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Licht und Schatten - Baby-Tagebücher von Anna aus Hitzacker

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.

11. Woche

Licht und Schatten

Schwangeren Frühstück, Halloween und der Widerspruch der Elternschaft.

Hallo ihr Lieben,

Erst nachdem ich die Überschrift ein paar Tage über meinem wachsenden Entwurf stehen hatte fiel mir ein, dass "Schatten und Licht" auch eine Institution zur Hilfe bei Wochenbett Depressionen ist. Darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Viel mehr um die großen Gegensätze mit denen das Muttersein verbunden ist. Das wurde mir in der vergangenen Woche nämlich nocheinmal richtig klar. Wie sehr man seine Kinder lieben und doch von ihnen genervt sein, sogar richtig wütend auf sie sein kann.
Also kommt mit in einen Widerspruch der Gefühle, sekündlich wechselnde Situationen und die große Normalität, die darin ihr zuhause hat. Es geht nämlich den meisten so. Würde ich einfach mal behaupten. Nur drüber zu reden traut man sich oft nicht so. Bis eine anfängt....

Notiz an mich selbst zum Ende der Woche mit drei kranken Kindern:
Ich habe gerade extrem mit der Fremdbestimmung durch die Kinder zu kämpfen.
Ich hätte wirklich gerne mal frei! Würde einfach gerne mal wieder etwas in meinem Tempo und nach meinen Wünschen tun. Und damit mein ich nicht in ruhe duschen!
Ich würde gerne mal wieder ins Museum, Klettern gehen, essen gehen mit meinem Mann, mit einer Freundin in den Pub.
Aber ich renne ständig nur den Kindern hinterher. Will ich was mit ihnen machen wird das nur torpediert und geschrien. Oh man die schreien SO viel! Alle drei. Ich war jetzt echt froh, dass der Große mit seinem Papa weg war in den Herbstferien. So hatte er
zumindest eine ruhige schöne Zeit.

Sie können so süss und lieb sein. Aber das hält immer nur einen kleinen Moment und dann haben sie Puderzucker hinter meinem Rücken verteilt, das Baby kotzt mich voll, die Jungs streiten sich, der Mini schmeisst sich heulend auf den Boden, der Midi kommuniziert nur noch brüllend. Das kriegen die wenigen schönen Momente gerade einfach nicht mehr wett gemacht.

Es ist mir gerade alles etwas zu viel. Die Woche mit drei kleinen kranken Kindern war schon heftig. Es sind wohl alle gerade in einem immensen Entwicklungsschub. Es ist so laut mit ihnen und so wuselig. Diese Lautstärke und die vielen Eindrücke damit, bringen meinen Kopf fast zum Platzen.
Ich möchte die Zeit so gerne mit ihnen genießen, aber aufgrund ihres Verhaltens bin ich nur am meckern, schimpfen und Chaos beseitigen.

Ich glaube mir fällt auch ein wenig die Decke auf den Kopf. Da es mit Urlaub finanziell einfach schwierig wird, habe ich mal nach Ausflugsideen geguckt. Fast alles ist erst für größere Kinder oder es wäre die total unentspannte Hölle, das mit drei kleinen Kindern zu machen. Zumindest mit meinen.
Ich hab das Gefühl alles falsch zu machen, gemacht zu haben. Warum schreien die nur so viel?! Das ist einfach nur ätzend und ich freu mich wenn der Tag geschafft ist oder Mittagsschlaf ist.
Ich würde gerne mal wieder nur mit einem Kind was machen ...


Tja, so sah das aus. Und ja, ich hab mir alle meine Kinder gewünscht. Aber ich darf sie trotzdem anstrengend finden und mal keinen Bock mehr haben!

Die vergangene Woche bildete das genaue Gegenteil davon ab. Ja natürlich war das auch anstrengend und ich war von 6 Uhr morgens bis 22/23 Uhr abends durchgehend beschäftigt. Wenn man mal die zwei drei Stunden Mittagsschlaf beseite lässt, wo ich liegen konnte. Na ja, eher musste. Denn sonst wachen meine Kids leider kurze Zeit später auf. Aber es war schöner. Trotz frühem Aufstehen. Der Midi hatte seine Zeit im Kindergarten, wo er morgens nicht hin und mittags nicht weg möchte.

Ich war beim Schwangeren- und Babyfrühstück. Das war so schön! Lilly tat mir den Gefallen den Vormittag im Wagen zu verschlafen. So konnte ich klönen, beim Tisch decken helfen und dem Mini gut ein Brötchen schmieren. Danach spielte er mit den anderen Kids und jeder Menge Autos.
"Toll wie du das alles schaffst!", sagte die veranstaltende Hebamme nach dem Frühstück zu mir. Das werde ich oft gefragt in letzter Zeit. Wie ich das nur schaffe. Meine Antwort ist: "Eine Minute nach der anderen!". Und das ich Hilfe habe. Nicht die ganze Zeit, aber immer wieder.

Zur Krabbelgruppe verschlief Lilly wieder den Vormittag. So konnte ich mir den Mini schnappen und mit ihm bei den Kniereitern und Liedern mitmachen. Und er schrie nicht rum, sondern ein erstauntes Leuchten huschte über sein Gesicht. Wir hatten richtig Spaß und es war so schön mich mal nur auf ein Kind konzentrieren zu können. Das will ich öfter versuchen im Alltag hinzubekommen. Ich weiß noch nicht so richtig wie, aber ich arbeite dran. Abends hat Lilly ihre Zeit. Da lächelt sie mit mir um die Wette und beginnt zu erzählen mit kleinen feinen Lauten. Auch strampeln unterm Mobile und dabei Blubberbläschen machen stehen hoch im Kurs. In der Zeit kann ich den Jungs dann zu der Liedergeschichte von St. Martin die Zähne putzen und beide gucken mich mit großen Augen an, während sie zuhören.

Der Mini möchte nun auch beim Kochen helfen und kommt immer wieder an, nimmt mein Gesicht in seine Hände, sagt: "knutschen" und gibt mir ganz bedächtig erst links ein Küsschen auf die Wange und dann rechts. Wie mein Herz dann schmilzt ...

Abends wird mit freudigem Gebrüll der Papa empfangen, der keine Ahnung hat, das fünf Minuten vorher noch die Hütte brannte. Nun steht die Frau atmend und rührend am Herd mit dem schlummernden Baby in der Trage unter der Dunstabzugshaube, dass gerade noch wie am Spieß gebrüllt hat und er hat zwei grinsende Jungs im Arm, die sich kurz zuvor noch gekloppt haben, weil ... na ja, wegen diverser Gründe. Manchmal kommt er auch im Moment dieses Familientsunamis nachhause. Das tut mir leid, dass sein Ankommen auch mal so ist, aber es gehört halt dazu.

Licht und Schatten liegen so nah beieinander im Elternsein. Und es wechselt so schnell, dass es manchmal nur flackert und man selbst mit den Gefühlen kaum hinterher kommt. Es hilft manchmal inne zu halten und zu schauen. Dann sieht man das Licht auch wieder. Denn ohne einander können diese beiden nicht existieren. Bis man das Licht wieder sieht, darf man es aber auch einfach anstrengend finden und sich anders wünschen!


Unser Halloween:
Der Midi ging als Geist. Hat er mir am Abend vorher eröffnet. Zum Glück war ein Geisterkostüm schnell aus einem alten Bettlaken gemacht.
Der Mini wollte auch, streifte das Kostüm allerdings schon nach zwei Minuten wieder ab. Eine Nachbarin hatte uns eingeladen an Halloween bei ihr zu klingeln. Bislang hat sich der Midi nämlich noch nicht getraut. Aber bei ihr wollte er klingeln. Also bin ich mit dem Midi-Geist, dem Mini und dem Baby in der Trage und ein paar kleinen Körben bewaffnet über die Straße gezogen. Meine Güte war das süß als das weiße Gespensterkostüm um mein enthusiastisch losflitzendes Kind wehte.
Hmm, die Nachbarin war nicht da. Aber vielleicht könnten wir ja noch woanders klingeln? Ja! Wir besprachen, dass wir nur klingeln wo ein Kürbis oder Halloweenlichter stehen. Nicht überall wurde die Tür geöffnet. Nicht überall gab es was Süßes. Aber sie haben sich getraut! Noch ein riesen Schritt für mich, der mich unglaublich stolz auf den kleinen großen macht. An die meisten Klingeln kam er nicht dran. Da musste ich klingeln. Der große Bruder rannte immer etwas vor. Der kleine Bruder blieb immer etwas zurück und futterte unterwegs schon die ganze Zeit. Mit vollen Backen stieg er die Stufen runter zum Bürgersteig und flötete ein Danke nach dem anderen und war sehr erpicht darauf sämtliche Gartentüren wieder zu schließen. Dass er die Türen eintreten wollte, wenn die Leute für sein Empfinden zu lange zum öffnen brauchten, habe zum Glück nur ich mitbekommen.
Der Midi hatte das Süßigkeiten sammeln für sich entdeckt und sagte nach jeder Tür, dass er noch mehr wolle. Wir trafen noch Freundinnen von den Kindern und von mir. Zwei drei Horrorhäuser liessen wir aus und wir wurden zum Glück noch von einer kleinen Schar Jungs gewarnt, dass an einem Haus ein Horrorclown stehe. Das haben wir dann auch ausgelassen. War nicht einfach sie daran vorbei zu bugsieren, aber es hat zum Glück geklappt.

Wir gingen einmal um den Block. Alle zu Fuß. Der Mini konnte zum Schluss kaum noch. Er wollte den großen Wagen haben, in dem er sonst nicht sitzen will. Dem Midi wurde kalt. Das Baby wachte wieder auf und wollte stillen. Sie waren echt alle. Aber so mutig und happy. Als wir zuhause waren gab es noch etwas Hühnersuppe und Mamamilch zum Abendbrot, damit sie etwas leichtes und nahrhaftes nach den ganzen Süßigkeiten im Bauch hatten und dann gings ins Bett.

Nun ist wieder ein dicker Riesenschatten über uns. Ich war die letzten Tage an starkem Durchfall erkrankt und hänge ordentlich in den Seilen. Heute geht es den ersten Tag etwas besser. Essem geht aber noch nicht wirklich.
Tja und was soll ich sagen ... der Midi bekam heute Bauchweh und hat zum Abend Fieber bekommen. Der Mini war auffällig kuschelig über dem Tag und ging mit erhöhter Temperatur in den Abend. Die Babymaus ist super anhänglich und schreit gleich sehr, wenn ich mal von ihr weg muss und tut sich mit dem Schlafen schwer.
Kann also sein, dass es den nächsten Bericht erst in zwei Wochen gibt. Oh man hab ich bammel vor der Woche.
Ich schramme gerade selbst noch knapp an der Dehydration vorbei und bin echt schlapp, wenn ich nicht liege. Naja. Müssen wir durch ....
Also bis bald und gute Gesundheit.

Viele Grüße von
Anna



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