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Lauflernschuhe: Darauf ist beim Kauf zu achten

Babys erster Schritt – für die Eltern ist das ein ganz besonderer Moment. Von nun an wird aus dem Krabbelkind ein kleiner Zweibeiner. Und schon bald steht der Kauf der ersten Schuhe auf dem Programm. In diesem Beitrag erfährst du, wie du die richtigen Lauflernschuhe für dein Kind findest.

In diesem Artikel:

Lauflernschuhe – ab wann?

Doch zunächst stellt sich überhaupt die Frage: Wann braucht das Kind Lauflernschuhe? Die kurze Antwort ist – sobald es anfängt, im Freien herumzulaufen.

Denn im Grunde genommen brauchen Babys überhaupt keine Schuhe, um laufen zu lernen. Barfußlaufen ist sogar die gesündeste Variante, weil es die Entwicklung des Fußes fördert. Seine ersten tapsenden Schritte sollte der kleine Racker also auf bloßen Füßen machen.

Schuhe kommen erst ins Spiel, wenn der Fuß vor schädlichen Einflüssen geschützt werden muss. Also wenn das Kind beispielsweise draußen läuft und auf Scherben oder Bienen treten könnte. Oder wenn es so kalt ist, dass das Füßchen eine extra Schicht Wärme braucht.

In der Regel ist das ca. zwischen 10-18 Monaten der Fall. Allerdings gibt es hier keine feste Regel, weil die motorische Entwicklung von jedem Kind unterschiedlich ist.

Wenn es dann soweit ist und der erste Schuhkauf ins Haus steht, sind viele Eltern ein wenig ratlos. Wie findet man die richtigen Lauflernschuhe? Schließlich kann man gerade bei Babyschuhen einiges falsch machen, da die kleinen Füße noch so empfindlich sind.

Prinzipiell gilt es, beim Kauf auf 4 wichtige Kriterien zu achten.

4 Kriterien für den Kauf

1. Passende Größe

Der allerwichtigste Punkt ist dabei sicherlich die Größe. Kinder- und Babyschuhe müssen gut passen, da zu kleine Schuhe zu Verformungen am Fuß führen können. Aber auch zu große Schuhe sind ungünstig, weil die Kinder stolpern könnten.

Die richtige Größe zu finden ist aber gar nicht so einfach: Kinder unter 10 Jahren können selbst noch nicht erkennen, ob ihnen ein Schuh passt. Und die weit verbreitete „Daumenprobe“ ist auch keine zuverlässige Methode: Drückt man mit dem Daumen auf die Schuhspitze, dann ziehen die Kinder die Zehen oft reflexartig zurück. Somit erhält man ein falsches Bild von der Schuhgröße.

Die beste Möglichkeit ist es, den Fuß des Kleinkinds abzumessen: Man misst von der Ferse bis zur längsten Zehe und gibt dann noch einmal 12-17 Millimeter dazu. Das ist die Länge, die der Schuh innen haben sollte.

Eine praktische Variante ist auch diese Schablone, mit der sich die richtige Schuhgröße ganz einfach ermitteln lässt. Stelle den Fuß deines Kindes auf die Schablone – auf der linken Seite kannst du die passende Größe ablesen:

Lauflernschuhe Größenvorlage

Schuhe eine Nummer größer kaufen?

Kinderfüße wachsen unglaublich schnell. Macht es da Sinn, die Schuhe von vornherein eine Nummer größer zu kaufen? Nein, das ist keine gute Idee! Auch zu große Schuhe können zu Fehlstellungen führen und das Kind gewöhnt sich vielleicht einen falschen Gang an.

2. Biegsame Sohle mit gutem Halt

Zweitens solltest du die Schuhsohle ansehen: Ist diese flexibel, biegsam und rutschfest? Eine biegsame Sohle ist vor allem deshalb wichtig, weil die Kleinkinder das Abrollen der Fußballen noch trainieren müssen. Bei einer steifen Sohle können sie das nicht lernen.

So testest du, ob die Sohle weich genug ist: Versuche den Schuh mit einer Hand zusammenzuklappen. Das vordere Drittel sollte sich nun im rechten Winkel nach oben biegen lassen, ohne dass du dich groß anstrengen musst.

Natürlich müssen die Schuhe auch guten Halt geben, deshalb sollte die Sohle aus rutschfestem Material wie Gummi, Naturkautschuk oder Rauleder sein.

3. Weicher Stoff

Außerdem muss der Schuh angenehm zu tragen sein. Ein Kleinkind zum Schuheanziehen zu überreden ist ja schon schwer genug – nicht auszudenken, wenn sich die Schuhe dann noch unfein anfühlen!

Am besten eignen sich weiche Stoffe, die sich dem Kinderfuß anpassen, zum Beispiel Leder, Wolle oder Baumwolle. Der Fuß sollte nicht eingeengt sein. Idealerweise fühlt es sich für dein Kind an, als ob es gar keine Schuhe anhätte.

4. Natürliches Material

Zu guter Letzt solltest du noch auf natürliche, unbelastete Materialien achten. Denn es sollen keine Schadstoffe an die empfindliche Babyhaut gelangen. Empfehlenswert sind beispielsweise Leder aus pflanzlicher, chromfreier Gerbung, Bio-Baumwolle oder natürliche Schurwolle.

Künstliche Materialien sind dagegen nicht ideal, weil der Kinderfuß darin nicht atmen kann und schwitzt. Der Fuß wird feucht und das Kind kann sich erkälten. Bei Naturmaterialien hat man den Vorteil, dass diese ausreichend Luft durchlassen und für ein angenehmes Fußklima sorgen.

Gebrauchte Lauflernschuhe kaufen – ja oder nein?

Kinderfüße wachsen ständig: Ungefähr einen Millimeter im Monat und ca. zwei Schuhgrößen pro Jahr! Das heißt also, dass man nach einem halben Jahr schon wieder neue Schuhe braucht. Da liegt es nahe, gebrauchte Lauflernschuhe zu kaufen oder die getragenen Schuhe an kleinere Geschwister zu vererben.

Für die Fußgesundheit der Kleinen ist das übrigens auch völlig in Ordnung. Solange die Schuhe gut erhalten sind und die richtige Größe haben, spricht nichts dagegen. Man sollte aber auf keinen Fall nur halb passende Schuhe verwenden, weil man die schon zu Hause hat.

Kinderfüße müssen sich frei entfalten

Wir Menschen sind ja eigentlich Barfußläufer – unsere Füße sind nicht für Schuhe gemacht. Deshalb ist es auch am gesündesten für Kleinkinder, wenn sie auf bloßen Füßen laufen. Geht es dann nach draußen, schützen Lauflernschuhe gegen Kälte, Nässe und spitze Gegenstände. Achte darauf, dass die Lauflernschuhe gut passen und aus weichen, natürlichen Materialien bestehen. Dann kann sich der kleine Fuß optimal entwickeln!