nicht den Kostenrahmen im Auge zu behalten. Überprüft die Arbeit aller Handwerker genau, bevor ihr die Rechnung begleicht.

© drubig-photo@fotolia.com - Ist der Bau abgenommen, erfolgt endlich die Schlüsselübergabe und das neue Haus darf bezogen werden.

 

7. Die Abnahme

Sobald alle Bauarbeiten beendet sind, meldet ihr den Status der Baubehörde. Es folgen dann die Bauabnahme und das Einmessen des Grundstücks für die Unterlagen im Katasteramt. Vermutlich geht es dann abschließend an die Arbeiten für den Garten und eventuell die Gestaltung einer Terrasse sowie weitere Pflasterarbeiten.

Habt ihr das alles geschafft, könnt ihr endlich erst einmal durchatmen. Dann steht euch nur noch der Umzug mit den Kindern bevor, der eine letzte Anstrengung darstellen dürfte. Die Freude, im neuen, selbstgebauten Haus zu wohnen, ist danach aber umso größer. Versprochen.