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Hebammen und Trauerbegleiter kooperieren

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Hebammen und Trauerbegleiter kooperierenDÜSSELDORF. Manchmal liegen Geburt und Tod ganz nah beieinander: Gerade bei Fehl- und Totgeburten oder dem frühen Kindstod müssen Eltern lernen, mit diesen einschneidenden Wendepunkten im Leben umzugehen. Um sie besser begleiten zu können, haben sich nun das Geburtshaus Düsseldorf und das Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland e. V. zusammengeschlossen. Geplant ist eine Anlaufstelle, wo Hebammen aus dem Geburtshaus in Kooperation mit Trauerbegleitern aus dem Regenbogenland betroffene Familien beraten und ihnen helfen.

Diese einmalige und richtungweisende Kooperation wurde in Düsseldorf geschlossen: Am 1. Oktober 2018 unterzeichneten Alexa Weber und Lisa Fels, Geschäftsführerinnen des Geburtshauses, eine Kooperationsvereinbarung mit dem Regenbogenland, vertreten durch Norbert Hüsson und Bernd Breuer, Vorsitzender und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Kinder- und Jugendhospiz Düsseldorf e.V.
Es gibt viele betroffene Familien und kaum Anlaufstellen, die sie in dieser Lebenssituation in allen Belangen umfassend auffangen. Durch die Tabuisierung des Themas lässt sich die genaue Anzahl der Betroffenen nicht genau beziffern.
Das soll sich nun durch die Kooperation des Geburtshauses Düsseldorf mit dem
Regenbogenlande ändern. Bei gemeinsamen Kennenlernterminen und einer gemeinsamen Fahrt ins Heilhaus Kassel sind zahlreiche Überschneidungen beider Arbeiten deutlich geworden, denn beide Häuser verbindet die einfühlsame und professionelle Begleitung von Familien in besonderen Lebenssituationen. Diese vorhandenen Kompetenzen werden nun zukünftig effektiv gebündelt. So werden zum Beispiel zukünftig Hebammenfortbildungen im Seminarraum des Jugendhospizes durchgeführt. Der erste bereits vereinbarte und ausgebuchte Termin ist die Fortbildung „Begleitung von Fehlgeburten“ am 12.11.2018 mit Karin Flachmeyer, Leitung des Geburtshauses im Heilhaus Kassel. Weitere Termine für 2019 sind bereits gebucht.
Weiterhin geplant ist der Aufbau einer Anlaufstelle für Familien bei Fehlgeburt, Totgeburt und nach frühem Kindstod. Hier ist die Zusammenarbeit von Hebammen und Trauerbegleitern aus dem Regenbogenland fruchtbar und sinnvoll und eine große Bereicherung in der Betreuung der betroffenen Familien. Angedacht sind hierbei Beratungen, Rückbildungskurse für verwaiste Mütter und gegebenenfalls auch Begleitung von Fehlgeburten. Im Verlauf der Zusammenarbeit werden sich sicherlich weitere Projekte konkretisieren, über die wir Sie gerne auf dem Laufenden halten werden.
Norbert Hüsson, Vorstandsvorsitzender des Förderverein Kinder-und Jugendhospiz
Düsseldorf e.V. freut sich sehr auf die Zusammenarbeit: „Die gemeinsamen Schnittmengen, die nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar sind, bieten vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Dank dieser zukünftigen Kooperation werden wir glücklicherweise eine Lücke speziell im Bereich der Betreuung von betroffenen Müttern schließen.“ „Wir sind überzeugt, dass die künftige Zusammenarbeit reichlich Früchte tragen wird zum Wohle von Familien“, ergänzt Lisa Fels, Geschäftsführerin des Geburtshaus Düsseldorf.

Über das Kinder-und Jugendhospiz Regenbogenland
Das Kinder- und Jugendhospiz ist ein Haus für Kinder und Jugendliche, die wegen einer unheilbaren Erkrankung oder einer schweren Behinderung nur eine eingeschränkte Lebenserwartung haben. Das Leben und die Lebensfreude stehen an diesem Ort im Mittelpunkt. Es ist eine Einrichtung, die den Familien dabei helfen will, die ihnen noch verbleibende Zeit gemeinsam mit ihrem Kind möglichst erfüllt und positiv zu gestalten. Das Kinderhospiz besteht bereits seit 2004, im Sommer 2017 wurde das neue Jugendhospiz fertig gestellt. Das Jugendhospiz fungiert hierbei als sinnvolle Ergänzung zum Kinderhospiz, da die Kinder, die zu Besuch kommen, dank des medizinischen Fortschritts glücklicherweise immer älter werden und damit auch immer öfter das Jugendalter erreichen.

Über das Geburtshaus
Das Geburtshaus Düsseldorf ist seit 1995 Anlaufstelle für Frauen, Paare und Familien, die die Zeit der Schwangerschaft, Geburt und ersten Familienfindungsphase bewusst und eigenverantwortlich erleben wollen. Frauen sind fähig, selbst zu gebären und müssen nicht entbunden werden. Somit steht die natürliche und selbstbestimmte Geburt außerhalb einer Klinik im Zentrum der Geburtshaus-Arbeit.
Erfahrene Hebammen sowie die Kursleiterinnen und -leiter aus den unterschiedlichsten Berufen begleiten die Familien professionell auf diesem Teil ihres Lebensweges. Die ganzheitliche und umfassende Betreuung erstreckt sich von der frühen Schwangerschaft über die Geburt bis ins Wochenbett und die ersten Lebensjahre mit dem Kind.

Geburtshaus-duesseldorf.de
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