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Wann ist das Baby bereit für die Beikost

Der Kinderarzt sagt: „Fang an.“ Die Hebamme sagt: „Warte noch.“ Und die beste Freundin erzählt, ihr Kind habe schon mit vier Monaten Brei bekommen. Kein Wunder, dass Eltern beim Thema Beikoststart schnell den Überblick verlieren.

Seit Anfang 2026 gibt es in Deutschland eine neue S3-Leitlinie, die sich stärker an der WHO-Empfehlung orientiert: sechs Monate ausschließlich stillen, Beikost ab dem siebten Monat. Gleichzeitig gibt es gute Gründe, warum Fachleute teilweise einen früheren Start empfehlen – etwa mit Blick auf die Allergieprävention und den steigenden Nährstoffbedarf ab dem zweiten Lebenshalbjahr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht deshalb ein individuelles Zeitfenster zwischen dem fünften und siebten Monat.

Entscheidend ist letztlich nicht der Kalender, sondern die Entwicklung des Babys. Vier Reifezeichen zeigen, ob es bereit für Beikost ist: Es kann Kopf und Rumpf stabil halten, der Zungenstoßreflex ist weitgehend verschwunden, es kann Nahrung oder Gegenstände gezielt greifen und zum Mund führen – und es zeigt deutliches Interesse am Essen der Eltern.

Gerade dieses Interesse lässt sich schon vor dem Beikoststart fördern: Babys dürfen bei den Mahlzeiten dabeisitzen, zuschauen, riechen und beobachten. Denn Beikost ist zunächst genau das: ein Lernprozess. Sie ersetzt Milch nicht sofort, sondern ergänzt Muttermilch oder Säuglingsnahrung Schritt für Schritt.

Ob Brei, Fingerfood oder eine Kombination aus beidem, ist dabei weniger entscheidend als eine sichere, ausgewogene Ernährung. Auch vegetarische Beikost ist gut möglich. Bei einer veganen Ernährung sollten Eltern dagegen unbedingt fachkundige medizinische und ernährungswissenschaftliche Unterstützung einbeziehen.

Und schließlich gilt: Kein Baby isst nach Fahrplan. Manche sind sofort begeistert, andere brauchen Wochen. Pausen und Rückschritte sind normal. Eltern müssen weder Mengen erzwingen noch sich vom Geburtsmonat unter Druck setzen lassen.

Was zählt, ist nicht der Kalender. Was zählt, ist das Baby.

Quelle: kidsgo.de · bereitgestellt von der Redaktion/Agentur