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Alleingeburt & Hebammenversorgung - Tagebücher aus der Schwangerschaft von Anna aus Hitzacker

Eine neue wunderbare, aufregende und vielleicht auch lang erwartete Lebenszeit beginnt. Für unsere Tagebücher-Blogs haben wir immer 3-4 schwangere Frauen in unterschiedlicher Schwangerschaftsphase, die in freudiger Erwartung über jede Woche dieser spannenden Zeit schreiben, uns und die vielen tausend Follower:innen daran teilhaben lassen und damit unvergessliche Momente schaffen.

Geburt

Alleingeburt & Hebammenversorgung

Wie die geplante Hausgeburt zur Alleingeburt wurde und wen wir als neues Familienmitglied begrüßen dürfen.

Hallo ihr Lieben,

Hier kommt nun mein Geburtsbericht. Die Geburt war zwar kurz und schmerzhaft, aber für mich sehr positiv. Viel Freude beim Lesen:

Die körperliche Vorarbeit:
39+0
Am Mittwoch Abend ging ein Stück vom Schleimpfropf ab. Die Nacht war ruhig.

39+1
Donnerstag Morgens ging wieder ein Teil vom Schleimpfropf ab.
Über den Tag hatte ich immer wieder Wehen, ein Ziehen am Muttermund und Druck nach unten während der Wehen. Sie waren aber weder regelmäßig, noch häufig.
Ich habe trotzdem mal meine Hebamme über die neuen Entwicklungen informiert. Sie meinte in den nächsten ein bis zwei Tagen kommt das Baby. Abends bin ich dann einmal wegen irgendeiner Banalität in Tränen ausgebrochen. Mein Mann meinte, das hätte ich letztes Mal auch kurz vor der Geburt gehabt. Da erinnere ich mich garnicht mehr dran.

39+2
Am Freitag war keine Eingewöhnung. So konnten wir etwas Schlaf nachholen und hatten einen ruhigen Vormittag. Die Wehen waren über Nacht wieder verschwunden. Ich war ganz froh, dass ich die Nächte ganz gut schlafen konnte.
Am Tag kamen ein paar wenige Wehen. Ich glaube nicht, dass das Kind zeitig kommen wird. Ich will aber meine Ruhe und alleine sein.
Ich bin so müde und mir ist so heiß. Diese Hitze ist furchtbar! Das angekündigte Gewitter war ein Witz. Es hat nur ein paar mal gedonnert.
Mein Mann nennt mich liebevoll seine kleine Bombe mit Hormonauslöser. Ich bin wirklich komisch und Emotionen überfallen mich von jetzt auf gleich. Und ich habe so gar keinen Bock mehr schwanger zu sein. Keinen Bock auf das Schwangerschaftsyoga, was ich sonst so gerne mache. Keinen Bock mehr auf dieses spannen vom Bauch, diese Unbeweglichkeit, die Hüftschmerzen, das ständige an Grenzen stoßen. Es reicht!

39+3
Samstag Morgens wieder Schleimabgang. Diesmal mit Blutfäden. Ein paar Wehen am Vormittag.
Nach dem Mittagsschlaf um kurz nach drei habe ich dreimal kurz hintereinander verschiedenes knacken im Oberkörper. Ich denke schon, dass ich wieder einen Blasensprung habe. Es läuft aber nix nach dem Aufstehen. War wohl nur die Wirbelsäule und irgendwas anderes im Körper. Geht also wieder nicht so los wie bei den beiden Jungs zuletzt. Hat mich mein Körper wohl veräppelt. Es passiert einfach „nix“ und ich bin genervt!

Die Geburt:
In der Nacht auf Sonntag, den 17.08.25 bin ich um 2.20 Uhr wach geworden, weil ich mitbekommen habe, dass ich irgendwie ständig was veratmen muss. Ich hatte Wehen und dachte mir, dass es Sinn macht, die mal zu tracken. Das war irgendwie zu häufig mit dem veratmen. Ich war noch gar nicht lang im Bett. Vielleicht anderthalb Stunden. Die Kinder waren wieder wach geworden als ich schlafen wollte und sind nochmal durch die Betten gewandert. Beide schliefen wieder. Ich schnappte mir meine Sachen. Mein Mann wurde wach. Ich sagte ihm, dass die Geburt eventuell los geht, war mir aber noch nicht sicher. Vielleicht beruhigt sich ja alles auch wieder. Er sollte oben bleiben und für die Kinder da sein, sollten sie wach werden.

Nachdem ich die Wehen ca. eine Stunde getrackt hatte und in den Wehenpausen, wo ich mal vom Klo weg konnte die Handtücher in den Ofen packte, den Schlüssel außen an die Haustür steckte für die Hebamme, das Sofa mit Laken und wasserdichter Unterlage bezog und mir Kerzen im Badezimmer anmachte, war klar, dass sich da nichts mehr beruhigen würde. Die Wehen kamen gut im drei Minuten Abstand und dauerten eine gute Minute. Der Wehentimer zeigte mir schon an, dass ich ins Krankenhaus fahren sollte. Was bin ich froh, dass ich da nicht hin muss, sondern einfach zu Hause bleiben kann.

Die Wehen schoben schon gut nach unten. Zudem musste ich eben ständig groß auf die Toilette. Das kannte ich schon von den anderen Geburten und wusste, dass das ein Zeichen ist, dass das Kind durch den Geburtskanal geschoben wird.
Ich weckte also meinen großen Sohn, der eigentlich zur Oma wollte, wenn es losgeht. Er fand das Aufstehen mitten in der Nacht nun allerdings völlig überflüssig und wollte einfach weiterschlafen. Also ließ ich ihn schlafen und meine Mama auch.

Um 3.20 Uhr rief ich meine Hebamme an und teilte ihr mit, dass die Geburt wohl losginge. Die Fruchtblase war noch intakt, die Wehen zu veratmen aber ok und bei drei Minuten Abstand.
Sie solle in Ruhe Aufstehen, sich fertig machen und herkommen. Sie braucht ungefähr eine Dreiviertelstunde zu uns.

Dann verringerten sich die Wehenabstände zügig auf knapp zwei Minuten. Ich konnte einen Bubsel spüren beim Tasten. Das war wohl die Fruchtblase. Die war ja immer noch heile. Ich hoffte, dass sie bald platzt.

Um 3.37 Uhr tat sie das dann auch (endlich) mit einem Peng und platsch. Es fühlte sich super befreiend an. Ich checkte kurz die Farbe - war durchsichtig. Prima! Ein bisschen sorgen machte ich mir, weil sich mein Baby nicht bewegt hatte, seit ich aufgestanden war.
Dann ging es ganz schnell. Das Köpfchen drängte mit heftigen Wehen nach draußen. Ich versuchte den Kopf langsam passieren zu lassen um Verletzungen bei mir zu vermeiden. Tut mir leid, aber den Kopfdurchtritt finde ich immer furchtbar. Schmerzhaft und unangenehm. Meine Beine haben furchtbar gezittert unter dieser langen Wehe. Es war irgendwie klar, dass sie nicht aufhören würde bis der Kopf da war. Als die Geburt des Kopfes geschafft war, spürte ich die leichte Drehung der Schultern und mit der nächsten Wehe war das Baby geboren. Ich kniete im Badezimmer auf der mit dickem Schaumstoff gefüllten Wickelunterlage. Ein paar Handtücher darüber gelegt und stützte mich auf dem Badewannenrand ab. Ich konnte so nach unten greifen und das Köpfchen halten und führen, als der Körper geboren wurde. So glitt das Baby zwischen meine Beine auf die gepolsterte Unterlage.

Ich nahm mein Baby in die Hände und kuschelte es an mich. Es schrie gar nicht, aber atmete. Einmal war ich mir nicht ganz sicher. Es war so ruhig. Also pustete ich ihm ins Gesicht. Das Kleine atmete und war weiter ganz ruhig. Es versuchte die Augen zu öffnen und schaute sich blinzelnd im von Kerzenlicht erhellten Raum um und fand mein Gesicht. Ganz ruhig und aufmerksam. Ich spürte ein Ziehen und die Plazenta plumpste mir zwischen die Beine. Das war ja einfach dieses Mal.

Die Nabelschnur lief genau zwischen den Beinen meines Babys entlang. Ich schob sie zur Seite und erkannte, dass ich meiner ersten Tochter das Leben geschenkt hatte. Die Uhr zeigte 3.45 Uhr an. Also waren keine zehn Minuten seit dem Platzen der Fruchtblase vergangen.

Es klopfte an die Badezimmertür und mein Mann fragte ob alles in Ordnung sei. Es wäre so ruhig. Ich bat ihn herein und sagte ihm, dass alles gut wäre und das Baby da ist. Er stand ganz verwirrt in der Tür mit dem Mini auf dem Arm. Sie hatten wohl während der Presswehen vor der Tür gestanden und der Mini hatte gefragt, ob Mama sauer wäre. Ich hab so ein „bisschen“ vor mich hingeschimpft und geflucht. Ich kann den Wehenschmerz am besten mit schreien verarbeiten und leichter werden lassen.

Ich stellte ihm unsere Tochter vor. Der Mini war etwas verwirrt und zeigte ständig auf die Kleine und meinte: „Baby!“.
Mein Mann war ganz stolz, wollte gleich ein Foto machen, womit er die Kleine noch blitzdingste, bis er den Blitz ausgeschaltet hatte.

Die Kleine hatte Hunger. Also stillten wir, was sie direkt ziemlich gut hinbekam und kuschelten. Wir unterhielten uns leise und mein Mann fragte immer wieder ob es mir gut ginge, brachte mir was zu trinken, holte warme Handtücher aus dem Ofen für unsere Tochter und versorgte den Mini.

Dann kam die Hebamme. Ich glaube ca. 40 Minuten nach der Geburt. Bin mir aber nicht sicher. Sie sprach kurz mit mir über die Geburt, warf einen Blick auf die Kleine und half mir dann aufs Sofa umzuziehen und räumte für uns den Geburtsraum auf. Ich liebe ihre ruhige unaufgeregte Art.
Sie prüfte die Plazenta auf Vollständigkeit, sah bei mir später nach Verletzungen und nabelte die Kleine mit mir ab. Die Nabelschnur war längst auspulsiert. Dann schaute sie die Kleine noch einmal genauer an und machte die U1. Babymaus ist kerngesund. Ich habe ein paar leichte Abschürfungen, aber sonst keine Verletzungen. Nichtmal Hämorrhoiden dieses Mal.

Sie kochte mir noch einen Tee und machte mir die Lasagne vom Abendessen warm. Dann bekam ich plötzlich Sehstörungen. Sie sagte mir vorher schon, wenn was ist soll ich Bescheid geben und bitte nicht zu spät. Es begann mit einem blinden Fleck und flimmerte dann bunt. Mein Blutdruck war in Ordnung. Ich bekam den Verdacht auf Unterzucker. Sowas hatte ich manchmal nach dem Sport und ich hatte jetzt lange nichts gegessen und die Geburt gemeistert. Eine andere Hebamme hatte mir mal gesagt, dass man für eine Geburt die Energie von gut 20 Pizzen braucht. Das ist ja nicht wenig. Ich bat sie mir einen Apfel aufzuschneiden. Der half dabei immer ganz gut. Dazu bekam ich noch Apfelsaft und dann normalisierte sich mein Sehen nach kurzer Zeit zum Glück wieder.

Ich ging duschen, während die Hebamme auf meine Tochter aufpasste. Mein Mann hatte einen weiteren, diesmal offenbar erfolgreichen, Versuch unternommen den Mini zum schlafen zu bringen. Dabei war er miteingeschlafen.
Frisch geduscht und im Wochenbettoutfit mit Surfbrett und Netzschlüpper ging es ab ins Bett für mich und unsere Tochter und die Hebamme verließ uns um sieben Uhr in der Früh.

Willkommen auf der Welt Kleine Lilly Elena. Wir freuen uns sehr, dass du nun unsere Familie bereicherst und sind gespannt auf das Leben mit dir.
Du startest mit 2980g, 49cm groß und einem Kopfumfang von 34 cm. Mit einem wachen Blick, seidenweicher Haut und ganz vielen dunklen Haaren.

Für uns beginnt nun die Zeit des Wochenbetts. Bzw. Wir sind schon mittendrin. Es wird hier in einiger Zeit nochmal einen Nachbericht von uns geben. Wer uns in der Zwischenzeit und darüber hinaus gerne weiter begleiten möchte, darf mir gerne zu den Babytagebüchern folgen. Da erfahrt ihr dann wie unser Wochenbett verläuft, wie wir uns als nun sechsköpfige Familie neu sortieren und wie das erste Jahr mit Baby Nummer vier so ist. Ich würde mich freuen, wenn ihr mitkommt.

Viele liebe Grüße von
Anna, Lilly und Familie

Tagebuch Anna

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Kommentare von Lesern:

Gast29.08.2025 22:05

Alles Liebe noch zur Geburt eurer Tochter. Ich wünsche euch ein entspanntes und kuscheliges Ankommen im Alltag zu 6.

Unmöglicher Beitrag?       Bitte melden.


Gast29.08.2025 22:05

Alles Liebe noch zur Geburt eurer Tochter. Ich wünsche euch ein entspanntes und kuscheliges Ankommen im Alltag zu 6.

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