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Kindern ein Zuhause auf Zeit geben

In diesem Artikel:

Kindern ein Zuhause auf Zeit geben HAMBURG. Petition gestartet für faire Bedingungen in der Bereitschaftspflege – Ohne Zukunftsängste Kindern ein Zuhause auf Zeit geben.

Bereitschaftspflegefamilien nehmen Kinder zuhause auf, die aus unterschiedlichsten Gründen gerade nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben können. Die Kinder finden in den Pflegefamilien Geborgenheit und Fürsorge, bis sich eine langfristige Perspektive für sie ergibt. Das können Tage, Wochen, Monate oder manchmal auch Jahre sein. Üblicherweise kann die Hauptpflegeperson keiner anderen Beschäftigung nachgehen, weil sie die Kinder ad hoc aufnimmt (bei Anruf – Kind!) und dann rund um die Uhr für das Kind sorgen muss. Leider ist es zurzeit in Hamburg so geregelt, dass die Pflegeperson ein bezahltes „Ehrenamt“ ausfüllt. Dies bietet leider keinerlei Sicherheiten. Der Wunsch der derzeit rund 35 Bereitschaftspflegefamilien in Hamburg ist es daher, dass die Tätigkeit in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umgewidmet wird. Dies würde die Hauptpflegeperson für Fälle wie Arbeitslosigkeit, Trennung, Rente, Pflegebedürftigkeit etc. absichern. Zurzeit sind die meisten Hauptpflegepersonen gänzlich von ihren Partnern abhängig (über den Partner krankenversichert, keine Aussicht auf Leistungen bei Krankheit, im Pflegefall, bei Trennung oder bei Nichtbelegung). Für die Rente muss privat vorgesorgt werden. Der unter bestimmten Voraussetzungen geleistete Zuschuss der Stadt zur Rente in Höhe von 42 Euro ist leider nicht ausreichend, um angemessen für die Zukunft vorzusorgen. Diesen Zustand hält Samia Martin, Gründerin der Initiative "Für faire Bedingungen in der Bereitschaftspflege", für nicht zeitgemäß und angesichts dessen, was die Bereitschaftspflegefamilien jeden Tag leisten auch nicht fair. Darf es sein, dass diejenigen, die sich täglich um das Wohl der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft kümmern, sich damit selber schwächen? Darüber hinaus ist die Intitiative der Auffassung, dass der akute Mangel an Bereitschaftspflegefamilien durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen behoben werden könnte. Die Anzahl der Bereitschaftspflegestellen stagniert seit Jahren, während der Bedarf stetig steigt. Die Stadt möchte zwar mehr Kinder in Familien unterbringen, verrennt sich aber seit Jahren in wirkungslosen Werbekampagnen. Die Intitiative fordert die Bürgerschaft auf, endlich zu handeln. Zum Wohle der Kinder, der Bereitschaftspflegepersonen und der Gesellschaft. Denn letztendlich zahlt im Falle von Hartz IV oder Altersarmut die Gesamtgesellschaft den Preis. Viele Kinder, die auf die geborgene Unterbringung in einer familiären Umgebung verzichten müssen, zahlen schon heute den Preis.

Und hier geht´s zur Petition: openpetition.de/petition/online/fuer-faire-bedingungen-in-der-bereitschaftspflege