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Goldstückchen und Kohlestückchen - Baby-Tagebücher von Anna aus Hitzacker

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.

23. Woche

Goldstückchen und Kohlestückchen

Mein Rückbildungskurs startet, wir kümmern uns um den Beckenboden, gehen zur Krabbelgruppe und machen einen schönen Ausflug.

Hallo ihr Lieben,

nach einigen Wochen, die nun vom Thema Tod maßgeblich beeinflusst wurden, wurden wir nun wieder in den Alltag katapultiert. Zwangsweise stehen nun andere Themen im Zentrum, auch wenn es uns alle noch nicht ganz los lässt. Besonders die kleinen Jungs träumen gerade häufig davon, dass wir Eltern sterben. Da versuchen wir viel Sicherheit zu geben.

Diese Woche soll es aber einfach mal wieder um Stinknormale Mama-Baby-(Kinder)-Themen gehen. Die Babylady ist leider krank. Gestern hatte sie plötzlich Fieber und ihr ging es merklich nicht gut. Heute scheint sie der Hals zu kratzen, sie hat etwas Husten, Bauchweh und jede Menge volle Windeln. Ablegen geht natürlich auch garnicht. Nun sack ich hier endlich nach einem langen langen Tag auf dem Sofa zusammen mit schmerzendem Rücken und Füßen und schreib euch mal meinen Zweiwochenbericht, während die Babylady neben mir weiterschläft. Achso, ja, jetzt nach entsprechendem in den Schlaf tragen hat sie sich endlich mal wieder ablegen lassen.

Wir waren wieder bei der Krabbelgruppe. Der Mini hat sich soooo darauf gefreut. Fast jeden Tag hat er gefragt wann sie wieder stattfindet. Als es endlich soweit war, freute er sich riesig und es war DER Grund morgens aufzustehen.
Die Babylady war gerade im Wagen eingeschlafen, als wir ankamen. Leider wurde sie dann halb wach und schaffte es nicht mehr alleine in den Schlaf. Ich nahm sie noch in die Trage und lief mit ihr herum. Als aber die gesungene Begrüßung begann, guckte sie ruckartig hoch und musterte mich mit wachem Blick. Als ob sie mir zu verstehen geben wollte, dass sie das auf keinen Fall verpassen dürfte. Sie war dann tatsächlich die ganzen zwei Stunden wach und voll dabei. Keine zwanzig Schritte weit schaffte sie den Rückweg. Schon war sie eingeschlafen.

Wir machen bei der Krabbelgruppe nach ein paar Liedern immer eine kleine Erzählrunde für die Mamas. Dabei erzählt jede eine Sache die gut/schön war in der letzten Woche und eine die nicht schön war. Ein Goldstückchen und ein Kohlestückchen wird es genannt. Das finde ich schön, weil man so einfach ins Gespräch kommt, sich kennenlernt, selbst etwas resümiert und selbst bestimmen kann in welcher Tiefe man die anderen an seinem Leben teilhaben lässt.
Nun war ich an der Reihe und mir vielen direkt drei Kohlestückchen der letzten Woche ein:
1. Unser Auto ist kaputt gegangen. Das war und ist total doof! Mein Mann und ich müssen uns jetzt wieder absprechen, wann ich das Auto brauche und er dann entsprechend die Homeofficetage legen. Ich kann nicht "mal schnell" was erledigen, oder kurz das Auto nehmen, wenn wir spät dran sind oder ich sehr kaputt bin oder ich meine Kräfte den Tag noch für andere Dinge brauche. Nein, ich muss jetzt alles zu Fuß mit zwei oder drei kleinen Kindern machen. Das macht unsere Woche deutlich härter, kräftezehrender und anstrengender. Eigentlich hatten wir uns im März Zeit nehmen wollen für das Auto, da klar war, dass einiges gemacht werden muss. Nun hat es selbst den Zeitpunkt bestimmt und mein Mann hat nun mit den Temperaturen und der Zeit zu kämpfen.
2. Der Urlaub meines Mannes ist nun gänzlich vorbei und wir sehen uns wieder nur kurz am Tag. Er fehlt mir auf mehreren Ebenen und ich vermisse die Zeit, wo er den ganzen Tag zuhause ist und wir uns aufteilen, ergänzen und sehen können.
3. Die Mütterpflegerin ist nun verabschiedet. "Anna, du bist leider zu fit" waren ihre Worte. Darüber freue ich mich auch. Aber ihre Hilfe war ja nicht nur dafür gut, sondern half mir auch dieses Pensum an Haushalt zu bewältigen. Ich vermisse diese Hilfe. Denn die Kinder brauchen so viel von meiner Zeit. So viel Begleitung, Versorgung und oh du meine Güte haben die oft Hunger. Ich bin gefühlt nur am Essen machen, Streit schlichten, Verhalten erklären, Baby versorgen und Unternehmungen abflitzen. Ich bin schon froh, wenn ich mein Tagesziel erreiche. Das ist meist die nasse Wäsche aufhängen und sowas wie Staubsaugen. Manchmal klappt mehr, manchmal nur eins von beidem.

Dann wollte ich ein Goldstückchen erzählen.... Und mir fiel einfach nichts ein! Ich war richtig entsetzt. So furchtbar war die Woche doch garnicht gewesen..?! Aber mein Kopf war leer. Der olle Morgen hing mir noch wie eine dunkle Wolke über der Laune. Ich liebe ja alle Jahreszeiten mit ihren besonderen Eigenarten und ich finde es toll, dass der Winter so richtig klirre kalt ist. Aber dieses morgendliche Anziehen von drei kleinen Kindern ist schon echt nervig. Erstmal die normalen Klamotten alle anhaben und dann noch das Gewusel aus Schneeanzügen, Mützen, Handschuhen und Stiefeln. Uff. Und dann müssen die Lagen noch in einem komplizierten drunter-drüber- Verfahren angezogen werden, die Hose ist die falsche, die Strümpfe gehen nicht hoch genug zum Knie und die Kapuze vom gewünschten Pullover kann man schon garnicht unter dem Schneenazug tragen....
Da bin ich schon immer fix und fertig, wenn wir endlich losgehen. Und egal wie früh ich aufstehe mit den Kids - wir sind einfach jeden Morgen zu spät! Das tut mir so leid, weil ich den Midi wirklich gerne in Ruhe in den Kindergarten bringen würde. Ich würde die Babylady so gerne schlafen lassen. Entweder einfach im Bett oder später im Wagen. Ist aber zu kalt draußen, bzw. muss ich sie eben mitnehmen, wenn wir losgehen. An diesem Morgen habe ich den Midi eine Vietelstunde lang immer wieder freundlich gebeten sich (endlich) den Schneeanzug anzuziehen. Nach dieser Viertelstunde, in der ich keine Ahnung was gemacht hatte damit wir loskommen, ist mir der Kragen geplatzt. Dann lief es endlich. Auch mein schlechtes Gewissen. Ich mag so nicht sein. Aber ohne ein gepflegtes Donnerwetter nehmen die kleinen Jungs meine Worte derzeit leider nicht für voll. Ich hoffe das ändert sich bald wieder.

Eine Sache viel mir dann doch noch am Ende der Runde ein:
Wir waren am Wochenende in der Therme gewesen. Ich, mein Mann und die drei Kleinen. Der Ninja war übers Wochenende wieder bei seinem Papa. Ich hatte da ziemlich Respekt vor, weil eben noch keins der Kinder schwimmen kann und die Babylady definitiv auf den Arm muss. Tatsächlich hat das aber sehr gut geklappt und war für uns alle schön. Wir waren im Wechsel mit der Kleinen und einem der Jungs im Babybecken. Da ist ein Haufen Spielzeug und eine Minirutsche drin, sodass da beide noch ihren Spaß haben. Der jeweils andere ist mit Kind Nummer drei ins große Becken und Rutschen gegangen.
Dann waren wir noch alle zusammen im Salzbecken. Das war super schön. Wenn alle Kinder irgendwann mal in Kindergarten und Schule untergebracht sind, wollen mein Mann und ich mal alleine den Vormittag hin und einfach die Seele baumeln lassen. Da freu ich mich schon sehr drauf. Solche Zeit fehlt uns gerade wieder sehr!
Nach diesem Programm war die Babylady fix und fertig voll mit Eindrücken und neuen Geräuschen. Also haben wir gestillt, weil Schwimmen macht ja hungrig, und dabei ist sie eingeschlafen und hat dann bestimmt eine halbe Stunde in meinem Arm geschlafen. Nur mehr Essen müssen wir nächstes Mal mitnehmen. Das war ganz schnell weg nach einer Hungerattacke der Jungs und dann mussten wir doch noch im Schwimmbad etwas essen. Das hat leider so viel Wartezeit gekostet, dass wir danach nicht nochmal ins Wasser konnten.

Den restlichen Tag überlegte ich weiter. Es musste doch noch etwas Schönes in der Woche gewesen sein.....
Mein Rückbildungskurs fiel mir noch ein. Der hat nämlich gestartet und war toll. Wegen dem Schneechaos wurde der Start um eine Woche verschoben. Nun trafen wir uns aber zu einer netten Runde von Mamas, Babys und der Hebamme, um unseren Beckenboden wieder in schwung zu bringen und verschwundene Muskulatur zu reaktivieren. Die runden Stillschultern sollen wieder weg, die Bauch- und Rückenmuskeln wieder her. Die Hebamme sagte zu mir, wie toll sie das findet, dass ich das mit vier Kindern hinbekomme. Naja, denk ich mir. Ich will ja mit diesen vier Kindern auch ein bisschen Action haben. Fangen spielen, Tragen usw. Dafür brauche ich einen gescheit funktionierenden Beckenboden und den gibt's langfristig nunmal nicht ohne Training. Dazu hatte ich ja auch eine kleine Senkung nach der Geburt. Das Gefühl der Senkung ist wieder weg. Da arbeite ich ja auch immer wieder dran. Aber das braucht noch weitere Arbeit, um wiederhergestellt zu sein. Rennen geht nämlich z.b. noch nicht. Dabei wackelt mein Beckenboden noch ganz schön unangenehm rum. Das zu spät kommen zum Kurs hat sich aber ausgezahlt. Die Kleine war dann zufrieden, sodass ich alles mitmachen konnte und mein Kreislauf war ok, da ich dem Frühstück Vorrang vor der Pünktlichkeit gegeben hatte. Die Babylady war ganz verwirrt von der Geräuschkulisse aus Frauen- und so vielen Babystimmen.
Ich kann wirklich nur allen ans Herz legen einen vernünftigen Rückbildungskurs zu besuchen. Schenkt euch diese Zeit!
Die Auswirkungen davon es nicht zu tun, kommen leider oft erst viel später. Ein gut trainierter Beckenboden dagegen hilft nicht nur dabei kontinent zu bleiben, sondern er steigert auch das Selbstbewusstsein, ein gutes Körpergefühl, emotionale Stabilität und bringt guten Sex und leichter zu erreichende Orgasmen. Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht für uns Frauen!

Was ich dabei ganz besonders hilfreich finde sind die Übungen, die einfach in den Alltag zu integrieren sind bei Dingen, die ich sowieso tue. Denn ganz ehrlich: mir regelmäßig Zeit für gezielte Übungen zu nehmen, klappt im Alltag mit vier Kindern eher nicht.
Z.B. den Kinderwagen beim Schieben von unten zu fassen, anstatt die Hände auf die Schiebestange aufzulegen. Das richtet die Haltung auf und aktiviert damit den Beckenboden beim Gehen. Überhaupt auf eine aufrechte Haltung achten. Den Beckenboden anspannen, wenn ich z.B. ein Kind hochhebe. Oder mal auf Zehenspitzen zu laufen, oder im Wechsel auf einem Bein die Zähne zu putzen. Rechtes Bein oben putzen, linkes Bein unten putzen. Ich seh uns morgen früh schon alle einbeinig Zähne putzen. :D
In der Kindeshaltung kann der Beckenboden prima entspannen und sich mal von sämtlicher Belastung erholen. Auch eine leichte angenehme Dehnung erfährt er dadurch. Vielleicht weiß eure Hebamme ja noch mehr Übungen, die einfach im Alltag umgesetzt werden können...

Ich würde gerne noch mehr schreiben, finde aber gerade nicht die Zeit. Wir haben furchtbare Nächte und dadurch anstrengende Tage und irgendwie viel zu wenig Zeit. Ehrlich - ich bin sooo müde..!
Davon erzähle ich aber im nächsten Bericht.

Liebe Grüße und eine schöne Woche wünsche ich euch.
Anna



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In diesem Beitrag geht's um:

Rückbildungskurs, Beckenboden, Familienleben, Krabbelgruppe